Winterthur

Das Restaurant Fritz Lambada verliert zwei wichtige Köpfe

Nach nur eineinhalb Jahren treten der Küchenchef und die Serviceleiterin des «Fritz» im roten Turm ab. Dabei ist das Restaurant gastronomisch auf Kurs und mit Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.

Die Initianten des «Fritz» im September 2016. Simon Schneeberger und Michèle Reinhardt-Blunier (Mitte) verlassen das Team Ende Januar. Die beiden  Inhaber, Marco Nisoli (links) und Samuel Frey (rechts) suchen einen neuen Küchenchef und eine neue Service-Leitung.

Die Initianten des «Fritz» im September 2016. Simon Schneeberger und Michèle Reinhardt-Blunier (Mitte) verlassen das Team Ende Januar. Die beiden Inhaber, Marco Nisoli (links) und Samuel Frey (rechts) suchen einen neuen Küchenchef und eine neue Service-Leitung. Bild: Archiv/ Nathalie Guinand

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Die Küche im Fritz Lambada trägt eindeutig seine Handschrift: Küchenchef Simon Schneeberger setzte seit der Eröffnung im September 2016 auf saisonale und regionale Produkte und auf solche aus Biolandbau. Schneeberger hat zum Beispiel den Anspruch, dass alles, was im «Fritz» zubereitet wird, aus einem Umkreis von 50 Kilometern kommen und wenn möglich eine Qualität auf dem Niveau des Demeter-Biolabels haben soll. Seine Gerichte gelten als kreativ und oft auch aufwändig und zielen nicht auf den Massengeschmack. Wie die Wertungen in Online-Foren zeigen, gehen die Meinungen der Gäste diametral auseinander: Manche sind begeistert, andrere masslos enttäuscht. Dasselbe gilt für die Naturweine, die hauptsächlich zum Essen serviert werden. Auch sie setzen voraus, dass der Gast offen ist für neue Geschmackserlebnisse.

«Unser Konzept polarisiert, das ist klar», sagt Geschäftsleiter Samuel Frey. «Das hat unsere Arbeit sicher nicht einfach gemacht, dass wir gewisse Leute damit vor den Kopf gestossen haben.» Mit den teilweise harschen Kritiken umzugehen, verlange einem viel ab. «Das Restaurant ist aber stetig besser gelaufen.» Man habe bei der Eröffnung gewusst, dass man sicher drei Jahre durchbeissen müsse, bevor man Bilanz ziehen könne. «Aber wenn jemand nicht mehr mag, gerade in dieser kreativen und aufwändigen Küche, dann bringt es nichts, das durchzuboxen.» Diese letzte Aussage bezieht sich auf Simon Schneeberger, der das Fritz Lambada per Ende Januar verlässt.

Meinungsverschiedenheiten

Schneebergers Abgang sei direkt mit einem zweiten verbunden, sagt Frey. Zuerst habe Serviceleiterin Michèle Reinhardt-Blunier, eine Quereinsteigerin in der Gastronomie, gekündigt, weil sie sich beruflich wieder anders orientieren wollte. Schneeberger habe nach der anstrengenden Startphase gemerkt, dass er nicht mehr die Energie habe, sich mit einer neuen Person einzuspielen. «Das ist sehr schade», sagt Frey.

Auch interne Reibereien habe es gegeben, weil man habe merken müssen, dass es finanziell nicht drinliege, keine Kompromisse einzugehen. Dass man deswegen etwas weniger radikal, weniger dogmatisch sein sollte. «Es ist schwierig, den teilweise sehr preissensitiven Kunden zu erklären, warum ein Menu ohne Fleisch auch einmal gleich viel kostet, wie ein Menu mit Fleisch.» Das alles habe an den Reserven gezehrt. «Aber wir gehen im Frieden auseinander.»

Nach dem Abgang Schneebergers sind ab Februar mit Frey und Marco Nisoli noch zwei der Inhaber und Gründer des Lokals übrig. Für die Küche und die Serviceleitung wird Ersatz gesucht. Die Bewerbungsgespräche seien am Laufen, sagt Frey. Mit dem neuen Chef sei man bereit, das Konzept anzupassen. Zum Beispiel sei die Struktur des Menus nicht zwingend. «Die Küche soll aber weiterhin regional, saisonal und biologisch sein.»

Erstellt: 12.12.2017, 17:59 Uhr

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