Kultur

Der Esse fehlt noch Kohle für den Umzug

Der Jazzclub Esse-Bar will bald ins Zeughaus ziehen, aber noch fehlt Geld für den Umbau.

Der Jazzclub Esse-Bar muss weg von der Rudolfstrasse.

Der Jazzclub Esse-Bar muss weg von der Rudolfstrasse. Bild: Marc Dahinden

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Tom Schmid ist ein Reisser: Mit immer neuen Sprüchen und sehr wirkungsvoll animiert er jeweils die Gäste im Jazz- und Folk-Club Esse, Geld für die Musiker in die Sammelbüchse zu stecken. Schmids Fähigkeit, die Leute zum Spenden zu bringen, ist jetzt besonders gefragt. Doch diesmal ist er nicht auf Zwanziger- oder Fünfzigernoten aus, sondern auf Tausender, auf zehntausend und hunderttausend Franken.

680000 Franken, diese hohe Umbausumme hat der Architekt berechnet, der für die Planung der neuen Esse zuständig ist. Der jetzige Standort an der Rudolfstrasse muss im Herbst geräumt sein; die SBB brechen das Gebäude ab, sie brauchen den Platz für ihren Bahnhofsumbau. Tom Schmid hat bereits seit längerem einen neuen Ort im Auge, im Zeughaus, der Vorvertrag ist unterschrieben.

Bild: Marc Dahinden

Doch die Zeit drängt, ewig will und kann der Vermieter nicht mehr warten. Und da sind eben auch die 680000 Franken, die für den Umbau am neuen Ort nötig sind, bevor die Bands auf die Bühne dürfen. «Bisher hatten wir quasi ein Dauer-Provisorium, doch im Zeughaus verlangen die Behörden viel: Lüftung, Wärmerückgewinnung, drei getrennte Toiletten...», zählt Schmid auf.

Warten auf die Politik

Weil viele Beteiligte auf ein Honorar verzichten, so Schmid, müsse man nicht die ganze Summe aufbringen: «Aber 200000 Franken fehlen noch immer.» Auch auf die Zusage für Beiträge von Stadt und Kanton (via Lotteriefonds) warte er sehnlichst. Beim Lotteriefonds gilt die Regel, dass nur Geld fliesst, wenn die Standortgemeinde einen Beitrag spricht. Die Stadt will noch diese Woche informieren, heisst es bei der Kulturförderstelle. Seit zwei Jahren unterstützt die Stadt bereits die Konzerte in der Esse jährlich mit 25000 Franken.

Einiges grösser als bisher

Die neue Esse im Zeughaus wird, was nicht überrascht, anders sein als die bisherige, die seit 2005 ein Jazz-Club ist. Die eigentliche Esse, also die Feuerstelle, woran die SBB-Angestellten früher arbeiteten und die dem Club den Namen gab, wird am neuen Ort fehlen, der Name aber bleibt. Der Raum wird grösser sein als der heutige, der zudem recht verwinkelt ist. Man wird künftig von überall her auf die Bühne sehen. Ein Teil des Mobiliars wollen Tom Schmid und Gastrochef Tom Wicki an den neuen Ort mitnehmen; und sie hoffen natürlich, dass auch im Zeughaus wieder eine besondere, wenn auch andere Atmosphäre entsteht.

Das Tom-Tom-Duo ist seit 2012 für den Betrieb verantwortlich, im Hintergrund operiert ein Verein. Am kommenden Samstag, 18. Mai, führt der Verein im Club am jetzigen Ort eine öffentliche Auktion mit Werken von teils namhaften lokalen Kunstschaffenden durch, um die Umbaukasse zu füllen. Besichtigung ab 11, Auktion ab 14 Uhr.

Erstellt: 14.05.2019, 16:50 Uhr

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