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Obstdiebe sind in öffentlichen Anlagen offiziell willkommen

Die städtischen Obstbäume sind derzeit ebenso beladen mit Früchten wie alle anderen. Stadtgrün lädt deshalb Obstesser ein, sich zum Eigenkonsum einzudecken.

Die städtischen Grundstücke wie hier die Schenkelwiese an der Hohfurristrasse laden derzeit die Winterthurer Obstfreunde ein.
Die städtischen Grundstücke wie hier die Schenkelwiese an der Hohfurristrasse laden derzeit die Winterthurer Obstfreunde ein.
Marc Dahinden
Auch beim Grüzefeld sind die Hochstammobstanlagen üppig beladen.
Auch beim Grüzefeld sind die Hochstammobstanlagen üppig beladen.
Marc Dahinden
... oder auch Holunder sind im Gratis-Angebot der Stadt.
... oder auch Holunder sind im Gratis-Angebot der Stadt.
Marc Dahinden
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Nach dem letzten, obermiesen Obstjahr stehen die Bäume derzeit voll behangen und frühreif auf den Wiesen und in Gärten. Dort, wo der Boden städtisch ist, ist das Pflücken von Äpfeln und Kirschen, Birnen und Zwetschgen seit gestern offiziell erlaubt.

Der Chef von Stadtgrün, Beat Kunz, hat mittels Medienmitteilung dazu eingeladen, «die Früchte in öffentlichen Grünanlagen zu nutzen und für den privaten Gebrauch zu pflücken».

«Es riecht wie in einer Schnapsbrennerei.»

Eine solche Mitteilung wurde noch nie zuvor verschickt. Warum jetzt? «Einerseits tragen die Bäume aussergewöhnlich früh und viel Obst», sagt Kunz, andererseits habe man einige Telefone bekommen von Leuten, die fragen, ob man pflücken dürfe, und von solchen, die sich am Geruch faulender Früchte stören.

Ein besonders beissender Geruch gehe derzeit von Maulbeerbäumen aus: «Es riecht wie in einer Schnapsbrennerei.»

Das Angebot, Früchte für den Eigengebrauch zu pflücken, gilt auch für die beiden städtischen Naturgärten. Dort sind Sanddorn, Holunder und weitere Beerenarten am Reifen.

Wem gehört Obst am Boden?

Wer im Grüzefeld Obst lesen geht, tut gut daran, sich an städtische Bäume zu halten, nicht etwa im privaten Obstgarten zu stehlen. Generell gilt: Das Obst gehört dem Eigentümer des Bodens, auf dem der Baum steht. Auch Früchte, die bereits zu Boden gefallen sind, dürfen – rein rechtlich gesehen – nicht mitgenommen werden.

«Es dürfen nur Früchte an Bäumen gepflückt werden, die an der Baumplakette mit Nummer erkennbar sind.»

Hängt jedoch ein Ast übers Nachbargrundstück, darf der Nachbar die Früchte pflücken. Streng genommen hat aber aber bloss der Besitzer des Grundstücks dieses Recht, nicht aber ein Mieter.

Die noch relativ junge deutsche Onlineplattform mundraub.org vernetzt Leute mit Obstbäumen mit Pflückern und Essern. Angebote aus der Schweiz sind jedoch erst wenige aufgeschaltet.

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