Bildung

Denkanstösse nicht nur für die Generation 55+

Am Dienstagabend eröffnet die Volkshochschule Winterthur ihre Saison mit einer Veranstaltung zur Zukunft der ZHAW – eine gute Gelegenheit für einen Ausblick auf das kommende Programm

Hans-Ulrich Munzinger: «Mehr Mitglieder würden die Sicherheit und Tragfähigkeit der Basis verstärken.»

Hans-Ulrich Munzinger: «Mehr Mitglieder würden die Sicherheit und Tragfähigkeit der Basis verstärken.» Bild: Donato Caspari

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Als sich die kantonale Volkshochschule Zürich 2007 restrukturierte, sah es für ihren Winterthurer Ableger nicht gut aus: Aufgrund zu geringer Anmeldungen sollte er kurzerhand geschlossen werden. Diesen Verlust wollten «sieben Aufrechte», wie sie der seit diesem Sommer neu amtierende Präsident Hans-Ulrich Munzinger nennt, nicht auf sich beruhen lassen: Sie gründeten kurzerhand einen Verein, um die Angebote weiterzuführen. Innert kurzer Zeit hat sich so ein unabhängiges Angebot etablieren können, das immer besser laufe.

Die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich unterdessen bei etwa 400 eingependelt; ein paar mehr wünscht man sich allerdings schon: «Sie würden die Sicherheit und Tragfähigkeit der Basis verstärken», sagt Munzinger. Da sich die VHS vorwiegend an die ältere Generation richtet, liege es in der Natur der Sache, dass es immer wieder zu natürlichen Abgängen durch Todesfall komme. Der Jahresbeitrag beträgt bescheidene 50 Franken und er berechtigt zu einer Ermässigung auf die ­– ohnehin schon bescheidenen – Kurspreise von etwa 30 Franken pro Abend.

Nationale und lokale Zugpferde

Inzwischen ist die VHS in ihrer elften Saison angelangt, in der wiederum knapp neunzig Veranstaltungen Denkanstösse zu Themen aus Politik, Gesellschaft, Umwelt, Geschichte, Kunst und Kultur vermitteln werden.

Es stehen auch brisante Themen und bekannte Namen auf dem Kursprogramm, das heuer mit «Welt heute – Welt morgen» betitelt ist. Darunter sind einerseits national bekannte Persönlichkeiten wie etwa die Radiokorrespondenten Casper Selg und Martin Alioth oder Ex-Redaktor Erich Gysling.

«Wir wollen innovativ bleiben und Neues ausprobieren.»Hans-Ulrich Munzinger

Andrerseits treten – ganz bewusst – auch viele lokal verwurzelte Dozentinnen und Dozenten in Erscheinung wie Ex-Rektorin Franziska Widmer Müller, die Historiker Peter Niederhäuser, Andres Betschart und Hans-Peter Bärtschi, Ex-Museumsdirektor Dieter Schwarz oder sein Nachfolger Konrad Bitterli (um nur einige zu nennen). «Die Bereitschaft, bei uns mitzumachen, ist gross», freut sich Munzinger, «Und das, obwohl wir allen dasselbe, nicht gerade opulente Honorar zahlen.»

Nicht nur die eigene Meinung bestätigen

Die Kurse der VHS sind mehrheitlich als einmalige Vorträge gestaltet; nur vereinzelt erstrecken sie sich über zwei, maximal drei Abende. Grund dafür ist die Erfahrung, dass längere Veranstaltungsreihen zu wenig besucht werden. «Wir werten die Belegung jeweils aus und gestalten unser Programm marktgerecht», sagt Ex-Präsident Willi Peter dazu. «Trotzdem wollen wir aber auch innovativ bleiben und Neues ausprobieren.» Dadurch kann auch die Zahl der Kursteilnehmenden einmal schwanken – letzte Saison knapp 1450, im Jahr zuvor über 1900 – doch das nimmt man hin.

Hauptzielgruppe ist die Generation 55+, heute ein wichtiger Teil der Gesellschaft: «Darunter sind viele neugierige Menschen, die sich für aktuelle, gesellschaftliche oder politische Themen und deren Hintergründe interessieren und die auch mal kontroverse Ansichten anhören, ertragen – oder sogar adaptieren», sagt Munzinger. Und Peter doppelt nach: «Sie kommen nicht nur, um ihre eigene Meinung zu bestätigen.» (Landbote)

Erstellt: 24.10.2017, 10:43 Uhr

Veranstaltung

ZHAW heute – ZHAW morgen, mit Reto Schnellmann, Verwaltungsdirektor ZHAW, Di, 24. 10., 19.30 Uhr, ZHAW-Hochschulbibliothek, Turbinenstrasse 2.

Anmeldung: Telefon 079 658 01 36 (Dienstagvormittag)

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