Gastronomie

Die Pop-up-Rittertafel

Schweinshaxen, mit den Fingern ­gegessen, statt Schnitzel und Nierli: Im leeren Restaurant Kreuz findet im Winter ein Mittelalter-Schmaus statt.

In der  Taverne am Merkurplatz ist zur Zeit geschlossen. Eine Tafel macht auf das neue Angebot aufmerksam.

In der Taverne am Merkurplatz ist zur Zeit geschlossen. Eine Tafel macht auf das neue Angebot aufmerksam.

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Urig war sie schon immer, die ­Taverne zum Kreuz beim Manor-Platz am Rand der Altstadt. Nun wird das rustikale Ambiente für etwas Neues verwendet: Von ­November bis Januar veranstalten die Gastronomen Roland Häusermann und Samuel Gloor einen Mittelalter-Schmaus, den sie Rittertafel nennen, mit ­«Futterplatten zum schmatzigen Geniessen», wie es in einem Flyer heisst. An der Wand sollen Ritterschilde hängen, vor dem HausFackeln stehen, aufgetischt wird viel Fleisch, dazu werden Wein und Bier aus dem Krug getrunken, alles à discrétion für 79 Franken pro Person. An der Taverne hängt bereits ein Werbeplakat.Das Mittelalter-Eventkonzept ist in der lokalen Gastronomie neu. Roland Häusermann, Wirt der Eintracht in der Aussenwacht Reutlingen, veranstaltete allerdings bereits vor über 15 Jahren einen derartigen Schmaus, damals im Löwen Andelfingen.

3000 E-Mails verschickt

Zu den Zielgruppen zählen nebst Kegelverein und lustigem Kollegenkreis auch kleinere und mittlere Firmen, die im Kreuz beispielsweise ihr Weihnachts- oder Jahresendessen durchführen könnten; willkommen sind Gruppen von vier bis 40 Per­sonen, «hartgesottene Ritter­helden mit oder ohne holde Edel­damen», so der Flyer-Text. «Im Fixpreis pro Person ist alles dabei», wirbt Häusermann, «so weiss eine Firma grad, was es ­kostet, man muss dann nicht noch einen Künstler organisieren oder so.» Der Wirt hofft, dass viele Betriebe noch nicht über ihr Weihnachtsessen entschieden haben. Man sei von der Zeit her eher knapp dran und das Werbebudget sei beschränkt, jedoch sind kürzlich 3000 E-Mails an Interessenten verschickt worden.

«Wirten ist immer ein Experiment»

Der neue Besitzer der Taverne zum Kreuz, Architekt und Immobilienunternehmer Giovanni Cerfeda, will das Lokal voraussichtlich ab Februar zu einem modernen Restaurant umbauen lassen. Für eine Zwischennutzung im Winter, man spricht heute von Pop-up-Betrieben, fragte er beim früheren Küchenchef ­Samuel Gloor an, welcher kürzlich eine Cateringfirma eröffnete, worauf dieser den Mittelalter-Schmaus beliebt machte, Häusermann schlug ebenfalls ein.

Auf die Frage nach den Profit­aussichten antwortet der Reutlinger Wirt: «Gastronomie ist immer ein Experiment», man werde sehen, wie es laufe. Immerhin kann das bestehende rustikale Mobiliar des Restaurants verwendet werden, Einrichtungskosten entstehen nur für die Dekoration. So wie die üppige Rittertafel selbst will Häusermann auch bei der Dekoration gross ­anrichten, auf dass wahres «Burgen­feeling» aufkomme.
Rittertafel in der Taverne zum Kreuz, Stadthausstrasse 10b, 1. November bis 31. Januar. (Der Landbote)

Erstellt: 14.10.2018, 15:58 Uhr

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