Winterthur

«Das Chinder-Albani ist kein Hütedienst»

Daniel Frei, Präsident des Albanifest-Komitees, über verlorene Kinder und fehlende Schattenplätze am Albanifest.

Das Albanifest hat für Kinder einiges zu bieten.

Das Albanifest hat für Kinder einiges zu bieten. Bild: hd

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2011 ist anlässlich des 40. Albanifests die Idee entstanden, im Stadtpark ein «Chinder-Albani» durchzuführen. Wieso braucht es ein solches Angebot?
Daniel Frei: Damals mussten wir uns erst die Sonderbewilligung des Stadtrates einholen, da der Stadtpark in Winterthur ja fast als Heiligtum gilt und es schwierig ist, dort etwas zu machen.Wir hatten aber Jahr für Jahr das Problem, dass viele Kinder verloren gegangen sind. Das Chinder-Albani ist mit seinem Standort im Stadtpark von dem grossen Trubel abgetrennt. Die Eltern können ihre Kinder sorgenlos springen lassen und behalten trotzdem den Überblick. Seit diesem Angebot können wir die verlorenen Kinder pro Fest an einer Hand abzählen.

Und wenn doch einmal ein Kind verloren geht?
Wenn es doch einmal geschehen sollte, raten wir den Eltern, sich aufzuteilen. Eine Person bleibt an dem Ort, wo sie zuletzt mit den Kindern waren, da das Kind am ehesten dorthin zurückkehrt. Jemand anders meldet sich im Festbüro, damit wir eine Lautsprecherdurchsage machen können. Wir haben unseren eigenen Kindern früher immer eine Visitenkarte von uns mitgegeben. Glücklicherweise haben wir aber nie eines verloren.

An wen richtet sich das Angebot des Chinder-Albani?
Das Chinder-Albani ist grundsätzlich kein Kinderhütedienst. Die Eltern sollen ihre Kinder also nicht abladen, sondern mit ihnen zusammen kommen. Dementsprechend können Eltern mit ihren Kindern schon sehr früh am Programm teilhaben. Die Chilbi bietet viele kindergerechte Bahnen und auch gratis Programmpunkte wie das traditionelle Schminken oder neu das Bemalen von Stofftaschen.

«Ein aktuelles Problem ist, dass die Schattenplätze im Stadtpark sehr rar sind.»Daniel Frei, OK-Präsident Albanifest

Ab welchem Alter können Kinder auch alleine das Albani-Fest besuchen?
Schlussendlich müssen das natürlich die Eltern entscheiden. Jugendliche gehen ja meist sowieso nicht alleine sondern in Cliquen ans Fest. Ein grösserer Diskussionspunkt ist meist die Frage nach dem Heimkommen. In einer Gruppe werden einige länger wegbleiben dürfen als andere. Genauso ist die Frage nach dem Taschengeld von den Eltern abhängig. Viele Eltern wollen bei den Kindern sicher ein Bewusstsein schaffen, dass die Angebote Geld kosten und man nicht endlos mit den Bahnen fahren kann

Das Chinder-Albani ist an den drei Tagen jeweils bis 22 Uhr geöffnet. Gibt es Familien, die mit ihren Kindern so spät noch unterwegs sind?
Tatsächlich kann man daran die Kulturenvielfalt in Winterthur erkennen. Verschiedene Nationen haben verschiedene Bräuche. Manche essen erst um 21 Uhr, somit ist 22 Uhr nicht spät für sie. Gerade wenn es bis spät abends noch warm ist, sind einige Familien noch miteinander draussen.

Hat sich das Angebot im Vergleich zu den letzten Jahren verändert?
Im Grossen und Ganzen bleibt das Angebot gleich. Wir schauen natürlich immer, was gut angekommen ist und was weniger. Ein aktuelles Problem ist, dass die Schattenplätze im Stadtpark sehr rar sind. In Zukunft werden wir wohl einige Zelte aufbauen müssen oder sonst dafür sorgen, dass es Möglichkeiten für mehr sonnengeschützte Plätze gibt.

«Es war nicht ganz einfach, eine mobile Wasserbahn zu finden, für die uns genügend Platz zur Verfügung steht.»

Welches Feedback auf das Angebot haben Sie in den letzten Jahren erhalten?
Seit der Lancierung 2011 haben wir durchwegs nur positive Stimmen dazu bekommen. Es war auch immer schön zu sehen, wie auch bei Regenwetter die Kinderaugen im Stadtpark geleuchtet haben. Die Kinder sind immer top ausgerüstet und haben unabhängig vom Wetter eine riesige Freude am Angebot. Dieses Jahr wird das Wetter zwar sowieso kein Problem sein.

Apropos Wetter: Die neue Wasserbahn Rio Rapidos ersetzt in diesem Jahr die Crazy Mouse. Ist es Kalkül oder Zufall, dass die Temperaturen perfekt auf eine Wasserrutsche abgestimmt sind?
Das ist tatsächlich reiner Zufall. Unser Platzmeister sagte schon früh, dass ihm am Fest eine Wasserbahn fehle. Es war dann nicht ganz einfach, eine mobile Bahn zu finden, für die uns genügend Platz zur Verfügung steht. Der Betreiber der Bahn ist noch ein wenig skeptisch, ob das funktionieren wird und genug dabei herausspringt. Wir glauben aber, das wird ein Renner. Obwohl ich in den sozialen Medien nicht sehr aktiv bin, habe ich mitbekommen, was für ein Ansturm bereits darauf herrscht.

Erstellt: 28.06.2019, 17:01 Uhr

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