Winterthur

Das Tauschhaus will neu anfangen

Vor fünf Tagen brannte das Tauschhäuschen am Merkurplatz vollständig ab. Dass es weitergehen soll, ist für die Betreiber klar. Wie und wo genau noch nicht.

Jetzt erst recht: das Give-and-Take Häuschen soll wiedereröffnet werden.

Jetzt erst recht: das Give-and-Take Häuschen soll wiedereröffnet werden.

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Es dauerte rund zwei Stunden, bis die Einsatzkräfte das Feuer letzten Donnerstag unter Kon­t­rolle gebracht hatten. Danach war vom Give-and-take-Häuschen am Mer­kur­platz hinter der Taverne am Kreuz nur noch ein verkohltes Gerippe übrig. Verbrannt waren auch alle Tauschgegenstände, die die Leute hin­ein­gelegt hatten.

Damit endete nach zweieinhalb Jahren ein Experiment, das die Winterthurer Klimaschutzorganisation Myblueplanet zusammen mit Maag Recycling ins Leben gerufen hatte.

«Wir waren geschockt und sehr enttäuscht»

Unter dem Motto «Schenken und wiederverwenden statt wegwerfen und neu kaufen» konnten die Winterthurer im Häuschen gut erhaltene Gegenstände aller Art wie Bücher, Spielsachen oder Kleider kostenlos deponieren oder abholen. Das Angebot wurde rege genutzt: Rund 100 Besucher hatte das Häuschen laut Myblueplanet jeden Tag.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. «Wir waren zuerst geschockt und sehr enttäuscht», sagt Daniel Lüscher von Myblueplanet. Er gehe aber nicht davon aus, dass die Tat gegen das Projekt gerichtet gewesen sei. «Dafür gibt es keine Indizien.»

Konzept überdenken

Die vielen Reaktionen der Stadtbevölkerung gäben hingegen Hinweise darauf, dass das Projekt funktioniere und die Leute es schätzen. «Daher haben wir entschieden: Jetzt erst recht.» Wie und vor allem­ auch wo das Konzept weitergeführt werden soll, wird sich allerdings erst in den nächsten Wochen zeigen, eine erste Sitzung ist in zwei Tagen angesetzt.

«Wir brauchen nun etwas Glück, dass sich jemand bei uns meldet.»

Der jetzige Standort beim Manor habe zwar gewisse Vorteile. Er sei über Mittag belebt und bei den Leuten mittlerweile bekannt. Auch sei es für die Freiwilligen schnell erreichbar, die am Morgen und Abend jeweils eine halbe Stunde für Ordnung sorgten.

Aber er hatte auch einige Nachteile. Das unbeaufsichtigte Häuschen wurde als Rückzugsort missbraucht, und es sammelte sich relativ viel Ramsch an, den man entsorgen musste. «Das könnte man regulieren, wenn immer jemand vor Ort ist.»

Als Alter­native könnte sich Lüscher daher vorstellen, das Give-and- take-Konzept in einem Geschäft oder einem Restaurant weiterzuführen, das eine Wand zur Verfügung stellt.

«Wir brauchen nun etwas Glück, dass sich jemand bei uns meldet.» Und Myblueplanet ist auf Spenden angewiesen. «Ein Totalverlust war im Budget nicht einkalkuliert.»

(Der Landbote)

Erstellt: 13.08.2018, 21:15 Uhr

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