Personalie

Der Stadtbaumeister geht

Nach elf Jahren wechselt Michael Hauser (52) vom städtischen Bauamt in die Privatwirtschaft. Er suche eine neue Herausforderung.

Tritt ab: Michael Hauser.

Tritt ab: Michael Hauser. Bild: Moritz Hager

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«Sehr überrascht» zeigte sich SVP-Bauvorstand Josef Lisibach über den Entschluss von Stadtbaumeister Michael Hauser (52), die Winterthurer Verwaltung zu verlassen. «Unsere Zusammenarbeit war hervorragend.» Umsichtig und mit grossem Sachverstand habe Hauser in seinen elf Jahren in der Verwaltung viele grosse Projekte in Winterthur aufgegleist. «Ich bedauere seinen Abgang sehr», betont Lisibach.

Zwei neue Stadtteile geprägt

Der gelernte Architekt Michael Hauser leitet seit 2007 das Amt für Städtebau, eine Abteilung mit rund 40 Mitarbeitenden die sich um Hochbau, Raum und Verkehr, Beratung und Denkmalpflege kümmert. Sie hatten in diesen elf Jahren einiges zu tun: Die Liste der betreuten Projekte ist schier endlos und reicht von ganzen neuen Stadtquartieren (Sulzer-Areal, Neuhegi) über vier Schulhäuser bis zum neuen Polizeigebäude. «Im letzten Jahr gingen Baugesuche in Höhe von über einer Milliarde Franken über Michael Hausers Tisch», sagt Lisibach.

«Meine innere Uhr sagt mir, es ist Zeit, etwas Neues anzupacken»Michael Hauser, 
Stadtbaumeister Winterthur

«Es war eine Glückszeit», resümiert Hauser seine Zeit in Winterthur. «Es hat sich wahnsinnig viel bewegt. Für einen Architekten ist nichts schlimmer, als wenn Rezession herrscht und sich nichts entwickelt.» Nach elf Jahren habe sich bei ihm aber eine gewisse Routine eingestellt. «Meine innere Uhr sagt mir, es ist Zeit, etwas Neues anzupacken.» Elf Jahre sei wohl sein «Takt», gleich lang hatte er zuvor in Zürich beim Hochbauamt gearbeitet.

Zweiter hochrangiger Abgang

Es ist der zweite gewichtige Abgang beim Amt für Städtebau innert weniger Monate. Im September wurde bekannt, dass die Winterthurer Vize-Chefin, Katrin Gügler, neue Stadtbaumeisterin von Zürich wird. «Dass die beiden Abgänge zusammenfallen, ist definitiv ein Zufall», sagt Lisibach. «Gügler war zufrieden in Winterthur. Aber in der grössten Schweizer Stadt Chefin zu werden, war für sie einfach ein toller Karrieresprung.»

«Sparen war nicht der Grund»

Auch Hauser selbst lobt die Zusammenarbeit mit Lisibach, die «sehr gut» gewesen sei. «Er hat immer eine klare Haltung, aber hört seinen Mitarbeitern gut zu.» Auch die Sparpakete, welche Hausers Amt für Städtebau stark getroffen haben, hätten nichts mit seinem Entscheid zu tun. «Dass die Ressourcen in der Verwaltung beschränkt sind, ist ein Fakt. Das macht mir nicht so viel aus.»

«Ich mache jedenfalls keine Weltreise»Michael Hauser

Noch bis Ende Mai läuft Hausers Arbeitsvertrag. Für die Zeit danach plant er im Bausektor zu bleiben und Aufträge von privaten oder Gemeinden anzunehmen. «Ich mache jedenfalls keine Weltreise oder eröffne ein Restaurant», scherzt er. Seine Stelle wird in nächster Zeit öffentlich ausgeschrieben, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung und lobt seine Verdienste. Unter Hauser habe sich das Amt für Städtebau zu einem «modernen, professionellen und kundenorientierten Amt» entwickelt. (mig)

Erstellt: 07.12.2016, 17:55 Uhr

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