Wahlkampfbudget

Das geben die Kandidierenden für den Wahlkampf aus

Die Wahlkampfbudgets für die Stadtratswahl unterscheiden sich stark. Wie viel die Kandidierenden ausgeben und woher das Geld kommt, zeigt eine Rangliste.

Woher kommt das Geld?
30 000 Franken von Günthard-Maier selber, 30 000 Franken von privaten Spendern und 27 500 Franken von den Wirtschafts­verbänden.

Wie wird es eingesetzt?
Administrative Unterstützung und Werbemittel (z. B. Videodreh).

Professionelle Hilfe:
Viele Leistungen werden von der Firma mediawerk erbracht. Diese ist ein Angebot der Quellenhof-Stiftung, welche einst aus der Freikirche Gemeinde von Christen hervorging, welcher sich Günthard-Maier zugehörig fühlt.

Woher kommt das Geld?
20 000 Franken von Lisibach ­selber, 15 000 Franken von der SVP, 15 000 Franken von ­privaten Spendern und 27 500 Franken von den Wirtschafts­verbänden.

Wie wird es eingesetzt?
Inserate, Plakate, Flyer, Ver­anstaltungen und Giveaways.

Professionelle Hilfe:
Die Walliseller Kommunikationsfirma AdEA Communications GmbH unterstützt beim Drucken von Plakaten, Inseraten und Flyern. Dafür fallen 10 bis 15 Prozent des Budgets an.

Woher kommt das Geld?
Ein unbekannter Beitrag von Künzle, 10 000 Franken von der CVP, unbekannte Beiträge von privaten Spendern und 27 500 Franken von den Wirtschaftsverbänden.

Wie wird es eingesetzt?
Plakate, Flyer, Buttons, Haftnotizen, Inserate, Rückscheibenwerbung, Standaktionen, grafische Arbeiten, Website.

Professionelle Hilfe:
Die Website wird von der Winterthurer Firma media.art betreut. Diese gestaltet auch den grafischen Auftritt der CVP. Die Partei ­bezeichnet Firmeninhaber ­Roland Blassnig als Hausgrafiker der CVP.

Woher kommt das Geld?
8000 Franken von Fritschi selber, 17 000 Franken von privaten Spendern und 27 500 Franken von den Wirtschaftsverbänden.

Wie wird es eingesetzt?
Flugblätter 7000 Franken, Inserate 7000 Franken, Plakate 7500 Franken, Giveaways/Autotürmagnete/Werbeschilder 3000 Franken, Website 550 Franken.

Professionelle Hilfe:
Die ehemalige FDP-Gemeinderätin Ruth Werren koordiniert die meisten Aktivitäten «für ein Natural­geschenk». Ein Grafikbüro macht die Gestaltung, und die Zürcher Firma endurit von FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois macht für 550 Franken jährlich das Webhosting.

Woher kommt das Geld?
50 ­Prozent von der Partei, 30 Prozent von privaten Spendern und 20 Prozent Beiträge Kandidierender (zusammen etwa 36 660 Franken). Die weiteren 15 000 Franken ­investiert Galladé selber.

Wie wird es eingesetzt?
25 Prozent Personalkosten (u. a. für die Betreuung von Freiwilligen), 20–25 Prozent Werbung und Inserate, 40 Prozent Grafik, Fotos, ­Illustration usw., 10–15 Prozent Anlässe, Reserve usw.

Professionelle Hilfe:
Die Organisation des Stadtratswahlkampfs übernimmt das SP-Sekretariat. Unter anderem wurde die Zürcher Agentur art.I.schock beauftragt. Bei Galladés Kampagne arbeitet dazu Severin Toberer (ehemals Kommunikationsagentur Weissgrund) mit, «gegen ein gutes Nachtessen als Bezahlung».

Woher kommt das Geld?
10 000 Franken von Altwegg selber, 35 000 Franken von der Grünen Partei und etwa 5000 Franken von privaten Spendern.

Wie wird es eingesetzt?
Inserate und Plakate (je 15 000 Franken), Versand einer Postkarte (10 000 Franken) sowie ­Giveaways.

Professionelle Hilfe:
Die Gestaltung der Drucksachen wird durch eine Grafikerin übernommen. Der Rest läuft parteiintern und damit unentgeltlich.

