Winterthur

Die Party startet mit feinem Britpop

Winterthur steht wieder für zwölf Tage ganz im Zeichen der Musikfestwochen. Eine junge Band aus Wales machte den Auftakt.

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Melodisch, warm und freundlich klingen die elf Songs auf dem vor einem Jahr erschienenen Album «1, 2, Kung Fu». Gekämpft wird darauf nicht, eher ist das, was das walisische Quartett Boy Azooga um Frontmann Davey Newington da produziert, ein sanftes Schattenboxen.

Die Band spielt feinen Britpop, verträumt, verspielt und fantasievoll, mit rockigeren Ausflügen in den Garage-Rock. Nicht nur Newingtons Stimme und Singweise erinnern deutlich an Blur, die in den 1990er-Jahren stilbildende Band um Damon Albarn.

Dass die Organisatoren Boy Azooga ganz an den Anfang des Programms gestellt haben, kann man als Zeichen in Richtung Gasse werten.

Dass die Organisatoren der Musikfestwochen Boy Azooga ganz an den Anfang des umfangreichen, zwölftägigen Programms gestellt haben, kann man als Zeichen in Richtung Gasse werten, dass sie es mit ihrer Kampagne, die für Respekt gegenüber dem Geschehen auf der Bühne wirbt, ernst meinen: Bei dieser Musik lohnt es sich zuzuhören.

Das machten auch viele der Leute, die am frühen Abend vor der Bühne standen, während die Band ihr gepflegtes Set spielte, wobei allerdings die Spannung nach etwa zwanzig Minuten aufgrund mehrerer gemächlicher bis wolkiger Synthie-Stücke merklich nachliess. Mit schnellem Gitarrenrock drehten die Musiker dann zum Schluss nochmals auf. Der jungenhafte Newington, eher ein Techniker als eine Stimmungskanone, bedankte sich nach den Songs jeweils höflich für den Applaus.

Skinny Lister passt gut

Das Festivalgelände war zu dem Zeitpunkt noch sehr locker und nur etwa zur Hälfte bevölkert, vielleicht auch wegen des heftigen Regens, der kurz vor dem Auftritt niedergegangen war.

Skinny Lister aus London lieferten später mit ihrem eingängigen Folk-Pop genau den für den Anlass passenden Partysound, der sich ebenso gut zum Feiern und Tanzen eignet wie als Soundkulisse für das entspannte Gespräch unter Freunden.

Die meisten Konzerte sind kostenlos zugänglich – sie werden über die Konsumation sowie über eine Kollekte finanziert. Nach der Absage von Beirut ist auch der letzte Konzertabend vom Sonntag, 18. August, gratis. Für Madrugada am Samstag sind noch Tickets erhältlich.

Das Programm gibt es hier.

Erstellt: 07.08.2019, 22:01 Uhr

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