Winterthur

Die Stadt will ihre Server zur Axa zügeln

Das städtische Rechenzentrum in der Altstadt genügt den Anforderungen nicht mehr. Deshalb möchte die sich Stadt im Rechenzentrum der Axa einmieten. Das sei sicherer und spare Geld.

Die immer komplexeren Rechensysteme Winterthurs in einer Altstadtwohnung unterzubringen befindet der Stadtrat für nicht mehr zeitgemäss.

Die immer komplexeren Rechensysteme Winterthurs in einer Altstadtwohnung unterzubringen befindet der Stadtrat für nicht mehr zeitgemäss. Bild: Keystone

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Dass die Stadtverwaltung sich bei der Versicherung Axa einmietet, kennt man bereits vom Superblock. Was dort zur gegenseitigen Zufriedenheit funktioniert, soll bald auch beim elektronischen Gehirn der Stadt der Fall sein.

Wie der Stadtrat mitteilt, möchte er das städtische Rechenzentrum am Obertor zügeln und sich stattdessen im Rechenzentrum der Axa an der Paulstrasse einmieten.Heute befindet sich das Rechenzentrum im vierten Stock einer Altstadtliegenschaft, im Gebäude wo früher die Einwohnerkontrolle war und heute das Provisorium der Kantonsschule Büelrain.

Aus technischer Sicht ist diese «gewachsene Lösung» nicht mehr zeitgemäss, wie Markus Freuler, Bereichsleiter der Informatikdienste erklärt.

Angst vor dem Black-Out

So gibt es beispielsweise keine redundante Stromanbindung, etwas, das heute zum Standard gehört. Die Abklärung mit Stadtwerk ergab, dass es extrem aufwendig und teuer wäre, eine Leitung zu einem anderen Unterwerk zu legen.

«Es ist pures Glück, dass es noch nie einen längeren  Stromausfall gab.»Markus Freuler, 
Bereichsleiter Informatikdienste

Auch die zweite übliche Methode, ein Notstromaggregat mit Dieseltank, wäre an dieser Lage in der Altstadt nicht praktikabel. Wenn in der Altstadt der Strom ausfällt, könnten die Batterien die Server nur etwa eine halbe Stunde am Laufen halten. Länger war dies bisher auch nicht nötig. «Wir haben schlicht und einfach Glück gehabt», sagt Freuler.

Statt den alten Standort zu ertüchtigen, wozu etwa eine Million Franken nötig gewesen wäre, schlägt der Stadtrat nach einer gründlichen Vorstudie eine andere Lösung vor: den Umzug in ein externes Rechenzentrum. Von drei angefragten Betrieben machte die Axa die beste Offerte.

Deutlich tiefere Betriebskosten

563 000 Franken sind für den Umzug veranschlagt, also gut die Hälfte der andernfalls nötigen Investitionen am alten Ort. Bis vor einigen Jahren hatte die Stadt sogar für über fünf Millionen Franken einen eigenen Neubau geplant. Yvonne Beutler (SP) strich dieses Projekt im Rahmen des Sparprogramms Balance. Die Finanzvorsteherin ist überzeugt: «Wir haben hier eine sehr gute Lösung gefunden, die erst noch Geld spart.»

«Wir haben eine sehr gute Lösung gefunden, die erst noch Geld spart.» Yvonne Beutler
Finanzvorsteherin

Die jährlichen Betriebskosten liegen künftig mit 213 000 Franken um einen Viertel tiefer als am alten Standort. Das Gebäude an der Paulstrasse, das die Winterthur Versicherungen als Rechenzentrum gebaut hatten, genügt zudem höheren Anforderungen im Brandfall als das Altstadthaus.

Zudem ist es nicht öffentlich zugänglich, sondern kann nur mit einem Badge betreten werden – auch das gehört zur Sicherheit. Am heutigen Standort gehen in den unteren Stockwerken hunderte Gymnasiasten ein und aus. Ein angenehmer Nebeneffekt des Auszugs: Es wird ein ganzes Stockwerk an guter Lage frei, dass nun an Private vermietet werden kann.

Das Parlament muss dem Vorschlag des Stadtrats noch zustimmen. Es wäre schon das zweite Mal, dass die Stadt beim Betrieb eines Rechenzentrums zum Schluss kommt, dass eine gemeinsame Nutzung mit Partnern (Colocating) sinnvoller ist als ein Alleingang.

Das zweite städtische Rechenzentrum, welches seit 2015 die Daten des ersten kopiert («spiegelt»), befindet sich in Schaffhausen, wo man mit Kanton und Stadt zusammenspannt.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.07.2018, 18:02 Uhr

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