Bezirksgericht

Die Flaschen trafen nur durch Zufall niemanden

Weil er keinen Zutritt in den Club bekam, schmiss ein Mann mit Flaschen um sich. Dafür wird er bestraft.

Der Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Der Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Bild: Archiv Marc Dahinden

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Die Liste der Vorwürfe an den 27-jährigen Mann ist lang. Ein Ereignis trug sich vor gut einem Jahr zu. Der Beschuldigte wollte nach 1 Uhr in einen Club im Zentrum von Winterthur, doch er erhielt keinen Zutritt. Darauf wurde er aggressiv und warf drei Halbliterflaschen aus Glas auf eine Gruppe von Leuten, die vor dem Club herumstanden. Glücklicherweise und nur dem Zufall zu verdanken, wie es in der Anklageschrift steht, sei niemand getroffen worden.

Der Abend ging verhängnisvoll weiter: Der Beschuldigte drohte dem Türsteher, er würde ihn «platt machen», und wenn er ihn nicht töten würde, so würde dies jemand anderes erledigen. Die Staatsanwaltschaft sah darin den Vorwurf der Drohung als erfüllt an.

Unfall mit Lernfahrausweis

Vor Gericht stritt der Beschuldigte nichts davon ab. Als der Richter fragte, ob der Abend so richtig wieder gegeben wurde, sagte er lediglich «Ja». Auch die weiteren Delikte gab er zu. Zum Beispiel war der Mann, der nur einen Lernfahrausweis besass, mit 1,34 Promille Alkohol im Blut allein mit dem Auto unterwegs gewesen und dabei er in ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt. Nach dem Unfall fuhr er einfach weiter.

Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, weil er in eine Apotheke in Töss eingebrochen war und dort ein E-Bike gestohlen hatte. Dieses stellte er allerdings kurz danach wieder hin. Zudem hatte er Marihuana verkauft.

Der Richter versuchte zwar herauszufinden, weshalb der Mann delinquierte. Doch die Antwort brachte wenig Klarheit. Die Freiheitsstrafe von 24 Monaten sprach der Richter bedingt aus; mit einer Probezeit von fünf Jahren. «Sie können sich nun nichts mehr erlauben», ermahnte ihn der Richter. «Nun sollten Sie sich auf eine legale Karriere konzentrieren.»

Dabei möchte sich der Beschuldigte, der einen Tag vor der Verhandlung einen neue Stelle angetreten hatte, Mühe geben. Er hoffe, dass er nach seinem Praktikum eine Lehre machen könne. «Das steht jetzt im Vordergrund.»

Erstellt: 07.12.2019, 16:30 Uhr

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