Grüze

Die grosse Busbrücke muss noch vors Volk

Eine rund 250 Meter lange Busbrücke über den Bahnhof Grüze soll bis 2023 Neuhegi besser mit dem Stadtzentrum verbinden. Jetzt ist das 55 Millionen Franken teure Projekt ausgesteckt.

Grüze wird zur Drehscheibe: Die Querung Grüze verbindet das Stadtzentrum (rechts im Bild der Anschluss St.-Gallerstrasse) mit Neuhegi (links der Anschluss Sulzer-Allee). Auf der Brücke sind Bushaltestellen, Treppen führen zu den Perrons. In Gelb: mögliche Bebauung.

Grüze wird zur Drehscheibe: Die Querung Grüze verbindet das Stadtzentrum (rechts im Bild der Anschluss St.-Gallerstrasse) mit Neuhegi (links der Anschluss Sulzer-Allee). Auf der Brücke sind Bushaltestellen, Treppen führen zu den Perrons. In Gelb: mögliche Bebauung. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Stadtteil Neuhegi wächst und wächst. Die Stadtplaner sehen ein Potenzial für 4000 Bewohner und 10 000 Arbeitsplätze. Damit das nicht zum Verkehrskollaps führt, will Winterthur eine leistungsfähige ÖV-Anbindung garantieren.

Wichtigstes Puzzlestück ist die Querung Grüze, eine 250 Meter lange Brücke über den Bahnhof Grüze. Befahren dürfen sie nur Busse und Velofahrer. Sie quert die Gleise der Tösstal- und Eulachtallinie und bindet den Bahnhof Grüze an den Busverkehr an. Von den Haltestellen auf der Brücke führen Abgänge zu den Perrons.

Der erste Bus rollt frühestens 2023 über die Brücke.

Der Öffentlichkeit genauer vorgestellt wurde das Projekt bereits im Juni 2016. Seither wurde das Mitwirkungsverfahren abgeschlossen, ohne wesentliche Änderungen. Rund 250 Meter lang und 55 Millionen Franken teuer wird das Bauwerk, das von der St.-Gallerstrasse zur Sulzerallee führt. Die Stadt Winterthur zahlt davon allerdings nur rund vier Millionen Franken. Rund die Hälfte zahlt der Kanton, 40 Prozent sind Bundesgelder aus dem Agglomerationsprogramm.

Frühestens 2023 fertig

Obwohl das Projekt die Stadtkasse relativ wenig kostet und obwohl es politisch wenig umstritten ist, muss darüber abgestimmt werden. «Ausschlaggebend sind die Bruttokosten», sagt Armand Bosonnet, der Leiter Verkehrswege beim Winterthurer Baudepartement.

Bosonnet rechnet mit einem Abstimmungstermin frühestens im Herbst 2018 und spätestens im Frühling 2019. Bei einem Ja würde es weitere zwei Jahre bis zum Baustart dauern. Der erste Bus würde frühestens 2023 über die Brücke rollen.

Bis am 18. Dezember dauert die öffentliche Planauflage. Auf manchen Visualisierungen sind rechts und links der Brücke grosse Überbauungen zu sehen, im Spitz des Gleisdreiecks, wo heute Familiengärten sind, sogar ein veritables Hochhaus.

«Die Stadt Winterthur ist der Entwicklung einen Schritt voraus»

Diese Arealentwicklungen bewegten sich auf einem anderen Zeitstrahl, sagt Bosonnet. Die Grüze-Skyline existiert derzeit erst im Konjunktiv. Erst einmal wird die Brücke gebaut. «Die Stadt Winterthur ist hier der Entwicklung einen Schritt voraus», sagt Bosonnet.

Was planen die SBB?

Auch die Pläne der SBB sind noch nicht in allen Bereichen spruchreif. Klar ist, dass bis 2020 eine Leistungssteigerung erfolgen wird: Gleise werden angepasst, damit Züge schneller ein- und ausfahren können. Die Bedeutung des Bahnhofs Grüze steigt.

Beispielsweise verkehrt schon ab ab Dezember 2018 die S11 zu Stosszeiten von Zürich bis ins Tösstal, nach Wila. Wie der momentan eher unwirtliche Bahnhof aufgewertet und umgebaut werden kann, daran wird derzeit noch herumgeplant. Sicher erhalten bleiben die denkmalgeschützten Perrondächer.

Definitiv Zukunftsmusik sind die oft gewünschten Haltekanten an der Frauenfelder Linie. Wenn der Bahnhof Grüze dereinst zum wichtigen Knoten wird, könnte auch diese alte Idee wieder Auftrieb erhalten.

Überquert werden nämlich auch diese Gleise. Zwar nicht vom Bus, aber vom platzartigen Brücken-Plateau gehen Treppen und ein Lift ab. Sie stellen die Fussgänger-Verbindung ins Birchermüesliquartier sicher.

(Der Landbote)

Erstellt: 17.11.2017, 17:26 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!