Wirtschaft

Die Auftragsbücher der Industriefirmen sind voll

Viele Exportfirmen in der Region Winterthur schauen auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Aber auch das laufende Jahr stimmt sie optimistisch. Dennoch halten sich manche Firmen mitInvestitionen noch zurück.

Das Anziehen der Weltkonjunktur tut auch den Unternehmen der Region gut, wie beispielsweise der Maschinenfabrik Renk-Maag in Oberi.

Das Anziehen der Weltkonjunktur tut auch den Unternehmen der Region gut, wie beispielsweise der Maschinenfabrik Renk-Maag in Oberi. Bild: pd

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Der Wirtschaftsmotor brummt. Auch im Raum Winterthur. «Bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2017 gewann die Wirtschaft deutlich an Schwung», sagt Ralph ­Peterli, Geschäftsführer der Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur. Diese Einschätzung teilt auch Christian Wertli, Präsident der Indus­trie-Vereinigung Weinland.

«Das robuste Wirtschaftswachstum dürfte sich in Winterthur im laufenden Jahr fortsetzen.»Ralph Peterli,
Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur

Als Gründe für den Aufschwung in der Region nennen beide insbesondere das Anziehen der Weltkonjunktur – und die Erholung des Eurokurses. Wertli glaubt, dass die Euro-Stabilisierung auch 2018 mit dazu beitragen wird, «einen gewissen Druck von der Exportwirtschaft zu nehmen». Er hofft, dass sich der Euro bei 1.20 Franken einpendeln wird.«Die Zeichen stehen auch im neuen Jahr auf Erholung», sagt Peterli.

«Das robuste Wirtschaftswachstum dürfte sich in Winterthur im laufenden Jahr fortsetzen.» Wirtschaftliche Veränderungen könnten sich aber sehr schnell ergeben. «Die Si­tuation bleibt in diesem Sinne für etliche Unternehmen fragil und muss mit entsprechendem Weitblick beurteilt werden», sagt Peterli.

Wertli spürt denn auch, dass viele Firmen trotz steigender Umsätze punkto Neuinvestitionen eher zurückhaltend sind. Das rühre wohl auch daher, dass seit der Finanzkrise manche Manager verunsichert seien. «Sie fragen sich, ob es nicht doch wieder zum Platzen einer Blase kommen könnte, was dann erneut massive Folgen für die Realwirtschaft hätte», sagt Wertli.

Kistler wächst rasant

Unabhängig davon, können sich die Bilanzergebnisse 2017 und die Auftragsbestände 2018 bei vielen regionalen und lokalen Exportfirmen absolut sehen lassen. Die Kistler Gruppe in Wülflingen verzeichnete 2017 ein Umsatzwachstum von 18 Prozent auf 422 Millionen Franken, wie Kistler-Chef Rolf Sonderegger erklärt. Und auch das laufende Jahr beginnt für den Sensorenhersteller vielversprechend.

«Unsere Auftragsbücher sind durch einen kontinuierlichen Bestellfluss gut gefüllt»Rolf Sonderegger
Kistler-Chef

«Unsere Auftragsbücher sind durch einen kontinuierlichen Bestellfluss gut gefüllt, was uns zuversichtlich auf ein weiteres Jahr mit hohen Wachstumsraten blicken lässt.» Eine entspannte Währungssituation sei da natürlich von Vorteil, sagt Sonderegger, «wobei die ­hohe Dynamik in der Automobilindustrie für uns eine wesentlichere Rolle gespielt hat».

«Kräftig zugelegt»

Auch für das Andelfinger Unternehmen UT99 AG verlief das ­vergangene Jahr aussergewöhnlich positiv. Der Filterspezialist, der unter anderem auch Filterfür Diesel- und Gasmotoren in Kreuzfahrtschiffen entwickelt und produziert, hat nach eigenen Angaben 2017 sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang «kräftig zugelegt». Aber auch im laufenden Jahr seien die Auftragsbücher «sehr gut gefüllt».

Die Maschinenfabrik Renk-Maag in Oberi, welche unter anderem Getriebe für Schiffe produziert, hat genauso wenig einen Grund zur Klage. «Das Anziehen der Weltkonjunktur hat wieder zu einer guten Erholung der Auftragseingänge im Jahr 2017 geführt», sagt Geschäftsführer Thomas Fritschi. Man habe insbesondere von einer stärkeren Inves­titionstätigkeit in China profitiert. Zudem führe der starke Euro zu einer Erholung der Margen. «Diese liegen jedoch noch immer tiefer als vor dem Frankenschock.» Der Auftragsbestand sei zum Jahresanfang ausser­gewöhnlich hoch, sagt Fritschi. «Wir erwarten aber eine Normalisierung im Laufe des Jahres.»

Die Fluitec AG in Neftenbach konnte die verstärkte Nachfrage nach ihren Hightech-Reaktoren im vergangenen Jahr nur durch zusätzliches Personal meistern (sechs neu geschaffene Arbeitsstellen). Im Vergleich zu 2016 wurden im letzten Jahr ein Vier-tel mehr Bestellungen registriert. «Wir gehen aktuell davon aus, dass wir das Niveau aus dem Jahr 2017 auch im laufenden Jahr halten können», sagt Geschäftsführer Daniel Altenburger.

«Bereits vor zwei bis drei Jahren haben wir gespürt, dass wir als Schweizer Apparatebauer nur dann erfolgreich bleiben können, wenn wir die Produktivität steigern, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen.» Sehr wichtig sei es aber auch, immer wieder «neue und innovative Produkte zu entwickeln».

Erstellt: 24.01.2018, 12:11 Uhr

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