Neuhegi

«Die Sportler reisen sogar aus Lausanne an»

Nach zahlreichen Verzögerungen soll die Skateanlage im Eulachpark im Juli endlich stehen. Der Schweizer Verband freut sich, denn in Winterthur trainiert bereits heute die Schweizer Skater-Elite. 

Im Juli soll der Skate-Park endlich eröffnen.

Im Juli soll der Skate-Park endlich eröffnen. Bild: Madeleine Schoder

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Zwei Rampen, verschiedene Skate-Elemente, Rollbahnen. So lauten die von der Stadt vorgegebenen Details der Skateanlage, die ab Frühling im Eulachpark entsteht. Es ist eine Anlage, wie sie sich Skater in vielen Schweizer Gemeinden wünschen würden: Neu, grossflächig und mit «Strassen-Chic». Laut einer aktuellen Bauausschreibung soll der vorhandene Industriecharakter mit den alten Bahngleisen erhalten bleiben.

Baustart ist laut Stadtgrün Winterthur der 1. Mai, wenige Monate später soll die Anlage stehen. «Keine ausgiebigen Regentage vorausgesetzt, ist die Anlage circa Mitte Juli fertig», sagt Martin Rapold, der bei Stadtgrün für die Freiraumplanung zuständig ist. Erst danach wird die gesamte vierte Etappe des Eulachparks feierlich eröffnet, wann genau, ist unklar.

Wieder mehr Zeit gebraucht

Diese vierte Etappe des Grossprojekts in Neuhegi hatte schon mit mehreren Verzögerungen zu kämpfen. Der geplante Baubeginn im Jahr 2017 wurde wegen eines Anwohnerrekurses verschoben, dann musste die Stadt die Planung komplett neu aufgleisen. Martin Rapold sagt, der ursprüngliche Planer habe zwar eine einwandfreie Anlage projektiert, er sei aber den Anforderungen der Bauausführung nicht genügend gerecht geworden.

Übersicht über die Bauetappen des Eulachparks, Grafik: red

Nun gab es gar eine weitere Verzögerung, wenn auch eine kleine: Eigentlich hätte der Bau der Anlage bereits im Oktober öffentlich ausgeschrieben werden sollen. Rapold räumt ein, dass die Bearbeitung der Ausschreibungsunterlagen mehr Zeit gebraucht hat als geplant, nun hat man den Bau einer Asphalt-Wellenbahn für Kleinkinder mit Velos und Gehvelos auf demselben Areal vorgezogen. Trotz Verspätungen reicht laut Martin Rapold das Geld: Die Anlage könne gemäss einem Gemeinderatsbeschluss mit 700000 Franken realisiert werden.

Hype schon vor Jahrzehnten

Die geplante Anlage ist auch der Schweizer Skateboard-Szene ein Begriff. Nationaltrainer Sascha Leutwyler von der Swiss Skateboard Association spricht von einem wichtigen Projekt, gerade weil es in Winterthur gebaut werde: Neben dem Skills Park auf dem Lagerplatz-Areal werde es in der Stadt bald auch eine richtige Aussenanlage geben. «Das ist für die Szene sehr attraktiv und Winterthur hat damit anderen Städten definitiv etwas voraus.» Bereits jetzt trainiert die Schweizer Elite in Winterthur: «Wir haben zweimal die Woche Kadertraining im Skills Park, unsere Sportler reisen dafür sogar aus Lausanne oder vom Bodensee an.»

Das Skaten erlebte in Europa in den 90ern einen Hype. Kommen da Projekte wie die Skateanlage nicht viel zu spät? Der Skateboom sei nicht vorbei, entgegnet Sascha Leutwyler: «Klar gab es Mitte 80er und Mitte 90er Höhepunkte, was das Skateboarden als Breiten-Phänomen betrifft, aber die Zahl von aktiven Skatern ist in den vergangenen Jahrzehnten in etwa gleich geblieben.»

Anzahl Skater unbekannt

Über genaue Zahlen verfügt die Swiss Skateboard Association allerdings nicht. «Noch nicht», sagt Leutwyler. Da das Skateboarden 2020 erstmals Olympia-Sportart sei, werde nun viel Aufbauarbeit betrieben. «Wir animieren Skater, in ihren Gemeinden Vereine zu gründen und Weiterbildungen zu organisieren.» Spätestens in ein paar Jahren werde man dann hoffentlich wissen, wie viele Skater es ungefähr gebe und wie gross das Potential sei.

Erstellt: 30.01.2019, 17:45 Uhr

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