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Die besten Guetsli gibts beim Holzofe-Beck

Beim Probieren auf der Redaktion schneiden die Weihnachtsguetsli der Winterthurer Bäckereien unterschiedlich gut ab – doch allesamt besser als die Konkurrenz von Migros und Coop. Positive Überraschung: die butterlosen Guetsli aus dem Veganerladen.

Platz 1: Bestnoten trotz ­überzuckerter Zimtsterne

Holzofe-Beck, Marktgasse 51 – Guetslimischung

5.20 Fr./100 g (390 g = 20.30 Fr.)

Der Holzofe-Beck verkauft die selbst gebackenen Guetsli offen und als abgepackte Mischungen in mittleren und grossen Tüten. Wir empfehlen: Hier sollte man sich Mailänderli abfüllen lassen – Best­note im Test – oder auch Brunsli (ebenfalls mit dem Prädikat «gut»). Die Zimtsterne dagegen fallen in der Bewertung etwas ab («genügend»). Mit rund fünf Franken pro 100 Gramm ist das Gebäck vom Beck nicht das günstigste, aber auch nicht das teuerste im Test.

Das Aussehen verrät, dass die Guetsli wirklich selbst gemacht sind: Die Formen sind nicht perfekt geometrisch. Auffällig auch: Das Brunsli kommt ohne die verbreiteten Back­rillen aus. Beim Zimtstern bemängelt die Jury die flache und glanzlose Glasur. Die inneren Werte: Das Mailänderli punktet mit dem weichen, milden Teig – Kritiker bemängeln die wohl eher kurze Backzeit. Das Brunsli ist weich, nussig und nicht zu süss. Beim Zimtstern sorgt die Über­zuckerung für Abzüge. (anb/gu)

Platz 2: Veganerguetsli verspielen den Sieg beim Mailänderli

Tofulino, Holderplatz 3 – vegane Guetsli

7.80 Fr./100 g (235 g = 18.30 Fr.)

Auch Guetsli ohne Butter und Ei können munden – dies beweist die gute Klassierung des veganen Gebäcks aus dem Tofu­lino. Die nachhaltigen Guetsli hätten gar den Sieg davongetragen, wenn die Mailänderli nicht so stark abgefallen wären. Gebacken werden die Guetsli von der Bäckerei Riboli am Obertor. Eiweiss wird durch ein Produkt aus Mais-, Erbsen- und Kartoffelstärke ersetzt, Butter durch eine spezielle Margarine aus Kokosfett und Rapsöl.

Im Test erhält sowohl der Zimtstern Bestnoten als auch das Brunsli – «perfekte Konsistenz mit Schokolade- und Nussnote», «nicht zu süss». Beim Zimtstern wird gelobt, dass der Zuckergehalt den Geschmack nicht überdeckt: «Ein Guets­li mit Charakter, kein Einheitsbrei.» Dem Mailänderli schaden der schwache Geschmack und die pappige Konsistenz («wie Madeleine, nur schlechter»). Auch äusserlich fällt das Mai­­­län­derli auf: Es ist ungewöhnlich dick und viel gelber als gewohnt – «komisches Zitronengelb», umschreibt es ein Juror. (anb/gu)

Platz 3: Guetsli vom Adventsmarkt sind gar nicht so anders

Brühlgut-Stiftung, am Weihnachtsmarkt – «Weihnachtskonfekt»

5.00 Fr./100 g (200 g = 10 Fr.)

Solide Durchschnittswerte um die Note «genügend» erhalten die Guetsli der Behindertenstiftung Brühlgut, die am Weihnachtsmarkt an einem Stand vor dem Altersheim Neumarkt verkauft werden. Im Mittelfeld bewegt sich auch der Preis der mittelgrossen Tüte.

