Lausanne

Das Bundesgericht gibt Bruno Stefaninis Nachkommen recht

Das Bundesgericht hat im Streit um die Stiftung von Bruno Stefanini das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Bettina und Vital Stefanini sind demnach berechtigt, den Stiftungsrat zu ernennen. Erster Kommentar der Tochter: «Das freut mich sehr.»

Bruno Stefanini vor dem Sulzerhochhaus, das zu seiner Stiftung gehört (während einer teilweisen Besetzung im Jahr 2004).

Bruno Stefanini vor dem Sulzerhochhaus, das zu seiner Stiftung gehört (während einer teilweisen Besetzung im Jahr 2004). Bild: Marc Dahinden

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Rund viereinhalb Jahre dauerte der juristische Kampf. Nun hat offenbar das Bundesgericht zugunsten der Nachkommen des greisen Winterthurer Immobilienkönigs Bruno Stefanini entschieden. Das Bundesverwaltungsgericht als Vorinstanz hat gestern das Urteil vom Herbst 2016 aufgeschaltet, versehen mit der Bemerkung: «Entscheid bestätigt durch das Bundesgericht mit Urteil vom 13. Juni 2018». Das Bundesgericht selber hat sein Urteil noch nicht kommuniziert. Die Bestätigung bedeutet, dass Bettina und Vital Stefanini auf der ganzen Linie gewonnen haben. Ihnen steht demnach das Recht zu, die Stiftungsräte der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte zu benennen, so wie es Bruno Stefanini selber gewollt und bestimmt hatte. Ein Trio, das eng mit Stefanini senior zusammenarbeitete, darunter der Geschäftsführer der Immobilienfirma sowie seine langjährige Vertraute Dora Bösiger, hatte versucht, das Ernennungsrecht auf die bisherigen Stiftungsratsmitglieder, also auf sich selber, zu übertragen.

War Stefanini schon dement?

Die Frage, die die Richter zu beurteilen hatten: War Stefanini noch zurechnungsfähig und wusste er was er tat, als er diese Änderung der Stiftungsurkunde unterschrieb. Oder war er zu jenem Zeitpunkt Ende 2014 bereits dement? Gemäss Urteil und zweier medizinischer Gutachten muss davon ausgegangen werden, dass Bruno Stefanini die Komplexität derartiger Fragen damals bereits nicht mehr beurteilen konnte.

Schon nach dem Urteil des Bundesverwaltungsrichts im Oktober 2016 hatte die 52-jährige Bettina Stefanini bekannt gegeben, wer neben ihr und ihrem Bruder Vital im Stiftungsrat vertreten sein werde: Sie nannte die Namen von fünf Fachpersonen aus den Bereichen Museum, Kunstgeschichte, Archivierung, Immobilienrecht und Stiftungen. Bettina Stefanini erfuhr erst gestern Nachmittag telefonisch von ihrem Sieg. «Ich kanns noch kaum fassen, aber ich freue mich sehr», sagte sie.

Preziosen, Perlen und Plunder

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte gilt als milliardenschwer. Vier Schlösser gehören dazu, eine grosse Kunstsammlung hauptsächlich von Schweizer Malern, das Sulzerhochhaus; überdies soll der ganze Immobilienbesitz nach Stefaninis Tod auch in die Stiftung überführt werden. Auch historisch bedeutsame Dinge und populäre Liebhaberstücke wie ein Reitkleid von Kaiserin Sissi hat Stefanini gesammelt. Der heute 93-Jährige hatte vor Jahren versprochen, ein Museum in Winterthur zu eröffnen.Seite 7

Erstellt: 16.06.2018, 01:55 Uhr

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