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Das Amt, aber nicht die Macht

Der Leiter des Stadtressorts des Landboten kommentiert den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Winterthur.

Marc Leutenegger

Er sei in den letzten Minuten 20 Kilo leichter geworden, nur sehe man das noch nicht– der Witz, mit dem Stadtpräsident Michael Künzle die Erleichterung über seine Wiederwahl kommentierte, steht stellvertretend dafür, warum er aus dieser Ausmarchung als Sieger hervorgegangen ist.

Nach einer durchzogenen Legislatur und dem dürftigen Resultat im ersten Wahlgang, war es seine Volksnähe und Popularität, die im bürgerlichen Lager, aber auch in der Mitte mobilisierten. Fast 16 000 Wählerinnen und Wähler waren bereit, für ihren «Mike» an die Urne oder zumindest zum Briefkasten zu gehen.

Künzle droht nun, dass sich sein Stadtpräsidentenamt im Repräsentativen erschöpft.

Als Gewinner fand Künzle am Sonntag in seine ihm liebe Rolle als Staatsmann zurück. Er kommentierte den Wahlausgang fair, gab sich selbstreflektiert, und er sprach von der Versöhnung der Blöcke, die jetzt nötig sei und die er angehen werde, von einer Politik des Stadtrats zum Wohle aller.

Es ist wohl das Beste, worauf man nach dem Ausgang dieser Wahlen hoffen darf. Wahrscheinlicher ist, dass Links-grün das Steuer im Stadtrat mit derselben Vehemenz herumreisst wie zuvor die Bürgerlichen. Künzle bliebe dann, eine Politik, nach aussen zu vertreten, die keine bürgerliche ist, und ihm droht, dass sich sein Stadtpräsidentenamt im Repräsentativen erschöpft.

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