Anders, als man vielleicht denken würde, kommen die ­Guetsli recht uniform daher, jedenfalls nicht auffallend individuell. Auffallend ist etwas anderes: Das Gebäck ist überdurchschnittlich gross. Im Geschmackstest polarisiert das Mailänderli (in Herzform) mit den Backrostspuren: Es wird teilweise als «sehr aromatisch» und «angenehm teigig» beschrieben, aber auch als «salzig und wenig knusprig». Auch beim Zimtstern gehen die Ansichten auseinander; manchen ist er zu zuckrig und bröckelig, andere loben ­seine feine Würze. Einheitlich dagegen wird das Brunsli bewertet: «Nicht so speziell.» (anb/gu)

Platz 4: Die teuerste Mischung­ ­platziert sich im Mittelfeld

Vollenweider, Stadthausstrasse 20 – «Weihnachtskonfekt gemischt»

10.50 Fr./100 g (210 g = 22.05 Fr.)

Konkurrenzlos sind die Guetsli der Confiserie Vollenweider – was den Preis angeht. Ein mittelgrosser Beutel mit gut 200 Gramm Leckereien kostet hier stolze 22 Franken. Im Geschmackstest zeigt sich: An den exquisiten ­Guetsli scheiden sich die Geister.

Insbesondere der Zimtstern erhält sehr unterschiedliche Bewertungen von «sehr schlecht» («Aldi hoch 10», schmäht ein Tester) bis «sehr gut». Abzug geben die geringe Bissfestigkeit und die zu starke Süsse. Am besten schneidet das buttrig-feine, schön kleine Mailänderli ab, das es in der Disziplinenwertung auf Rang zwei bringt. Auffällig daran: die Sternform. Das Brunsli wird als ­«solides Mittelfeld» ­bezeichnet; positiv werden dessen leichte Schokoladen­note bewertet und dass das Guets­li an­genehm weich und nicht zu süss sei. Im Säckli enthalten ist auch ein kleines Schöggeli, dessen grüne Verpackung allerdings den Zuckerguss des Zimtsterns ver- färbt. (anb/gu)

Platz 5: Schlechte Noten für die günstige Grosspackung

Migros, Obertor 32 – «Weihnachtsmischung»

1.10 Fr./100 g (500 g = 5.50 Fr.)

Die Weihnachtsmischung der Migros in der rot-braunen Ver­packung kann nicht mit den selbst ­gebackenen Guetsli aus den ­Bäckereien mithalten. Auffällig: Das Gebäck ist so bekannt, dass es im Blindtest von vielen Juroren erkannt wird («ich glaube, aus der Migros»). Dem Standardgebäck sieht man die ­industrielle Fertigung an – «normiert», «lieblos», «Maschine», urteilt die gestrenge Jury. Was den Geschmack angeht, schneidet der Zimtstern mit der Note «genügend» noch am besten ab. Er ist nussig, wird aber teilweise als zu süss beurteilt; in der Glasur kann man sich beinahe spiegeln. Bei Mailänderli und Brunsli wird bemängelt, dass Erstere zu mehlig und «staub­trocken» seien, Letztere «flach im Geschmack, wie Bärentatzen». Pluspunkt bei diesen ­Guetsli: der günstige Preis. Die Migros bietet auch viele weitere, eher exklusive Mischungen an. (anb/gu)

Platz 6: Der Tiefpunkt: Überharte und zu süsse Guetsli

Coop, Bankstrasse 8 – «Biscuits de Noël»

1.19 Fr./100 g (500 g = 5.95 Fr.)

Die Coop-Standardmischung schneidet ähnlich gut ab (oder vielmehr: ähnlich schlecht) wie das Migros-Produkt. Ähnlich, nämlich relativ tief, ist auch der Preis des grossen roten Sackes. Markenzeichen der Coop-Guetsli sind die markanten Backrostrillen, beim Mailänderli mit unschönen dunklen Verfärbungen. Auch hier wird bemängelt: «Industrie pur».

Was die inneren Werte angeht, punktet das Mailänderli, anders als bei der Migros, am stärksten. Einige Juroren machen hier eine Anisnote aus. Ganz schlecht kommt bei den Testern der Zimtstern an, dessen Teig viel zu hart und zu süss und die Glasur zu dick seien. Mit dem sehr zuckrigen und überharten Brunsli verbindet den Zimtstern sein leicht zitroniger Geschmack. Wie bei der Migros kann sich der Käufer auch hier trösten: immerhin billig. Auch im Coop gibt es Alternativen zur Hausmischung, etwa biologische oder glutenfreie Guetsli. (anb/gu)

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