Kultur

Das Winterthurer Spielzeug-Museum bleibt definitiv geschlossen

2018 machte das Museum Schlagzeilen wegen dem Fund von krebserregenden Stoffen. Die Sanierung hat noch immer nicht begonnen, aber schon jetzt ist klar: Das Museum bleibt für immer zu.

Das Museum zeigte Objekte aus den Jahren 1880 bis 1930 aus Winterthurer Privatbesitz.

Das Museum zeigte Objekte aus den Jahren 1880 bis 1930 aus Winterthurer Privatbesitz. Bild: PD

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Die Meldung der Stadt von Anfang November 2018 sah auf den ersten Blick dramatisch aus: In Gebäuden im Lindengut- oder «Vögeli»-Park wurden die krebserregenden Giftstoffe PCP und Lindan auf Holzbalken entdeckt. Doch eine akute Gefahr bestand offenbar nicht, vorsichtshalber wurde dennoch alles geschlossen. Darunter auch das Winterthurer Spielzeug-Museum, das im sogenannten Kutscherhaus im hinteren Teil des Parks untergebracht war.

Damals hiess es, eine Schadstoffsanierung sei schon für Januar 2019 geplant. Doch daraus wurde nichts, bis heute ist der Zustand des Kutscherhauses offenbar unangetastet. Es liege noch kein Sanierungskonzept vor, bestätigt die städtische Medienstelle. Denn zunächst solle ein Nutzungskonzept für die Liegenschaften auf dem ganzen Lindengut-Areal erarbeitet werden. Auf dessen Grundlage könne dann gezielt saniert werden. Eines steht aber schon fest: «Die Wiedereröffnung des Spielzeugmuseums ist zur Zeit kein Thema.»

Fast keine Besucher mehr

Betrieben wurde das Museum, das seit den 1970er-Jahren existierte, vom Historischen Verein Winterthur. Präsidentin Monika Imhof bestätigt das Aus: «In der bisherigen Form werden wir das Museum jedenfalls nicht weiterbetreiben, das war aber schon vor dem Schadstoff-Fund klar.»

Das Museum habe in den letzten Jahren «fast keine Besucher mehr verzeichnet». Laut Imhof wurde das Konzept in den letzten Jahrzehnten nie modernisiert. Die Öffnungszeiten beschränkten sich in den letzten Jahren auf wenige Stunden pro Woche.

Finanzielle Mittel für neues Konzept fehlen

Ein neues Konzept für ein Spielzeug-Museum wäre laut Imhof nur möglich, wenn man finanzielle Unterstützung von der Stadt oder von Privaten erhielte, man werde dafür aber nicht weibeln. «Unser Verein konzentriert sich mittlerweile auf die zeitgemässe Vermittlung von Geschichte, wie wir das beispielsweise mit ‹museum schaffen› erfolgreich tun», sagt Imhof.

Zu sehen waren im Museum historische Puppenstuben, Puppenläden oder Kinderküchen aber auch Eisenbahnen und Zinnfiguren. Die Objekte aus dem Spielzeug-Museum verbleiben in der Sammlung des Vereins und werden eventuell auch wieder punktuell gezeigt. Sie stammen aus der Zeit von 1880 bis 1930 und sind aus Winterthurer Privatbesitz.

Erstellt: 19.01.2020, 17:04 Uhr

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