Gemeinderat

Das Best-of der Fragestunde

Was tut der Stadtrat für die Vermietung leer stehender Rathausräume, was gegen den Gestank auf dem Merkurplatz? Am Montag wurde im Gemeinderat un­verblümt gefragt und ebenso geantwortet. Unser Best-of.

Die Fragestunde im Gemeinderat bot ein Pot­pour­ri an Themen. Ein Thema waren Gratisparkplätze im Superblock – für die Parlamentarier selbst.

Die Fragestunde im Gemeinderat bot ein Pot­pour­ri an Themen. Ein Thema waren Gratisparkplätze im Superblock – für die Parlamentarier selbst. Bild: Enzo Lopardo

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Gratis parkiert das Parlament
Dass die Gemeinderätinnen und -räte mit ihrem Badge im Parkhaus des Superblocks gratis parkieren können, leuchtet Gemeinderat Urs Glättli (GLP) nicht ein. Er sprach gestern von einem Fehlanreiz und fragte Stadträtin Yvonne Beutler nach Gegenmassnahmen. Die Antwort der SP-Stadträtin fiel zur allgemeinen Belustigung etwas schnippisch aus: «Wenn ihr wirklich unbedingt zahlen wollt wie alle anderen auch, dann müsst ihr das mit der Ratsleitung klären.»

Aufruf zum Duschen
Seit der Lektüre eines Zeitungsartikels ist FDP-Gemeinderat Felix Helg das Wasser in öffent­lichen Schwimmbädern nicht mehr geheuer. 85 Prozent der Proben im Kanton hatten demnach beanstandet werden müssen.

Bild: Nathalie Guinand

Für Winterthur gab Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) Entwarnung. Die Wasserqualität sei sehr gut und werde zweimal täglich geprüft. Die sporadischen kantonalen Kontrollen hätten in den Schwimmbädern Wolfensberg und Wülflingen einen leichterhöhten Harnwert ergeben, ausserdem seien in den Freibädern leicht erhöhte, aber ungefährliche Chloratwerte festgestellt worden. Altwegg appellierte an die Badenden: vor dem Reingehen duschen und ohne Unterhose unter der Badehose ins Becken.

Vorerst nicht mehr Dosen
Als Fahrerin eines Elektroautos weiss Iris Kuster (CVP): Elektrotankstellen sind rar und die wenigen, die es in öffentlichen Parkhäusern gibt, oft falsch belegt. Kann sie auf mehr Tankstellen hoffen? Stadträtin Barbara Günthard (FDP) bremste die Erwartungen. In Töss werde es einen Schnelllader geben, auch unterstütze Stadtwerk Projekte auf Privatgrund finanziell. In den Parkhäusern Technikum und Theater sei aber erst mittelfristig mit Elektrotankstellen zu rechnen.

Immer noch leer
Mit dem Auszug der Sammlung Briner und Kern wurden 2014 im Rathaus Räume leer. Und leer sind sie immer noch, wie die Frage von Michael Bänninger (EVP) ergab. Die Stadt suche noch einen geeigneten Mieter, sagte Yvonne Beutler (SP), das sei nicht ganz einfach. Denn die Räume seien schlecht beleuchtet und die Stadt wolle an dieser Lage nicht irgendwen.

Gestank am Merkurplatz
Manch einer überquere den Merkurplatz in den Abendstunden wieder mit Unbehagen, merkte Markus Wenger (FDP) an, und oft stinke es dort auch nach – hier brach er dramatisch ab. Die nach Lösungen gefragte Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP) bestätigte, dass die Szene von Randständigen und Suchtkranken sporadisch grösser werde, die Polizei habe mit mehr Patrouillengängen kontrolliert. Für den Gestank habe man eine Lösung gefunden. Man habe eine Hecke entfernt, sagte Günthard, die konkreter wurde als ihr Parteikollege. «Das Geschäft kann nun nicht mehr hinter dem Sichtschutz verrichtet werden.»

Hartes Pflaster
Für gehbehinderte Menschen und viele Altersheimbewohner seien die Pflastersteine auf dem Neumarkt eine Fehlbesetzung, sagte Stefan Feer (FDP) und fragte nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Bild: Marc Dahinden

Stadträtin Christa Meier (SP) musste ihm einen Korb geben. Zwar gebe es vereinzelt entsprechende Rückmeldungen aus dem Altersheim Neumarkt, in der Interessenabwägung sei aber auch das Erscheinungsbild zugewichten. Ein Abschleifen des Pflasters oder eine Asphaltierung würde zudem Rad- und Autofahrer animieren, sich nicht mehr ans Schritttempo zu halten.

Verregneter Fahrplan
Eine Bürgerin habe sich beschwert, dass bei neueren Buswartehallen der Fahrplan ausserhalb des Häuschens aufgehängt sei. Wenn es regnet, seien die Zeiten daher kaum lesbar, klagte Felix Steger (SP).

Bild: Heinz Diener

Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) antwortete, das Problem werde bereits angegangen. Von 28 neuen Wartehallen seien 20 bereits so umgerüstet, dass die Fahrpläne im Innern angebracht und erst noch besser beleuchtet seien. Auch bei älteren Häuschen hingen die Pläne meist im Trockenen. Es gebe nur noch einzelne Ausnahmen.

Keine Visitenkarten im Müll
Beim Reitplatz in Töss wird immer wieder Müll liegen gelassen, teils direkt unter dem entsprechenden Verbotsschild. Pascal Rütsche (SVP) wollte deshalb wissen, ob man das Schild nicht schärfer gestalten könne, etwa durch Androhung einer Busse. Christa Meier (SP) antwortete, eine Bussenandrohung sei nicht zielführend. Man habe den Inhalt der Säcke jeweils gefilzt. «Doch die Leute waren schlau genug, keine Visitenkarten darin zu lassen.» Aber das Tiefbauamt prüfe, ob ein grosser Kübel mit Presse etwas bringen würde. (mcl/mif)

Erstellt: 18.09.2018, 08:44 Uhr

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