Winterthur

Obstdiebe sind in öffentlichen Anlagen offiziell willkommen

Die städtischen Obstbäume sind derzeit ebenso beladen mit Früchten wie alle anderen. Stadtgrün lädt deshalb Obstesser ein, sich zum Eigenkonsum einzudecken.

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Nach dem letzten, obermiesen Obstjahr stehen die Bäume derzeit voll behangen und frühreif auf den Wiesen und in Gärten. Dort, wo der Boden städtisch ist, ist das Pflücken von Äpfeln und Kirschen, Birnen und Zwetschgen seit gestern offiziell erlaubt.

Der Chef von Stadtgrün, Beat Kunz, hat mittels Medienmitteilung dazu eingeladen, «die Früchte in öffentlichen Grünanlagen zu nutzen und für den privaten Gebrauch zu pflücken».

«Es riecht wie in einer Schnapsbrennerei.»

Eine solche Mitteilung wurde noch nie zuvor verschickt. Warum jetzt? «Einerseits tragen die Bäume aussergewöhnlich früh und viel Obst», sagt Kunz, andererseits habe man einige Telefone bekommen von Leuten, die fragen, ob man pflücken dürfe, und von solchen, die sich am Geruch faulender Früchte stören.

Ein besonders beissender Geruch gehe derzeit von Maulbeerbäumen aus: «Es riecht wie in einer Schnapsbrennerei.»

Das Angebot, Früchte für den Eigengebrauch zu pflücken, gilt auch für die beiden städtischen Naturgärten. Dort sind Sanddorn, Holunder und weitere Beerenarten am Reifen.

Wem gehört Obst am Boden?

Wer im Grüzefeld Obst lesen geht, tut gut daran, sich an städtische Bäume zu halten, nicht etwa im privaten Obstgarten zu stehlen. Generell gilt: Das Obst gehört dem Eigentümer des Bodens, auf dem der Baum steht. Auch Früchte, die bereits zu Boden gefallen sind, dürfen – rein rechtlich gesehen – nicht mitgenommen werden.

«Es dürfen nur Früchte an Bäumen gepflückt werden, die an der Baumplakette mit Nummer erkennbar sind.»

Hängt jedoch ein Ast übers Nachbargrundstück, darf der Nachbar die Früchte pflücken. Streng genommen hat aber aber bloss der Besitzer des Grundstücks dieses Recht, nicht aber ein Mieter.

Die noch relativ junge deutsche Onlineplattform mundraub.org vernetzt Leute mit Obstbäumen mit Pflückern und Essern. Angebote aus der Schweiz sind jedoch erst wenige aufgeschaltet.

(Der Landbote)

Erstellt: 11.07.2018, 12:45 Uhr

Alte Sorten, Beeren und Konsorten

Hier darf man ungestraft pflücken

Fünf Orte gibt Stadtgrün an, wo man sich bedienen darf: Im östlichen Teil des Grüzefelds beim Weiher stehen einige Obstbäume vor allem mit alten Sorten der Stiftung Pro Specie Rara.

Die Birnen sind jedoch noch nicht ganz reif, wie ein Augenschein zeigte. Auch auf der Schenkelwiese in Wülflingen hat Stadtgrün in den letzten Jahren Hochstammbäume mit alten Sorten gepflanzt. Bitte beim Pflücken darauf achten, keine Äste abzubrechen und die Bäume nicht zu verletzen. Eine stabile Leiter mitzunehmen, kann von Vorteil sein.

Einige Obst- und Kirschbäume stehen auch im Eulachpark. Wer unsicher ist: Städtische Bäume sind alle im Baumkataster eingetragen (online) und tragen eine Plakette mit Nummer.

Im weiteren sind auch viele Beeren reif in den beiden Naturgärten Loorstrasse (in Veltheim) und Lindberg (bei der Holzkorporation Oberwinterthur). Der Naturgarten Lindberg ist erst ein Jahr alt und hat sich prächtig entwickelt. Und: Die Feuerstelle wird so benutzt, wie man es erhofft hatte - mit Rücksicht auf die Natur und die Nachbarn.m

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