Winterthur

Mit Detektivmethoden der Natur auf der Spur

Im Wolfensberg sind die Naturdetektive unterwegs: Der Verein Grünwerk lässt Kinder in den Schulferien die Natur mit allen Sinnen entdecken.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Sonne bricht durch die Baumkronen und es riecht intensiv nach Pilzen. Massenhaft umgeben sie den zum mobilen Forschungslabor umgebauten, bunt bemalten Baustellenwagen, vor dem sich ein Grüppchen Kinder und drei Leitende im Kreis aufwärmen.

Rasch werden zwei Gruppen gebildet und dann heisst es erst Mal «Znüni nää» – oder im Wald spielen. Das lassen sich die Kinder nicht zweimal sagen: Schwupps, sind sie im markierten Spiel-Revier verschwunden!

Das gibt Co-Leiterin Linda Schilling Zeit für ein Gespräch. «Unser Ziel ist es, Kindern ein Naturerlebnis zu bieten», sagt sie. «Erkundend und spielend sollen sie den Wald und seine Lebewesen kennen lernen und so für die Umwelt sensibilisiert werden.»

«Die Eichel sieht ja aus wie ein Kuchen»

16 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren nehmen diesmal teil; zwar überwiegen die Jüngeren – doch auch sie wollen unbedingt mehr über den Wald erfahren.

Das geschieht unter anderem mit Hilfe von Binokularen (einer Art Mikroskopen) im mobilen Forschungslabor, die den Blick auf sehr kleine Dinge öffnen. So zum Beispiel auf Kleinlebewesen, die ein wichtiger Teil des Lebenszyklus im Wald sind.

Alawia (10) berichtet: «Gestern haben wir Bodentierli gesucht und unter dem Mikrosop – oder wie das heisst – angeschaut, das war spannend.» Auch ihr Bruder Nadir (7) wird später unter dem Binokular eine interessante Entdeckung machen: «Die sieht ja aus wie ein Kuchen», beschreibt er die halbierte Eichel unter der Lupe. Denn das Thema des zweiten Tages sind Samen und Früchte.

Dazu gehört auch, dass die Kinder ohne hinzusehen Samen befühlen und erraten sollen. Jannick, Kontantin, Anna, Nando liegen richtig: Apfel- und Sonnenblumenkerne, Baumnüsse, Eicheln. Die Leiterin erklärt, was aus ihnen wachsen wird und zeigt Photos davon: Die Kleinen sind beeindruckt.

Naturnah Blinde-Kuh spielen

Den Wald mit allen Sinnen erleben – das tun die Kinder unter anderem mit einem Geräusch-Memory: Durch Schütteln sollen sie erraten, welche «Waldmaterialien» sich in kleinen Döschen befinden. Doch auch sonst sperren sie ihre Ohren weit auf: Eines von ihnen hörte «en Rab, en Vogel und en Spächt», ein anderes hat «einen Baum knistern gehört».

Für genug Bewegung sorgt zwischendurch ein naturnahes Blinde-Kuh-Spiel: Ein Kind führt das andere zu einem Baum, dessen Rinde es abtastet. Danach soll es ihn ohne Augenbinde wieder finden.

Etwas Pfadi-Romantik ist natürlich auch dabei: Am Mittag gibt es ein Feuer, auf dem die Kinder ihre Würstli braten; einige haben sogar Schlangenbrot-Teig mitgebracht. Die Leitenden betreuen und helfen – etwa beim Schuhbinden.

Schliesslich kommt auch der Spass nicht zu kurz. Co-Leiter Michael Walter, der hier einen Teil seines Zivildienstes leistet, wird gerade von der Walddetektivin Anna auf «Spuren» abgesucht: Mit der Pinzette ihres Sackmessers zupft sie eine Fussel von seinem Zivildienst-Hoodie und ruft: «Er ist überführt!» – lachend lässt er es geschehen.

So schön die Sonnen in den Wald scheint, auf Dauer wird es doch kühl. Also veranstaltet Leiterin Nadia Signer ein Rösslirennen: Die Kinder stehen im Kreis und klopfen sich selber im Galopprhythmus ab. Das gibt warm – und macht Spass. (Der Landbote)

Erstellt: 12.10.2017, 15:59 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Zoologie Tierisch nützliche Daten

Salzkammergut Weltbekannt dank «weissem Gold»

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben