Zum Hauptinhalt springen

Das Winterthurer Wimmelbuch ist wunderbar

Der Winterthurer Illustrator Samuel Schuhmacher hat ein Kinderbuch gezeichnet mit lauter lokalen Örtlichkeiten als Schauplätze. Und mit vielen versteckten Geschichten unter den Hunderten herumwuselnder Figuren. Die zu entdecken, macht Spass.

Wo im Schwimmbad Wolfensberg sind der Jogger, der Strassenwischer, die Velopolizistinnen? Lösung am Ende des Texts.Für eine grösser Ansicht, klicken Sie hier.
Wo im Schwimmbad Wolfensberg sind der Jogger, der Strassenwischer, die Velopolizistinnen? Lösung am Ende des Texts.Für eine grösser Ansicht, klicken Sie hier.
PD

Sam Schuhmacher ist 26-jährig und mit Wimmelbüchern aufgewachsen. Ali Mitgutsch, sowas wie der Vater aller Wimmelbilder, und Martin Handford, der Schöpfer der Suchbilderbücher «Wo ist Walter?», gehören zu den Konstanten seiner Kinderjahre. Inzwischen hat Schuhmacher selber ein Studium als Illustrator in Luzern abgeschlossen und sein erstes eigenes Werk dieser Art vorgelegt, das Winterthurer Wimmelbuch. Schuhmacher kennt Winterthur bestens, er ist in Hettlingen aufgewachsen, geht gern an die Musikfestwochen und auf die Schützenwiese, weiss Bescheid übers Technorama, verkehrt in der Altstadt und wohnt inzwischen auch unweit der Schützi.

Der Spass liegt im Detail

Sieben Orte aus der Stadt haben er und die Mitherausgeberin Anita Bättig ausgewählt für das Winterthurer Wimmelbuch, darunter den Bahnhofplatz mit den Bussen, das Schwimmbad Wolfensberg mit seinen Terrassen und das Bruderhaus mit dem Spielplatz. Die Bauten, die diese Orte prägen, hat Schuhmacher recht realitätsnah umgesetzt und dann die jeweilige Szenerie bevölkert mit Dutzenden, ja Hunderten Figuren, die Allerhand Typisches oder Schräges tun. Neben dem Spielplatz schmaucht etwa ein Mann mit Turban seine Wasserpfeife, auf der Schützi macht eine Gruppe Yoga und eine andere rudert in einer Pfütze, und an den Musikfestwochen hören vier beschwipste Mäuschchen auf einem Steibi-Dach mit. Es gibt überall Figuren und Geschichten zu entdecken, wenn man mit Kindern die Bilder anschaut.

«Winterthur soll als Ganzes sichtbar und spürbar sein, aber ohne die kleinen Szenen wäre so ein Buch langweilig.»

Samuel Schuhmacher, Illustrator des Wimmelbuchs

Oder aber man geht gezielt auf die Suche nach dem Dutzend Personen, die hinten auf dem Buch gezeichnet und auf jedem Bild irgendwo versteckt sind: das alte Ehepaar, die beiden Velopolizistinnen, der Strassenwischer oder der Jogger, der mit jedem Bild etwas schlanker wird.

Sam Schuhmacher selber mag es, solche kleinen Geschichten zu zeichnen: «Winterthur soll als Ganzes sichtbar und spürbar sein, doch es braucht die kleinen Szenen. Ohne sie wäre das Buch langweilig», sagt er. Bei der Szenerie Fussballmatch hat er nicht nur Hunderte FCW-Fans auf die Tribünen gestellt, sondern auch auf dem Spielfeld tummeln sich viele Gestalten: ein Grilleur, ein Gärtner, Golfer, Flitzer – verfolgt natürlich von den Velopolizistinnen. «Ich mag diese schrägen Sachen», sagt Schuhmacher, «nur 22 Spieler zu zeichnen, wäre halb so lustig gewesen.» Ideen für weitere Spielorte hätte er noch viele gehabt: Schlittschuhlaufen auf dem Walcheweiher etwa oder das Modellschiff-Schaufahren auf dem Schützenweiher.

Viel Geld schnell gesammelt

Das Buch wird am Donnerstagabend Abend druckfrisch von der Mattenbach AG an einer Vernissage präsentiert; eingeladen dazu sind nicht nur Freunde und Beteiligte, sondern auch Sponsoren und sonstige Geldgeberinnen. Der Landbote konnte vorab ein Blick in das Buch werfen. Per Crowdfunding war innert 60 Tagen das Doppelte der erhofften 15000 Franken zusammengekommen, dann gibt es Hauptsponsoren und kleine Profiteure, die für einen nicht genau bezifferten Betrag irgendwo ihr Firmenlogo finden werden.

Wer befürchtet hatte, es gebe am Schluss eine Werbebroschüre für Winterthur und für ein paar grosse Geldgeber, der wird positiv überrascht. Zum einen ist das Wimmelbuch mit seinen A3-grossen festen Kartonseiten keine Broschüre. Zum zweiten sind die Werbungen dort, wo sie auch in Wirklichkeit sind, also kann man sie auch übersehen (einzig etwas gar viele Bankomaten hats an Orten, wo eigentlich keiner steht). Und zum dritten hat Samuel Schuhmacher eine grosse Arbeit abgeliefert – gezeichnet auf einem kleinen iPad. «Manchmal war es schwer, darauf den Überblick zu behalten», sagt er, «dann ging ich jeweils zum Bahnhof und liess mir im Glashaus eine Seite ausdrucken.»

Vielerorts erhältlich, 35 Franken.

Achtung Spolier alert:

Die gesuchten Figuren befinden sich: Links unten, rechts unten, oben Mitte

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch