Winterthur

Der Stadtpolizei fehlt Personal

Die Stadtpolizei hat im letzten Jahr 14 Polizistinnen und Polizisten weniger beschäftigt, als der Stellenplan vorsieht. Es fehlte ihr das ausgebildete Personal. Jetzt will die Führung mehr Nachwuchs fördern.

Die Stadtpolizei braucht mehr Personal, doch die Suche erweist sich als schwierig.

Die Stadtpolizei braucht mehr Personal, doch die Suche erweist sich als schwierig. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Jeden 18. Polizisten in der Stadt gibt es nicht. Das ist, pointiert gesagt, der Schluss, den man aus der kürzlich veröffentlichten Jahresrechnung der Stadt ziehen muss.

Von den 252 Vollzeitstellen, welche die Stadtpolizei 2018 zur Verfügung hatte, konnte sie bloss 238 besetzen. Der Personalmangel betrifft sowohl die zivilen Polizisten wie auch die APV-Stellen, also vereidigte Polizisten, die eine Waffe tragen dürfen.

Der Befund ist pikant. Vor sieben Jahren hatte die Bevölkerung an der Urne einen Ausbau der Stadtpolizei beschlossen. In den Sparjahren, die folgten, wurde der Stellenaufbau dann aber mehrfach aufgeschoben. Und jetzt, da die Polizei mehr Ressourcen hätte, gelingt es ihr nicht, diese auszuschöpfen.

«Die Stimmung ist zu schlecht, als dass die Leute ihre Kollegen mitbringen würden. Das ist ein Alarmzeichen.»

Die SVP, die den Polizeiausbau mit einer Initiative angestossen hatte, ist darüber unzufrieden. Die Situation sei vielschichtig, sagt Gemeinderat Daniel Oswald. «Dass die Stellen nicht besetzt sind, hat aber auch mit Versäumnissen zu tun.» In den letzten Jahren habe die Polizei die Führung ausgebaut, mit dem Ergebnis, dass an der Front umso mehr die Ressourcen fehlten. Ein Mittel der Rekrutierung, dass Mitarbeitende Mitarbeiter anwerben, fällt laut Oswald weg. «Die Stimmung ist zu schlecht, als dass die Leute ihre Kollegen mitbringen würden. Das ist ein Alarmzeichen.»

Der Polizeibeamtenverband teilt den Befund. «Die Jobattraktivität hat auf Grund der verschlechterten Lohnsituation und wegen der Umstrukturierungen stark gelitten», schreibt er auf Anfrage. Auch die Pensionskassen-Problematik wirke sich nachteilig auf die Rekrutierung aus.

Die SP sieht es entspannt

Die SP hingegen sieht kein akutes Problem. Gemeinderätin Beatrice Helbling sagt, wichtiger als die Zahl der Polizisten sei es, diese richtig einzusetzen. Das sei mit dem Sicherheitskonzept gegeben. «Es überzeugt mich, dass es heute zum Beispiel eine Brückenbauerin und einen Brückenbauer bei der Stadtpolizei gibt. Weniger wichtig finde ich, ob der Stellenaufbau 2020 oder 2022 umgesetzt wird.»

Polizeivorsteherin Barbara Günthard (FDP) sagt, die Stadtpolizei habe inzwischen auf die Personalsituation reagiert und die Rekrutierung ausgebaut. Bis Ende 2020 will sie die Vakanzen auf drei bis vier Vollzeitstellen reduziert haben. (Der Landbote)

Erstellt: 17.04.2019, 18:21 Uhr

Artikel zum Thema

Normalisierung im Polizei-Kader verursacht zusätzliche Kosten

Stadtpolizei Bald sind bei der Stapo wieder alle Führungsposten besetzt. Nach dem Ausbau an der Front soll nun auch im Büro aufgestockt werden. Mehr...

Krisenmodus am Obertor 17

Stadtpolizei Krankheitserscheinungen bei den Polizeichefs führen nun zu Kaderabgängen. Der Kommandant bleibt im Amt, doch auch er brauchte im Sommer zwei Monate lang Ruhe von der Arbeit. Eine Reorganisation soll nun retten, was zu retten ist. Mehr...

Parteien stellen sich hinter Stadtpolizei

Winterthur Mit viel Verständnis reagieren die Parteienauf die Krankheits- und Kündigungswelle im Polizeikader. Sie verweisen auf die Sparprogramme. «Das kann auch die restliche Verwaltung treffen», mahnen die Grünen. Kritik übt nur die SP. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben