Zum Hauptinhalt springen

Der grosse Sammler von Winterthur ist tot

Bruno Stefanini ist heute morgen im Alter von 94 Jahren gestorben. Er war ein Pionier des Baubooms, ein uferloser Sammler und ein Patriot der alten Schule. Zu seiner Heimatstadt Winterthur hatte er zeitlebens ein kompliziertes Verhältnis.

Michael Graf

Zu Bruno Stefanini weiss in Winterthur fast jeder eine Geschichte zu erzählen. Spannend klingen sie alle: die vom Immobilienhai, dem die halbe Stadt gehört und der aus Geiz seine Liegenschaften verlottern lässt. Die vom besessenen Sammler, der märchenhafte Kunstschätze in alten Garagen und Estrichen hortet. Oder die vom verwirrten «Mannli», das in leer stehenden Liegenschaften übernachtet und am Flohmarkt in Kisten nach alten Büchern oder Bildern wühlt.

Bruno Stefanini setzte solcherlei Mythenbildung nichts entgegen. Im Gegenteil: Durch sein beharrliches Schweigen nährte er die Gerüchte. Er lebte in seiner zweiten Lebenshälfte zurückgezogen, mied öffentliche Anlässe. Vor neugierigen Fragen beschützte ihn seine Sekretärin und Vertraute, Dora Bösiger, die seit 1955 für ihn arbeitet. So blieb der millionenschwere Winterthurer für seine Stadt ein Phantom. Doch das hinderte die Winterthurer nicht daran, Stefanini in seinen letzten Jahren neu für sich zu entdecken: Der einstige Geheimniskrämer und «Mieterschreck» wurde plötzlich als Kunstsammler entdeckt und zum Bewahrer von günstigem Wohnraum stilisiert. Doch wer war Bruno Stefanini wirklich?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen