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Altstadtgewerbe schlägt Alarm: Spendensammler vertreiben Kunden

«Es reicht», finden Ladenbesitzer in der Marktgasse. Wegen der vielen Standaktionen blieben die Leute nicht mehr vor ihren Schaufenstern stehen. Politiker verlangen nun vom Stadtrat, dass er die Standanzahl beschränkt.

Ohne ein Schwätzchen mit einem Spenden- oder Unterschriftensammler kaum möglich: Flanieren in der Altstadt.
Ohne ein Schwätzchen mit einem Spenden- oder Unterschriftensammler kaum möglich: Flanieren in der Altstadt.
Archivbild Nathalie Guinand

Die heisse Meile für Standaktionen ist die Marktgasse von der Kasinostrasse bis zum Justitiabrunnen. Es gibt Samstage, da wird man auf diesen wenigen Metern fünfmal in Folge angesprochen. Viele Passanten machen deshalb einen Bogen um den Gassenabschnitt. Sie weichen auf die Stadthausstrasse oder die Steinberggasse aus.Betroffen ist auch der Goldschmied Bosshart, der sein Geschäft gleich beim Justitiabrunnen hat. In den letzten Jahren hätten mit den Standaktionen auch die Reklamationen seiner Kunden zugenommen, sagt Bosshart. Es sei mühsam, bis zu ihm durchzukommen, kriege er zu hören. «Die Passanten machen dabei keinen Unterschied mehr zwischen politisch informativen oder aggressiv kommerziellen Standaktionen.» Alle wirkten hartnäckig auf die Kunden, die eigentlich in Ruhe flanieren und einkaufen wollten, sagt Bosshart. «Und dabei stellen sie fest, dass sich die jungen Leute dafür bezahlen lassen, Spendengelder anzuwerben, und dies nicht aus ideologischer Überzeugung tun.»

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