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Die längste Christbaum-Warteschlange der Stadt

Grosser Andrang vor dem Forsthaus in Oberwinterthur: Weit über Hundert Personen stürmten am Samstag den Vorplatz, um ein möglichst schönes Bäumchen zu ergattern. Der traditionelle Christbaumverkauf wird nächstes Jahr anders sein.

Im Schneegestöber standen die Christbaumverkäufer am Samstag vor dem Forsthaus Oberwinterthur Schlange.
Im Schneegestöber standen die Christbaumverkäufer am Samstag vor dem Forsthaus Oberwinterthur Schlange.

Es ist die längste Christbaum-Warteschlange in Winterthur: Am Samstagmorgen kurz nach 9 Uhr stehen schon über 40 Tannenbäume vor dem Forsthaus Oberwinterthur in einer Kolonne – zusammen mit ihren Käuferinnen und Käufern. Sie warten darauf, bezahlt, mit Schnüren eingewickelt und nach Hause transportiert zu werden. Über Hundert weitere Bäumchen stehen noch auf dem Vorplatz, werden begutachtet, hin- und hergedreht, um sich früher oder später dann auch in die Warteschlange vor der Kasse einzureihen.

Die begehrten Oberwinterthurer Christbäume haben fast alle irgendeinen Schönheitsfehler. Einmal klafft in einem Astkranz ein Lücke, einmal ist der Stamm in der Spitze gegabelt, einmal sind sie etwas einseitig gewachsen. Denn diese Bäumchen sind nicht speziell als Christbäume gezüchtet, sondern sie werden aus dem Wald geholzt, um anderen Bäumen mehr Platz zum Wachsen zu geben oder weil sie aus irgendeinem anderen Grund für die Holzproduktion nicht in Frage kommen.

Einige mögen einen Christbaum mit Kurve im Ast besonders

Trotzdem ist der Andrang beim speziellen Christbaumverkauf jedes Jahr gross. Vielleicht sind den Käufern die kleinen Makel egal, vielleicht mögen es die einen sogar, wenn sie einen Baum mit spezieller Kurve im Ast in der Stube haben, vielleicht kommen einige auch nur hierher, weil man das halbe Quartier zu einem Schwatz treffen kann, die Kaffeestube ist jedenfalls gerappelt voll. Vielleicht ist es auch der günstige Preis, der sich herumgesprochen hat: Eine Zwei-Meter-Rottanne kostet gerade einmal 22 Franken.

Der Christbaumverkauf der Holzkorporation Oberwinterthur (HKOW) am Rand des Lindbergwaldes hat Tradition. Er findet seit rund 30 Jahren statt, wann man genau damit begonnen hat, weiss heute niemand mehr so genau. Sicher ist, dass in den letzten 28 Jahren immer Förster Michael Vogel den Verkauf organisiert hat.

«Es ist wie im Sport: Man muss dann zurücktreten, wenn es noch gut läuft.»

Michael Vogel, Förster der Holzkorporation Oberwinterthur

Das wird nächstes Jahr nicht mehr der Fall sein. Wie HKOW-Präsident Peter Hirsiger in einer kurzen Ansprache erklärte, lässt sich Vogel im nächsten Sommer frühzeitig pensionieren. Michael Vogel erklärte auf Anfrage, nach so langer Zeit sei es für ihn ein guter Moment, um aufzuhören: «Es ist wie im Sport: Man muss dann zurücktreten, wenn es noch gut läuft.»

«Den Baumverkauf vor Weihnachten wird es auch so sicher weiter geben», sagte Präsident Hirsiger. Die Nachfolge sei bereits aufgegleist. Ganz dasselbe wird es ohne den langjährigen Förster Vogel nächstes Jahr allerdings nicht mehr sein. Die Warteschlange der Christbäume wird aber trotzdem sicher wieder lange werden.

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