Auftakt

Die ambitionierte Mittepartei

Mit einer Velotour und Suppe hat die GLP am Samstag den Auftakt zu den Gemeinderatswahlen zelebriert. Die Partei, die im Rat oft über Mehrheiten entscheidet, will einen Sitz zulegen.

Zum Auftakt der Gemeinderatswahlen radelte die GLP durch Winterthur.

Zum Auftakt der Gemeinderatswahlen radelte die GLP durch Winterthur. Bild: pd

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«Hört doch mal mit dieser Polarisierung auf und rückt in der Mitte etwas zusammen!» – Urs Glättli, Gemeinderat und Wahlkampfleiter der GLP, ist beim Gruppenbild mit den Kandidierenden seiner Partei zum Scherzen aufgelegt. Es ist Samstagmittag, kurz bevor am Lauberhorn die Abfahrt losgeht. Während die halbe Schweiz vor den TV-Bildschirmen sitzt, haben sich die Grünliberalen am Graben versammelt, um den Auftakt zur Gemeinderatswahl zu begehen. Nach einer Velotour gibts Suppe im Becher. Die Stimmung ist trotz Kälte ausgelassen.

Grosse Entscheidungsmacht

Die Mitte ist im Selbstverständnis der GLP weder eine hohle Formel noch ein Indiz für das Fehlen eines klaren Profils, wie der Partei gerne vorgehalten wird, sondern ihre politische Heimat. Sie sieht sich als «unabhängige und bestimmende Mittepartei in einer Winterthurer Politlandschaft mit polarisierenden Allianzen». Co-Präsident Beat Meier sagt, die GLP deblockiere den politischen Prozess. Es sei, wie wenn man aufs offene Meer wolle: «Man muss durch die Welle durchtauchen.»

Im Stadtparlament ist die GLP mit 7 Sitzen die drittstärkste Kraft (ex aequo mit der FDP), bestimmt zwischen den ziemlich geschlossen agierenden Blöcken links und rechts aber in vielen Dossiers die Richtung. In Finanzfragen stimmt sie mit den Bürgerlichen fürs Sparen, in der Ökologie, im Verkehr und bei der Gleichberechtigung mit der Linken. Diese Rolle wird die GLP mit hoher Wahrscheinlichkeit beibehalten, wenn es nicht zu gar groben Umwälzungen der Mehrheitsverhältnisse kommt. Trotzdem tritt die GLP ambitioniert auf, mit dem Ziel, die Zahl der Sitze um einen zu verbessern. Spitzenkandidatin Annetta Steiner bewirbt sich ausserdem um den Stadtrat und das Präsidium.

Die Liste 4 ist in Geschlechterhinsicht ausgeglichen: Nach Steiner folgen die Bisherigen Katrin Cometta-Müller, Martin Zehnder, Silvia Gygax-Matter, Markus Nater und Urs Glättli. Rahel Comfort tritt nicht mehr an. Auf den besten Plätzen als Neue ins Rennen gehen der Ingenieur Samuel Kocher und die Rechtsanwältin Monica Della Vedova Mumenthaler, die im Kreis Töss-Stadt in der Schulpflege sitzt.

«Miteinander Chancen packen» lautet der Wahlslogan der GLP. Wie der Wahlkampfauftakt zeigte, funktioniert dieses Miteinander zumindest nach innen schon einmal gut. (mcl)

Erstellt: 15.01.2018, 08:31 Uhr

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