Deutweg

Die Eishalle verliert ihre Mieter

Bis zu zehnmal pro Jahr konnte die Stadt in den letzten Jahren die Eishalle Deutweg für Veranstaltungen vermieten. Das brachte jeweils rund 10 000 Franken netto in die Kasse. Doch nun bleiben die Veranstalter weg. Schuld sind neue Eventhallen in nächster Umgebung.

Durchschnittlich hatte die Eishalle Deutweg in den letzten zehn Jahren jeweils sieben externe Veranstaltungen pro Jahr.

Durchschnittlich hatte die Eishalle Deutweg in den letzten zehn Jahren jeweils sieben externe Veranstaltungen pro Jahr. Bild: Marc Dahinden

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Es ist nur eine Randbemerkung in der städtischen Rechnung, die erklärt, weshalb das Sportamt Mindereinnahmen bei den Gebühren hinnehmen musste. «Fehlende Konzerteinnahmen in der Eishalle wegen der Eröffnung der Samsung Hall in Stettbach», heisst es dort. Dave Mischler, Leiter des Sportamtes, bestätigt, dass die Eishalle Deutweg als Veranstaltungsort nicht mehr gefragt ist. «Wir konnten die Halle im Jahr 2017 kein einziges Mal gewinnbringend extern vermieten.» So zog sich beispielsweise das Hallenmasters-Fussballturnier zurück, weil der Hauptsponsor absprang. Aber auch viele Konzertveranstalter kehrten der Eishalle im letzten Jahr den Rücken. 2018 sieht es bezüglich Vermietungen bislang nicht viel besser aus.

In früheren Jahren konnte die Stadt die Halle jeweils für bis zu zehn Veranstaltungen pro Jahr vermieten. Durchschnittlich zählte man in den letzten zehn Jahren jeweils sieben externe Veranstaltungen pro Jahr. Netto verblieben pro Vermietung jeweils rund 10 000 Franken in der Stadtkasse. Einnahmen von bis zu 150 000 Franken pro Jahr fehlen nun.

Konkurrenz ist attraktiver

Zu den regelmässigen Mietern gehörte bis 2016 Mainland Music. Der Veranstalter organisierte jeweils zwei bis drei Konzerte pro Jahr in der Eishalle. Bis zu 4300 Besuchende finden in der Halle Platz. Laut Derrick Thomson von Mainland gab es lange Zeit in der Grossregion Zürich nur wenige Eventhallen mit 3000 bis 5000 Plätzen. Seit kurzem buhlen jedoch gleich mehrere neue Hallen um die Veranstalter. «Wir waren eigentlich gerne in Winterthur», sagt Thomson, «aber die Konkurrenz in Zürich ist einfach eine Spurattraktiver.»

Trotz besseren Konditionen

Zu den neuen Konkurrenten gehört die Samsung Hall in Dübendorf. Die Halle mit einer varia­blen Kapazität von bis zu 5000 Plätzen öffnete ihre Tore Ende 2016. Nur wenige Wochen später kam die Halle 622 in Oerlikon dazu, die bis zu 3500 Plätze anbietet. Und nun ist in Rümlang sogar eine weitere Konzerthalle angekündigt. Unternehmer Peter Hürlimann will, so alles klappt, bis ins Jahr 2020 eine Halle für bis zu 8500 Besucher erstellen.

«Wir konnten die Halle im Jahr 2017 kein einziges Mal gewinnbringend extern vermieten.»Dave Mischler, Leiter Sportamt

Gegenüber den neuen Hallen ist die Eishalle klar im Nachteil. «Man merkt, dass es sich um eine Eishalle und keine klassische Eventlocation handelt. Die Technik ist nicht auf dem neusten Stand, die Anlagen müssen erst aufgebaut werden und die Parkingsituation ist schwierig», sagt Thomson. Zwar seien die Konditionen besser als in Zürich, aber der Aufwand mache diesen Vorteil wieder zunichte. Zudem seien die neuen Hallen wandelbarer und liessen sich verkleinern, falls weniger Plätze verkauft würden.

Kommt hinzu, dass Zürich als Konzertort für die Veranstalter attraktiver ist. «Bei einem Konzert in Winterthur haben wir im Schnitt zehn bis 15 Prozent weniger Besucher als in Zürich», sagt Thomson. Es sei schwierig, die Stadtzürcher nach Winterthur zu locken. Zudem spielten die Künstler meist lieber in Zürich. Trotzdem schliesst Thomson nicht aus, dass Mainland Music in Zukunft mal wieder ein Konzert in der Eishalle veranstalten könnte.

Zurückhaltende Akquise

Auch Mischler ist grundsätzlich zuversichtlich, dass die Vermietungen künftig wieder besser laufen. Er habe auch schon Rückmeldungen von Veranstaltern erhalten, die weggezogen waren. «Sie erkannten, dass unsere Halle auch Vorzüge hat. So haben die Veranstalter bei uns die Möglichkeit, selber ein Catering anzubieten. Das schätzen viele und diese Möglichkeit gibt es beispielsweise bei der Samsung Hall nicht.»

Gemäss Mischler ist man aber derzeit bei der Akquise zusätz­licher Veranstaltungen eher zurückhaltend. Mit der Eröffnung des Talent-Campus Winterthur im Sommer steige die Eisbelegung nochmals an. «Wenn wir also während der Eissaison Mieter reinlassen, müssen wir immer auch den Sport ausquartieren. Das läuft der Sportförderung zuwider.» (Landbote)

Erstellt: 16.04.2018, 16:20 Uhr

Sportamt

Ehemalige Sportamtbüros umgenutzt

Das Sportamt war bis zum Umzug in den Superblock in Büros beim Hallenbad Geiselweid untergebracht. Während andere ehemalige Büros der Stadtverwaltung nach dem Wegzug wieder Mieter fanden, blieben diese Büros leer. Gemäss Sportamtsvorsteher David Mischler waren die Räume nicht sehr attraktiv: «Es handelt sich um ehemalige Wohnungen, die eigentlich für Büros nicht gut geeignet sind.» Während der Hallenbadsanierung 2016 konnten sie zumindest als Baubüros genutzt werden. Jetzt aber will die Stadt eine neue Nutzung angehen. Ziel ist es, Studentenzimmer zu schaffen. «Es wird neun Zimmer, eine Küche und einen Gemeinschaftsraum geben», sagt Mischler. Eine Organisation wird sich um die Vermietung kümmern. Die ersten Studierenden können nicht vor Ende Jahr einziehen. Die Räume müssen zuerst saniert werden. (mif)

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