Woher kommt das Geld?
50 Prozent von der Partei, 30 Prozent von privaten Spendern und 20 Prozent Beiträge Kandidierender (zusammen etwa 36 660 Franken). Die weiteren 10 000 Franken investiert Beutler selber in ihren Webauftritt.

Wie wird es eingesetzt?
25 Prozent Personalkosten (u. a. für die Betreuung von Freiwilligen), 20–25 Prozent Werbung und Inserate, 40 Prozent Grafik, Fotos, ­Illustration usw., 10–15 Prozent Anlässe, Reserve usw.

Professionelle Hilfe:
Die Organisation des Stadtratswahlkampfs übernimmt das SP-Sekretariat. Zusätzliche Unterstützung gibt es für die technische Programmierung von Beutlers Webauftritt, sie textet und gestaltet diesen selber.

Woher kommt das Geld?
50 Prozent von der Partei, 30 Prozent von privaten Spendern und 20 Prozent Beiträge der drei Kandidierenden.

Wie wird es eingesetzt?
25 Prozent Personalkosten (u. a. für die Betreuung von Freiwilligen), 20–25 Prozent Werbung und Inserate, 40 Prozent Grafik, Fotos, ­Illustration usw., 10–15 Prozent Anlässe, Reserve usw.

Professionelle Hilfe:
Die Organisation des Stadtratswahlkampfs übernimmt das SP-Sekretariat. Christa Meier hat keine weitere professionelle Hilfe.

Woher kommt das Geld?
20 000 Franken von Steiner selber, 5000 Franken von der grünliberalen Partei und 11 600 Franken von privaten Spendern.

Wie wird es eingesetzt?
Plakate/Veloscheiben (8000 Franken), Hauptflyer (5000 Franken), Drucksachen/Giveaways (9300 Franken), Inserate/Wahlbeilagen (9300 Franken), Layout/Gestaltung/Fotografie (2000 Franken), Web/Social Media (3000 Franken)

Professionelle Hilfe:
Professioneller Grafiker, der die GLP zum Teil ehrenamtlich unterstützt.

Woher kommt das Geld?
Ein ­unbekannter Beitrag von Wäckerlin selber, der Grossteil kommt mit Unterstützung durch die Kantonal- und Stadtpartei und durch private Spender zustande.

Wie wird es eingesetzt?
Flyerversand (4000 Franken), Plakate (10 000 Franken), Inserate und Standaktionen (3000 Franken).

Professionelle Hilfe:
Keine. Gemeinderatskandidat David Herzog kreiert die Werbeunterlagen.

Woher kommt das Geld?
Etwa 2000 Franken von Bunjaku selber, etwa 4000 Franken von Spendern.

Wie wird es eingesetzt?
Website, Social Media, Flyer, Plakate usw.

Professionelle Hilfe:
Bunjakus im letzten Jahr gegründete Firma ­Bexeo Business Solutions GmbH betreut die Website, den Rest ­erledigt er persönlich.

Mirko Plüss (Landbote)

Erstellt: 17.01.2018, 17:24 Uhr

Politik

Dieser Wahlkampf ist eine halbe Million wert

Mehr als 500 000 Franken geben die Anwärter im Kampf um einen Sitz im Stadtrat aus. Eine Auflistung der Besonderheiten.

Transparenz: Alle elf Politiker geben mehr oder weniger genau Auskunft über ihre Budgets. «Das Leben bringt immer mal wieder Überraschungen…», sagt SVP-Kandidat Josef Lisibach. Überraschend ist erstens, dass er Transparenz zu seinem Wahlkampfbudget schafft und zweitens, dass er als erster auf ein Umfrage-Mail des «Landboten» geantwortet hat. Die SVP gilt gemeinhin als Transparenz-feindlich, Kandidat Lisibach hat sich nun offenbar über parteiinterne ungeschriebene Regeln hinweggesetzt. Doch auch die Auskunftsfreudigkeit der anderen drei bürgerlichen Vertreter im Stadtrat ist keine Selbstverständlichkeit – im Online-Fragebogen Smartvote sprechen sie sich einhellig gegen die Offenlegung von Kampagnenbudgets aus, und taten es nun doch. Ergänzung: Volle Transparenz gibts nirgends, auch die Linken dröseln ihre «privaten Spenden» nicht auf.Transparenz II: Und noch einmal überrascht die SVP. Die Partei und ihre Kandidaten erhalten stets auch einen Batzen vom Eiger-Club, einem öffentlich wenig bekannten Verein bestehend aus ehemaligen und aktiven SVP-Leuten. Präsidiert wird dieser von Nationalrat Jürg Stahl, Geschäftsführer ist der ehemalige Zürcher Oberrichter Peter Marti. Erstmals legt der Eiger-Club seine Unterstützung offen: Für Lisibach gibts 15 000 Franken, für den Gemeinderatswahlkampf 10 000 Franken. Das Geld des Vereins soll aus Mitgliederbeiträgen stammen.

