Afropfingsten

«Daniel bleibt Mister Afro-Pfingsten»

Die Nachfolgerin für die Geschäftsleitung der Afropfingsten steht fest: Ab Februar tritt die gebürtige Frauenfelderin Karin Gubler den Posten an. Ihre Antworten kommen aus Mexiko, wo sie mit Mann und Kind eine Auszeit verbringt.

«Die Afro-Pfingsten schwimmen nicht im Geld», sagt die «Neue» Karin Gubler über das jährliche Festival.

«Die Afro-Pfingsten schwimmen nicht im Geld», sagt die «Neue» Karin Gubler über das jährliche Festival. Bild: Heinz Diener

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Karin Gubler, Sie übernehmen die Geschäftsleitung der Afro-Pfingsten von Daniel Bühler. Hat er Sie direkt angefragt? Oder wie sind Sie dazu gekommen?
Karin Gubler*: Die Stelle war auf dem Netz ausgeschrieben. Ich habe einen normalen Bewerbungsprozess durchlaufen.

Was reizt Sie an dieser Stelle?
Die Afro-Pfingsten haben ein tolles Konzept. Es umfasst sehr viele Kulturgenres und schafft für jedes Portemonnaie und jeden Kulturanspruch einen Zugang, um Neues kennenzulernen, Grenzen auszuloten und die Menschen ein Stück näher zusammenzubringen. Ich wollte für eine Institution arbeiten, die neben Kultur auch einen weitergehenden sozialen Aspekt integriert. Das genau sind die Afro-Pfingsten.

Arbeiten Sie hundert Prozent für die Afro-Pfingsten?
Nein, über das Jahr sind es im Schnitt 80 Prozent. Wie die meisten Kulturinstitutionen schwimmen auch die Afro-Pfingsten nicht im Geld. Umso wichtiger ist es, sie weiterhin als Pfeiler in der Winterthurer Kulturlandschaft zu positionieren, damit die Geldgeber ihr Engagement in guten Händen wissen, uns treu bleiben oder ihre Unterstützung gar ausbauen.

Wie ist die Übergabe von Daniel Bühler an Sie vorgesehen? Die Afro-Pfingsten sind ja sozusagen sein Baby.
In die Schuhstapfen von Daniel Bühler zu treten, ist eine grosse Aufgabe. Daniel ist und bleibt Mister Afro-Pfingsten. Doch er wird 2018 noch vollständig mitarbeiten und auch danach weiterhin dem Verein Eine-Welt erhalten bleiben, damit wir einen kontinuierlichen Übergang schaffen können.

«In die Schuhstapfen von Daniel Bühler zu treten, ist eine grosse Aufgabe.»Katrin Gubler

Seit November verbringen Sie mit Mann und Kind drei Monate in Mexiko. Wie sieht da Ihr Alltag aus?
Wir geniessen die Wärme und Farbigkeit dieses Landes in vollen Zügen. Der Tag beginnt mit der Suche nach einem guten Kaffee. Danach gehts entweder mit dem Bus an einen neuen Ort oder wir bewundern Land und Leute an Ort und Stelle. Das Schöne an einer Auszeit ist für mich die Planlosigkeit.

Was nehmen Sie von diesem halben Jahr in Mexiko mit?
Ich war gestern an einer Tanzaufführung auf dem Dorfplatz. Die Kinder tanzten als Elfen oder Rentiere, die Erwachsenen als Figuren aus dem Krippenspiel. Alle haben mitgemacht - es wurde getanzt, egal, ob tänzerisch begabt oder nicht. Die Menschen hier können meiner Ansicht nach besser Fünf gerade sein lassen. Vieles ist leichter, farbiger und weniger hektisch. Im Guten wie im Schlechten

Werden die Afro-Pfingsten jetzt mexikanisch?
Die Afro-Pfingsten sind ja nicht mehr zu hundert Prozent auf Afrika ausgerichtet, doch es werden keine Mexiko-Pfingsten werden. Die Afro-Pfingsten-Crew wechselt ja auch nicht. Viele Mitarbeiterinnen und Helfer sind weiterhin mit von der Partie. Afro-Pfingsten basiert auf sehr viel Teamwork.

Zuvor haben Sie in fünf Jahren die Eisenbeiz auf Vordermann gebracht. Nun gehen Sie in die Eventorganisation. Sind Sie ein Typ, der immer wieder mal was Neues anpacken muss, dem es sonst langweilig wird?
Ich würde es eher so sagen: Es gibt so viel zu tun. Packen wir es an! Man muss sich immer wieder entscheiden, wofür man seine Zeit einsetzen will. Mit meiner Arbeit möchte ich etwas bewegen, etwas erschaffen, am liebsten gemeinsam mit anderen. Die Voraussetzungen dafür sind bei den Afro-Pfingsten ideal. (Landbote)

Erstellt: 27.12.2017, 14:55 Uhr

Karin Gubler sieht eine «grosse Aufgabe» vor sich. (Bild: zvg)

Zur Person

Karin Gubler (38) hat einen Abschluss in Deutscher und Englischer Literatur- und Sprachwissenschaft und in Arts Management. Im Eisenwerk Frauenfeld hat sie von 2005 bis 2017 zuerst das Kultursekretariat und dann das Restaurant aufgebaut und geführt. Bis Ende Januar reist sie mit Mann und Kind durch Mexiko.

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