Winterthur

Der Wildpark erhält einen Neubau und baut den Tierschutz aus

Der Wildpark Bruderhaus realisiert ein Tierschutz-Kompetenzzentrum. Bezahlt wird es von einer Stiftung aus Aarau.

Das geplante Kompetenzzentrum im Wildpark Bruderhaus.

Das geplante Kompetenzzentrum im Wildpark Bruderhaus. Bild: pd

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Metzger und Pferdesportler sind heute schon im Wildpark Bruderhaus unterwegs. Zusammen mit anderen Besucherinnen und Besuchern gehen sie auf dem Eschenberg den Gehegen entlang, sehen den Wildschweinen beim Wühlen zu, suchen zwischen den Bäumen nach Wölfen und hören die Przewalski-Pferde schnauben.

Das Wohl der Tiere ist dem Wildpark wichtig. Nun soll das Thema Tierschutz noch wichtiger werden. Bis im Frühsommer 2021 wird dafür beim Bruderhaus ein Neubau bereit stehen.

Das Kompetenzzentrum Kompanima will darin Kurse und Weiterbildungen anbieten zu Themen rund um den Schutz und die Haltung von Tieren. Angesprochen sind neben Metzgern und Pferdesportlern auch Hundehalterinnen und Tierärzte. Kompanima kommt wegen den Wildtieren nach Winterthur, den Vorfahren der heutigen Haustiere. Im Rahmen ihrer Kurse werden die Teilnehmer Wildschweine, Wölfe und Wildpferde beobachten und ihr Verhalten erforschen.

Mieten ist günstiger

Der Neubau neben dem Restaurant werde «gegen fünf Millionen Franken» kosten, sagt Kompanima-Geschäftsleiter Bernhard Trachsel. Das Gebäude wird 34 Meter lang und 10 Meter hoch und an die bestehende Scheune angebaut. Ein kleineres Gebäude, in dem bisher Werkstätten und Büros untergebracht waren, wird abgebrochen. Nach Abschluss der Arbeiten zieht Kompanima in den Obergeschossen des Neubaus ein, im Erdgeschoss werden die Betriebsräume des Wildparks sowie eine Toilettenanlage untergebracht.

«Alles soll so
bleiben wie es ist.»
Bernhard Trachsel
Geschäftsleiter Kompanima

Bezahlt werden Bau und Betrieb des Tierschutz-Schulungszentrums von der Haldimann-Stiftung mit Sitz in Aarau. Diese fördert Projekte, die Tieren zugute kommen und finanziert auch Kompanima. Das Land für den Neubau stellt die Stadt zur Verfügung, im Baurecht für 60 Jahre und einen Baurechtszins von 4000 Franken pro Jahr.

Die Räume im Erdgeschoss mietet die Stadt zurück, für 30000 Franken jährlich. Was zuerst Blick wie ein schlechter Deal aussieht, ist eine bereits 2014 ins Auge gefasste Sparmassnahme. «Der Wildpark mietet sich ein, anstatt die dringend sanierungsbedürftigen Betriebsräumlichkeiten selber neu zu bauen», sagt Stadtrat Stefan Fritschi. Statt von der Stadt werden die Investitionskosten von der Haldimann-Stiftung bezahlt und abgeschrieben.

Stadtgrün pflegt weiter

Ihr Engagement begründet die Haldimann-Stiftung mit dem Umfeld, das zu ihren Zielen passe. Vom Schulungszentrum würden beide Seiten profitieren, der Wildpark und Kompanima. Die Aargauer Stiftung, die über ihr Vermögen keine Auskunft gibt, will den Wildpark langfristig unterstützen.

Dafür wird demnächst eine weitere Stiftung gegründet, die Bruderhaus-Stiftung. Auch deren Kapital von 500000 Franken stammt von der Haldimann-Stiftung, die jährlich weitere 100 000 Franken überweisen will. Das Geld steht für den Betrieb des Wildparks zur Verfügung und für grössere Investitionen wie neue Gehege.

Mit dem Betrieb des Wildparks hat die neue Bruderhaus-Stiftung nicht direkt zu tun. Auch zum Wildparkverein, der den Wildpark unterstützt und fördert, bestehe kein Konkurrenzverhältnis, sagt Trachsel. «Es soll alles so weitergehen wie bisher.» Für den Betrieb sei weiterhin die Stadt verantwortlich, sagt Werkvorstand Fritschi. «Eine Übernahme durch die Stiftung ist kein Thema.» Tiere und Anlagen werde weiter Stadtgrün pflegen. «Die neue Bruderhaus-Stiftung hat lediglich den Zweck, den Wildpark in seiner Entwicklung fachlich und finanziell zu unterstützen.»

In den nächsten Wochen werden beim Bruderhaus Container aufgestellt, als Provisorium für die Werkstätten und Büros des Wildparks. Voraussichtlich im März wird dann der Spatenstich für den Neubau erfolgen.

Erstellt: 24.01.2020, 16:58 Uhr

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