Der teuerste: Die angegebenen Zahlen sind eine gute Vergleichsmöglichkeit der verschiedenen Budgets, jedoch werden sie leicht unterschiedlich berechnet und bilden bloss den aktuellen Stand ab – eineinhalb Monate vor den Wahlen. Zumindest momentan schwingt eine Frau obenaus: FDP-Stadträtin Barbara Günthard-Maier. Für ihren Wahlkampf hat sie knapp 90 000 Franken zur Verfügung, was man ihren professionell aufgemachten Wahlvideos ansieht. Rund ein Drittel des Geldes zahlt Günthard-Maier selber.

Der günstigste: Er ist ein Polit-Newcomer, hat keine Partei im Rücken und musste im vergangenen Jahr mit einer Internet-Firma Konkurs anmelden: Blerim Bunjakus magere Finanzkraft hat also triftige Gründe. Gerade mal 6000 Franken hat er aktuell für seinen Wahlkampf zur Verfügung. Immerhin kann er gewisse Dienste über seine neu gegründete Internet-Firma abrechnen.

Und der Gemeinderat? Wieviel die Parteien für den gleichzeitig laufenden Gemeinderatswahlkampf ausgeben, wurde nicht im Detail ermittelt. Aus zahlreichen Gesprächen ergibt sich aber eine Faustregel: Für die Parlamentarier steht mindestens gleich viel Geld wie für die jeweiligen Stadträte zur Verfügung.

Profis: Erstaunlich wenige Kandidierende vertrauen auf die Hilfe professioneller Agenturen. Barbara Günthard-Maier hat vieles bei der Firma mediawerk in Auftrag gegeben. Diese ist direkt mit ihrer Freikirche Gemeinde von Christen verbandelt. Viel von Nicolas Galladés Wahlkampf wird von der SP zentral gesteuert, doch Galladé vertraut einmal mehr auf das Können von Severin Toberer. Der Kommunikator verhalf Galladé bereits 2010 und 2014 zu erfolgreichen Wahlen. Josef Lisibach hat erneut die Walliseller AdEA Communications GmbH engagiert, eine kleine Agentur mit drei Mitarbeitern. Lisibach ist der einzige Politiker, den AdEA im Mandatsverhältnis hat. In früheren Jahren arbeitete die Agentur auch mit Jürg Stahl und der blocherschen EMS-Chemie zusammen.

Profis II: Zumindest als Lokal-Profi darf alt-Gemeinderätin Ruth Werren von der FDP bezeichnet werden. Sie taucht in den Winterthurer Medien regelmässig als unermüdliche Aktivistin für den Wildpark Bruderhaus auf. Nun macht sie für Stadtrat Stefan Fritschi den Wahlkampf, und erhält dafür ein «Naturalgeschenk».

Bemerkungen

Die Angaben wurden von den Kandidierenden selber gemacht oder sind recherchiert.

Mehrere Summen wurden von den Kandidierenden geschätzt. Die Freiwilligenarbeit floss nicht in die Tabelle ein.

Die Beträge der SP-Kandidierenden sind ungenau, da die SP mit einem Budget für den gesamten Wahlkampf rechnet. Da Christa Meier auch als Stadtpräsidentin kandidiert, erhält ihr Wahlkampf eher mehr Mittel von der Partei als jener von Beutler und Galladé. Die Kandidierenden bezahlen zudem einen unterschiedlich hohen Anteil an das Gesamtbudget der Partei.

Die vier bürgerlichen Kandidaten erhalten von den Wirtschaftsverbänden 110 000 Franken Unterstützung, die prozentuale Summe ist in den jeweiligen Budgets enthalten.

Datum der Umfrage war der 15. Januar 2018.

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