Winterthur

Schwangere und Kleinkind retteten sich aus brennendem Dachstock

In einem Mehrfamilienhaus am Oberen Deutweg brannte am Donnerstagvormittag eine Scheune und der Dachstock des Wohnhauses aus. Eine hochschwangere Frau und ihr Kind konnten sich gerade noch retten.

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Es ist der zweite Brand innert Monatsfrist, bei dem die Feuerwehr mit einem Grossaufgebot ausrücken musste. Wie in der Neustadt an der General-Guisan-Strasse vor vier Wochen, brannte ein Dachstock eines älteren Wohnhauses komplett aus. Diesmal am Oberen Deutweg 27, keine hundert Meter von der Sportanlage Deutweg entfernt. Kurz vor 10 Uhr war bei der Feuerwehr ein Alarm eingegangen, die mit mehreren Löschfahrzeugen ausgerückt war. Knapp zwei Stunden später, gegen 12 Uhr, stiegen nach wie vor dicke Rauchschwaden aus dem völlig verkohlten rund zwanzig Meter langen Dachstock. Feuerwehrmänner schlugen sich von der Feuerwehrleiter aus übers Dach Zugänge zu den Glutnestern frei und löschten mit dem Schlauch immer wieder nach. Vier Mann zogen beim Einsatz sich leichte Verbrennungen zu und wurden vor Ort medizinisch versorgt.

Video: hit

Von der Scheune aufs Haus

Die Brandursache ist ungeklärt. Laut Kantonspolizei ist davon auszugehen, dass das Feuer in der angebauten Scheune (siehe grosses Bild) ausgebrochen ist und von dort aus auf den Dachstock des dreistöckigen Wohnhauses übergriff, wo insgesamt drei Parteien eingemietet sind. Prekär wurde es folglich in der Dachwohnung, wo eine junge Familie wohnte. Die hochschwangere Frau – einen Monat vor dem Geburtstermin – und ihre zweieinhalbjährige Tochter konnten rechtzeitig über das Treppenhaus flüchten. Im Spital wurde die Mutter danach kurz untersucht.

Ihr Mann, der im Glatttal einen Import-Export-Vertrieb für Kaffee und Kaffeemaschinen betreibt, erfuhr laut einem Geschäftspartner beim Kundengespräch vom Fiasko. Es sei dies die zweite Hiobsbotschaft innert Tagen gewesen: «Vor einer Woche hatte er auf der Autobahn einen Auffahrunfall – Totalschaden.» Jetzt stehe er ohne Wohnung und Lieferwagen da.

Karte: Google Maps

Wie weiter bei den Warriors?

Zu den Geschädigten gehören auch drei Sportclubs, die einen Teil ihres Materials in der Scheune gelagert hatten, unter anderem auch die American Footballer der Winterthur Warriors. «Wir hatten dort so ziemlich alles verstaut, was man für einen Spieltag so braucht: Tore, Trikots, Downmarker, Anzeigetafel, Zelte, Kühlschränke et cetera...», sagt der Kommunikationverantwortliche Manuel Aeberli. Er gehe davon aus, dass man sämtliches Material abschreiben müsse. Denn, das bestätigt auch die Kapo, der Anbau brannte praktisch völlig aus. Versichert seien die Warriors zwar, sagt Aeberli. Aber es werde schwierig, so viel Material innert nützlicher Frist wieder aufzutreiben. Torstangen beispielsweise müsse man in Deutschland bestellen. Besonders bitter sei zudem, dass man just für diese Saison neue Trikotsätze gekauft habe.

Diesen Sonntag starten die U16-Junioren auswärts gegen die Lions aus Luzern. Gut möglich, dass die Warriors dort mit geliehenen Shirts in den Farben eines Gegners auflaufen. «Besser als gar nicht», findet Aeberli.

Notunterkunft gefunden

Derzeit geht die Kantonspolizei von einem Gesamtschaden von mehreren hunderttausend Franken aus. Die einsturzgefährdete Scheune des einstigen Bauernhauses wurde am Donnerstagnachmittag bereits abgerissen. Scheune und Wohnhaus sind seit fast hundert Jahren im Besitz der Stadt Winterthur. Wegen der Brand- und Wasserschäden sind die drei Wohnungen vorläufig unbewohnbar. «Zusammen mit der Gebäudeversicherung werden wir prüfen, ob wir nicht sogar alles abreissen müssen», sagt Erich Dürig, der Leiter Immobilien der Stadt.

Als Notunterkunft für die ersten Nächte stünde für die Betroffenen die Mehrzweckanlage Teuchelweiher bereit.

Erstellt: 17.08.2017, 18:06 Uhr

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