Winterthur

Die Fabrikkirche löst sich im Juli auf

Bis Ende Juni bleibt das Restaurant Akazie am Stadtgarten offen, dann wird das reformierte Kirchenprojekt nach 17 Jahren eingestellt. Grund sind Finanznöte.

Mit der Schliessung des Restaurants Akazie löst sich auch die Fabrikkirche auf.

Mit der Schliessung des Restaurants Akazie löst sich auch die Fabrikkirche auf. Bild: Archiv, Marc Dahinden

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Ende Juni schliesst das Restaurant Akazie am Merkurplatz die Türen – und besiegelt gleichzeitig das Ende des reformierten Kirchenprojekts Fabrikkirche. Ein Nachfolgeprojekt wurde nicht beantragt. Der Entscheid, der das Ende nach 17 Jahren einleitete, fiel Ende November an der Kirchensynode in Zürich. Dort wurde mit knapper Mehrheit beschlossen, den jährlichen kantonalen Unterstützungsbeitrag von 160000 Franken fürs Jahr 2020 auszusetzen. Zu unkonkret seien die Ziele des Winterthurer Projekts, das seit 2006 unterstützt worden war. Damit verlor die Fabrikkirche auf einen Schlag 40 Prozent ihrer Einnahmen.

Vom heutigen Nationalrat Nik Gugger (EVP) als Jugendkirche gegründet, hatte die Fabrikkirche sich über die Jahre zum Sozial- und Gastroprojekt weiterentwickelt. Nachdem die namensgebende Fabrikhalle Ende 2016 abgerissen wurde, verlief der Neuanfang im Restaurant Akazie im Stadtzentrum holprig. Zweimal wechselte die Führungsspitze, das Bistro schrieb zu hohe Defizite. Pfarrerin Isabelle Schär, die das Projekt zusammen mit Marie-Lena Sczepek seit einem guten halben Jahr führt, sagt, es sei auch 2019 trotz Personalabbau und kürzeren Öffnungszeiten nicht gelungen, die Gastronomie kostendeckend zu betreiben. Wie viele Mittagsmenüs verkauft wurden, will Schär nicht beziffern. «Zu wenige».

Anschlusslösungen für Personal

Der Vorstand der Fabrikkirche habe deshalb zusammen mit dem Co-Leitungsteam dem reformierten Stadtverband beantragt, das Projekt per Ende Juli 2020 zu beenden, so Schär. Dies, obwohl ein jährlicher Beitrag des Stadtverbands in Höhe von 240000 Franken noch bis 2021 zugesichert war. Um ein Nachfolgeprojekt aufzugleisen hätten einerseits personelle Ressourcen gefehlt, andererseits wäre ein Neustart nach den turbulenten Jahren nicht einfach geworden, sagt Schär. Es gehe nun darum, für das Personal der Fabrikkirche gute Anschlusslösungen zu finden. Betroffen sind, neben dem Führungsduo, drei Angestellte in Gastronomie und Administration sowie vier Integrationsstellen in unterschiedlichen Pensen.

Erstellt: 22.01.2020, 15:43 Uhr

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