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Clubs reinigen Salzhausplatz

Immer mehr Personen feiern in der Winterthurer Ausgangsmeile. Viele von ihnen treffen sich auf dem neuen Salzhausplatz zum Vorglühen. Das hinterlässt Spuren. Die Stadt hat dafür eine unkonventionelle Lösung gefunden.

Der neue Salzhausplatz ist bei Partygängern beliebt.
Der neue Salzhausplatz ist bei Partygängern beliebt.
Donato Caspari

Es läuft gut im «Bermudadreieck» von Winterthur. Seit der neue Zwillingsplatz fertiggestellt ist und der neue Club Kornhaus eröffnet hat, finden immer mehr Menschen den Weg in die Ausgangsmeile. Mehr Leute bedeutet aber auch mehr Dreck – vor allem auf dem Salzhausplatz. Seitdem dieser nämlich fertig gebaut ist, treffen sich dort viele Partygänger zum Trinken und Feiern, bevor sie weiterziehen in die umliegenden Clubs. Das hinterlässt Spuren.

Damit der Platz auch zu Partyzeiten sauber und sicher bleibt, hat die Stadt mit den Clubbetreibern eine unkonventionelle Vereinbarung getroffen: Diese sorgen am Wochenende — genauer freitags und samstags, von 24 bis 5 Uhr — für Sauberkeit und Sicherheit auf dem Salzhausplatz. In der Unteren Vogelsangstrasse sind die Betreiber seit jeher selbst dafür verantwortlich, der neue Platz steht jedoch auf öffentlichem Grund. Eigentlich müssten die städtischen Angestellten diesen putzen.

Fabian Frauenfelder von Gastro ZH ist Mitinhaber des Coyote Ugly, des Zimmer 31, der Arch Bar und des Kornhauses. Für die Stadt ist er die Ansprechperson der Clubbetreiber. «Dadurch, dass man auf dem Salzhausplatz jetzt sitzen kann, treffen sich dort viel mehr Leute. Selbstverständlich gibt es da Abfall. Wir haben deswegen unser Konzept angepasst», sagt Frauenfelder.

Und das funktioniert so: Die Stadt stellt Abfallkübel bereit, die Reinigungskräfte der Clubbetreiber putzen und ein Sicherheitsteam, ebenfalls von den Clubbetreibern angestellt, sorgt dafür, dass alles recht zu und her geht. «Das war eine der Bedingungen der Stadt.» Durchschnittlich patrouillieren so pro Nacht permanent 12 bis 15 Angestellte auf dem Areal. Sie sind nicht nur dafür da, das private Putzteam zu schützen, sondern den Schutz aller Besucher zu gewährleisten.

Dass die Stadt einen Teil der Reinigung an Private auslagert, sei eine Ausnahme, sagt Peter Hirsiger, Leiter des Strasseninspektorats. Die Stadt zahlt den Clubbetreibern dafür eine Summe von 600 bis 700 Franken im Monat. «Das ist vernachlässigbar», sagt Hirsiger. Er lobt die gute Zusammenarbeit. «Es ist eine einfache und pragmatische Lösung, die wir getroffen haben. Mit den Clubbetreibern können wir offen und konstruktiv reden.»

Gewalt nimmt ab

Mehr Leute führt nicht nur zu mehr Dreck, sondern auch zu mehr Konfliktpotenzial. Es ist noch nicht lange her, dass die Partymeile und der Bahnhofplatz für rote Köpfe sorgten: fast jedes Wochenende Schlägereien, herumliegender Abfall, Alkohol und Pöbeleien. Die Gegend um die Lagerstrasse und dem Hauptbahnhof war ein Konfliktherd.

2011 die Stadt hat zusammen mit den verschiedenen Involvierten ein Projekt ins Leben gerufen: Die «Aktion Hauptbahnhof» sollte die Situation entschärfen. Mit mehr Polizeipräsenz, Schulungen für Türsteher und einer verstärkten Zusammenarbeit wollte die Stadt die Partymeile sicherer machen. Das ist gelungen: Die Tätlichkeiten haben seit Beginn des Projekts stetig abgenommen. Verzeichnete die Stadtpolizei 2010 noch 102 gewalttätige Auseinandersetzungen, waren es 2017 nur noch 53 Fälle.

«Die Situation hat sich auf tiefem Niveau stabilisiert», sagt Michael Wirz, Mediensprecher der Stadtpolizei. Die Stadt hat das Projekt deshalb Ende März beendet. Es gibt ein Nachfolgegremium, das noch auf einen Namen wartet. Dieses ist zwar kleiner als sein Vorgänger, der stetige Austausch wird jedoch beibehalten. «Wir treffen uns zweimal im Jahr, um die Situation in der Ausgangsmeile zu besprechen», sagt Wirz. «Eine gute Zusammenarbeit ist der richtige Weg.»

Die verstärkte Polizeipräsenz am Wochenende werde jedoch beibehalten. Denn mehr Personen bedeute automatisch mehr Konfliktpotenzial. «Das ist einfach nötig.»

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