Winterthur

Die Frauendemo im Stadtratswahlkampf

Beide Kandidierende für den freien Sitz im Winterthurer Stadtrat demonstrierten mit – die eine unauffälliger als der andere.

«Mir sind Taten wichtiger, als Facebook-Posts mit mir am Frauenstreik», sagt Annetta Steiner (GLP).

«Mir sind Taten wichtiger, als Facebook-Posts mit mir am Frauenstreik», sagt Annetta Steiner (GLP). Bild: Archiv Enzo Lopardo

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Wahlkampfzeiten wird jede Handlung der Kandidierenden auf die Goldwaage gelegt. Erst recht, wenn es um heiss diskutierte Themen wie Klimapolitik oder Frauenförderung geht. Gerade die Frauenfrage ist im Stadtratswahlkampf aktuell, da mit Finanzvorsteherin Yvonne Beutler eine Frau zurücktritt und die SP einen Mann nominiert hat.

Darum wurde mit Interesse beobachtet, ob und wie sich Kaspar Bopp (SP) und Annetta Steiner (GLP) am Freitag am Frauenstreiktag beteiligten. Bopp hatte an den ersten beiden Podiumsdiskussionen angekündigt, er werde am Aktionstag vorbeischauen und am Nachmittag die Kinder hüten.

Annetta Steiner (GLP) trat in der ersten Fragerunde bei Radio SRF in ein Fettnäpfchen, weil sie meinte, in Winterthur finde gar keine Demonstration statt. Am folgenden Podium des «Landboten» entschuldigte sie sich und sprach von einem Missverständnis. Sie überlege sich nun eine Teilnahme.

Eintrag auf Facebook: SP-Kandidat Kaspar Bopp mit den SP-Stadträtinnen Christa Meier, Yvonne Beutler sowie alt-Stadträtin Pearl Pedergnana (von links) am Freitag auf dem Neumarkt.

Während Bopps Erscheinen am Frauenstreik auf Facebook dokumentiert ist, wo er mit SP-Politikerinnen posierte, ist bei Steiner eine Nachfrage nötig: Ja, sie habe auch am Frauenstreiktag teilgenommen, erklärt die Kandidatin. «Die bunte Stimmung auf dem Kirchplatz hat mir sehr gut gefallen.» Danach sei sie beim Umzug mitmarschiert.

Trotzdem bleibt der Eindruck, dass Steiner das Frauenthema nur sehr zurückhaltend bearbeitet. «Ich will mit meinen Qualitäten überzeugen, mit Inhalten nicht mit Symbolpolitik», erklärt die GLP-Kandidatin. Die GLP habe sich im Gemeinderat mehrfach für die Gleichberechtigung stark gemacht. «Ich erkläre auch immer wieder, dass die Diversität in der Stadtregierung wichtig ist, die Verteilung von Männern und Frauen gehört natürlich dazu.» Ihr seien aber Taten wichtiger, als Facebook-Posts am Frauenstreik.

Erstellt: 17.06.2019, 15:31 Uhr

Artikel zum Thema

Unüberhörbare Weckrufe

Frauenstreik Der Frauenstreiktag in Winterthur war bunt und fröhlich, aber auch ernst, eindringlich – und erschütternd. Mehr...

Der Frauenstreik in Winterthur

Frauenstreik Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen. Mehr...

«Was bleibt, wenn die Frauen gehen?»

Frauenstreik Katholikinnen wehren sich gegen die Ungleichbehandlung von Frauen in der Kirche. Sie rufen zum Frauenkirchenstreik auf. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare