Das geheime Treffen der Winterthurer Kebabchefs
Kebabbuden in der Altstadt haben ihre Preise abgesprochen. Die Branche, die unter immer grösserer Konkurrenz leidet, ist sich aber keiner Schuld bewusst.

Es war ein milder Herbsttag, als sich vor wenigen Monaten die allermeisten Winterthurer Kebabverkäufer zu einem inoffiziellen Treffen in der Altstadt zusammenfanden. In einem türkischen Lokal an einer viel befahrenen Strasse besprach man die Herausforderungen der Branche: steigende Einkaufspreise und höhere städtische Gebühren. Im Plenum fassten die Unternehmer schliesslich den Entscheid, den Döner Kebab ab dem Jahr 2016 für 10 statt 9 Franken anzubieten. Dies, um die finanzielle Lage vieler Verkäufer wenigstens ein bisschen zu verbessern. Der Fernsehsender Tele Top berichtete kürzlich über die Preiserhöhung.
Diese Geschichte einer klandestinen Preisabsprache unter den Kebabchefs erzählen unabhängig voneinander mehrere Personen aus der Branche, darunter auch Teilnehmer des Treffens. Und sie geben freimütig zu, dass dies nicht zum ersten Mal so geschah. Auch Anfang 2014 stiegen die Kebabpreise in Winterthur, von 8 auf 9 Franken. Diese Erhöhung sei ebenfalls von den meisten Chefs der knapp ein Dutzend Betriebe beschlossen worden. Wer die Treffen jeweils organisierte, ist unklar.