Bibliothek

Der ungeliebte Bücherautomat

Die ZHAW-Bibliothek hat eine schweizweit einzigartige 24-Stunden-Ausleihe. Benutzt wird sie kaum.

Studi-Ausweis ranhalten, Bücher erhalten, auch in Nachtstunden: Der LibDispenser.

Studi-Ausweis ranhalten, Bücher erhalten, auch in Nachtstunden: Der LibDispenser. Bild: mig

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Als die ZHAW vor knapp fünf Jahren ihre neue Hauptbibliothek in der alten Sulzer-Halle eröffnete, hatte sie eine kleine Schweiz-Premiere eingebaut. Der «LibDispenser» ist die landesweit einzige Selbstabholstation für Bücher und andere Medien. Der grosse, weisse Schrank mit dem Bancomat-artigen Terminal steht im Eingangsbereich des Bibliotheksgebäudes, zu dem die Studierenden mit ihrer ZHAW-Karte 24 Stunden am Tag Zutritt haben. Mit der gleichen Karte erkennt der LibDispenser die Benutzerin oder den Benutzer und gibt ihnen per Förderband die Medien heraus, die sie zuvor über den Internetkatalog reserviert hatten. Auch wenn sie erst spätnachts oder am Wochenende Zeit haben, bei der Bibliothek vorbeizuschauen.

Tote Hose am Sonntag

Eine praktische Sache, könnte man meinen. Tatsächlich zeigt die Auswertung der Benutzungszahlen ein «eher ernüchterndes Bild», wie die ZHAW in einem Blog-Post auf ihrer Website festhält. Unter der Woche, während der normalen Öffnungszeiten, werden zwar bis zu 70 Ausleihen pro Stunde verzeichnet. Doch am Wochenende und nachts brechen die Zahlen regelrecht ein. Die Ausleihen an einem Sonntag lassen sich an zwei Händen abzählen.

Selbstrückgabe viel beliebter

Bemerkenswert ist das vor allem, wenn man den LibDispenser mit seinem Gegenstück vergleicht, der automatischen Bücherrückgabe. Dort werden auch am Sonntagnachmittag teils über 50 Medien pro Stunde eingeworfen. Generell sind die Zahlen etwa fünf- bis zehnmal höher. Der ZHAW-Blog spekuliert launig über die Gründe: «Ist das Retournieren der Medien beliebter, da es, psychologisch gesehen, die entlastende Tätigkeit ist? Oder entfalten die Mahngebühren zu allen Wochen- und Tageszeiten eine förderliche Wirkung?»

Auch andere Zahlen wertete die ZHAW aus. So ging die Zahl der Ausleihen seit der Eröffnung um circa 20 Prozent zurück, Digitalisierung sei Dank. Die Bibliothek bleibt beliebt, aber vor allem als Lernort. Die Zahl der Benutzer stieg im Beobachtungszeitraum stetig, um ca. 50 Prozent.

Erstellt: 24.01.2020, 08:19 Uhr

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