Winterthur

«Der Stadtrat verscherbelt Volksvermögen»

Die SP verurteilt den geplanten Verkauf von zwei städtischen Grundstücken an die Firma Stella Vitalis scharf. Sie will das Vorhaben im Parlament unterbinden.

Die Firma Stella Vitalis betreibt in Deutschland bereits 17 Pflegezentren. Dass die Stadt Winterthur nun Grundstücke an diese Firma verkaufen will, stösst der SP sauer auf.

Die Firma Stella Vitalis betreibt in Deutschland bereits 17 Pflegezentren. Dass die Stadt Winterthur nun Grundstücke an diese Firma verkaufen will, stösst der SP sauer auf. Bild: Screenshot

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Der bürgerliche Stadtrat mache «den Bückling vor einer fragwürdigen Immobiliengesellschaft» und verscherble «Volksvermögen an bester Lage». Mit diesen Worten kommentiert die SP in einer am Mittwoch verschickten Mitteilung die Pläne des Stadtrates, für 15 Millionen Franken je ein Grundstück an der Zeughaus- und an der Wydenstrasse zu veräussern.

Käuferin wäre die Firma Stella Vitalis Real Estate AG. Unter der Marke Stella Vitalis werden in Deutschland bereits 17 Pflegezentren betrieben. Die Firma will an beiden Standorten in Winterthur Alterswohnungen erstellen sowie in Wülflingen auch ein Demenzheim. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) versicherte letzte Woche, er habe die Investoren kennen gelernt und einen guten Eindruck gewonnen. Bei der SP aber traut man der Sache nicht. An der Mitgliederversammlung am Dienstag wurde der geplante Landverkauf heftig diskutiert. Dabei sieht die SP nicht nur den potenziellen Käufer kritisch. Sie lehnt den Verkauf von öffentlichem Land ganz generell ab.

Eine Motion, die fordert, städtisches Land nur noch im Baurecht abzugeben, wurde vom Gemeinderat überwiesen. Wird das Vorhaben umgesetzt, behält die Öffentlichkeit in der Stadtentwicklung ihre Spielräume, ist die SP überzeugt. Zudem spüle der Baurechtszins jedes Jahr Geld in die Kassen.

Es geht ohne Landverkauf

Zwar wolle auch die SP altersgerechtes Wohnen, schreibt die Partei in ihrer Mitteilung weiter, aber erst brauche es eine Bedarfsabklärung. Verschiedene Genossenschaften hätten vorgemacht, dass solche Projekte auch ohne Landverkauf und Profitdenken möglich seien. (mcl)

Erstellt: 31.01.2018, 16:33 Uhr

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