Ärztemangel

Das lange Warten im Kinder-Notfall dürfte bald ein Ende haben

Trotz neuer Kinder-Notfallaufnahme grenzt Winterthur an medizinische Unterversorgung.

Am Bahnhofplatz eröffnet Winterthurs dritte Kinder-Notfallaufnahme. Terminanfragen sind bereits eingegangen.

Am Bahnhofplatz eröffnet Winterthurs dritte Kinder-Notfallaufnahme. Terminanfragen sind bereits eingegangen. Bild: Nathalie Guinand

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit dem Einzug der Kinder-Permanence in den Archhöfen im Jahr 2015 konnte die medizinische Versorgung für Kinder leicht verbessert werden. Dennoch liegt die Versorgungsquote in Winterthur mit einer Ärztin respektive einem Arzt pro 1000 Kindern nach wie vor am unteren Limit. Im Kanton Zürich liegt sie bei 1,2.

Ab dem 6. Mai dürfte sich die Lage bessern, denn die Kinderarzthaus AG eröffnet nach Aarau, Zürich und St. Gallen ihren vierten Standort am Bahnhofplatz 3 in Winterthur. Ihr Schwerpunkt liegt zwar auf der medizinischen Grundversorgung, aber sie bietet auch eine Notfallaufnahme an.

Das neue Angebot wird bei den beiden bestehenden Notfallaufnahmen als sinnvolle Ergänzung taxiert. «In der Kinder- und Jugendmedizin von Konkurrenz zu sprechen, ist völlig unnötig», sagt Katja Berlinger, Geschäftsführerin von Swiss Medi Kids, das die Kinder-Permanence in den Archhöfen sowie weitere Standorte in Zürich und in den Kantonen Luzern und St. Gallen betreibt. Rund 50'000 Patientenkontakte verzeichnet Swiss Medi Kids jährlich. Allein in Winterthur sind es 16'000.

Zukunft mit Teilzeitpensen

Termine bei örtlichen Kinderärztinnen und -ärzten zu bekommen, erweist sich als zunehmend schwierig. Berlinger arbeitet darum in der parlamentarischen Gruppe für Kinder- und Jugendmedizin, welche die Bundesversammlung berät. Die Gruppe engagiert sich dafür, den Kinderarztberuf für junge Medizinerinnen und Mediziner attraktiver zu gestalten. «Er ist bei Frauen sehr beliebt», sagt sie. Dies sei zwar erfreulich, doch das Problem stelle sich bei den Arbeitszeiten, denn junge Ärztinnen – und auch Ärzte – bevorzugten oft Teilzeitpensen. Laut Telefonverzeichnis existieren zwar 50 Kinderärztinnen und -ärzte in Winterthur. «Das klingt nach viel, doch die meisten arbeiten reduziert», so Berlinger. Für jeden pensionierten Kinderarzt braucht es heute mindestens zwei Nachfolger. «Es ist darum begrüssenswert, dass mit dem Kinderarzthaus ein weiterer Grundversorger einzieht.»

Tatsächlich sind im Kinderarzthaus bereits vor Eröffnung Terminanfragen eingegangen, wie dessen Geschäftsführerin Ulrike Brennan erfreut bestätigt. Und sie will die neuen Patienten nicht enttäuschen. «Wir wollen, dass Eltern und Kinder bei uns von einer umfassenden pädiatrischen Behandlung an 365 Tagen im Jahr profitieren, sowohl bei Routinebehandlungen als auch in einem Notfall.»

Spital verlegt Notfallstation

Schnelle Termine und lange Öffnungszeiten sind heute für berufstätige Eltern sehr wichtig. Das Kantonsspital, das jährlich 15'000 Kinder im Notfall behandelt, kann diesem Bedürfnis zurzeit wegen teilweise sehr langer Wartezeiten nicht nachkommen. Das könnte sich ab August ändern, sagt Heiko Sältzer, Chefarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Im Rahmen des Spitalumbaus werde die gesamte Notfall-Landschaft effizienter gestaltet. «Dadurch erwarten wir während der Spitzenzeiten eine Wartezeitreduktion.» Auch werde künftig eine engere Kooperation mit den örtlichen Praxispädiatern gesucht. (Landbote)

Erstellt: 24.04.2019, 18:11 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!