Winterthur

Bund hält Tunnelprojekt für unausgereift und zu teuer

Der Bund hat die Priorität der Zentrumserschliessung Neuhegi Grüze zurückgesetzt. Reifegrad der Vorlage und Kosten-Nutzen-Verhältnis seien ungenügend.

Ein Teil des Tunnels würde unter dieser Wiese, gleich neben dem Schloss Hegi verlaufen.

Ein Teil des Tunnels würde unter dieser Wiese, gleich neben dem Schloss Hegi verlaufen. Bild: Archiv, Marc Dahinden

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Im Agglomerationsprogramm Winterthur und Umgebung der 3. Generation findet sich unter anderen Massnahmen die Zentrumerschliessung Neuhegi-Grüze. Die geplante Erschliessung soll das Wachstumsquartier durch eine teils unterirdisch geführte Strasse mit der Autobahn A1 verbinden.

Aus dem Bericht «Zentrumserschliessung Neuhegi-Grüze» vom 31. Juli 2013. Karte: Stadt Winterthur

Das Vorhaben wurde schon mehrmals vertagt ­– und erleidet nun erneut einen Rückschlag. In seinem Prüfbericht zum Agglomerationsprogramm der 3. Generation hat der Bund die 200 Millionen Franken teure Erschliessung von der Priorität B auf C zurückgestuft. Projekte mit B-Priorität haben einen beabsichtigten Baubeginn zwischen 2023 und 2026. Die C-Priorität dagegen bedeutet nur, dass der Bund den Handlungsbedarf grundsätzlich anerkennt, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis oder der Reifegrad der vorgeschlagenen Massnahme aber noch als ungenügend beurteilt werden. Gemäss Bauvorsteherin Christa Meier (SP) hat sich der Stadtrat zwar für eine Beibehaltung der B-Priorität eingesetzt, jedoch ohne Erfolg. Der Bund verlangt, dass die Massnahme erheblich optimiert wird. Laut Meier erachtet der Stadtrat die Kritik des Bundes zwar als streng, aber gerechtfertigt.

Auch Ohrbühl muss warten

Eine zweite Massnahme hat der Bund ebenfalls in der Priorität zurückgesetzt, und zwar den Knotenumbau Ohrbühl. Dieser war bisher mit A-Priorität eingestuft, was bedeutet hätte, dass der Umbau zwischen 2019 und 2022 hätte realisiert werden können. Doch der Bund beurteilt auch bei diesem Vorhaben die Bau- und Finanzreife als unzureichend. Das Projekt sei in Bezug auf die Bus- und Veloverkehrsführung zu verbessern und müsse besser mit der Zentrumserschliessung Neuhegi-Grüze und der Regionalen Verkehrssteuerung abgestimmt werden.

Trotz dieser Rückstufungen fliessen in den nächsten Jahren aus dem Agglomerationsprogramm der 3. Generation insgesamt fast 61 Millionen Franken an Projekte in Winterthur und Umgebung. Auf der A-Liste stehen sieben Massnahmen, darunter etwa der Ausbau des Bahnhofplatzes Nord beim Bahnhof Hegi, die Velo- und Fussgängerunterführung im Link sowie die Veloquerung Grüze. Zudem befinden sich fünf Projekte aus der Region Winterthur mit einem Kostenvolumen von insgesamt 54 Millionen Franken auf der B-Liste des Agglomerationsprogramms. (Landbote)

Erstellt: 24.09.2018, 17:24 Uhr

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