Winterthur

Die Velostation muss ein bisschen sparen

Das Velo am HB sicher parkieren und einem Sozialhilfebezüger Arbeit und ein kleines Einkommen geben: Die Stadt sieht das als Erfolgsrezept und will die Velostationen am Hauptbahnhof weiterführen – aber etwas günstiger.

Die Velostation «Stellwerk RailCity» ist stets gut gefüllt und sichert Sozialhilfebezügern ein kleines Einkommen – eine Erfolgsgeschichte, findet die Stadt.

Die Velostation «Stellwerk RailCity» ist stets gut gefüllt und sichert Sozialhilfebezügern ein kleines Einkommen – eine Erfolgsgeschichte, findet die Stadt. Bild: Marc Dahinden

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Dass die zwei bewachten Velostationen «Gleis 3» und «Stellwerk RailCity» bei der Bevölkerung gut ankommen, bezweifelt eigentlich niemand. Die rund 1000 Plätze sind laut Stadtrat Nicolas Galladé (SP) «sehr gut gefüllt».

Das Bedürfnis sei offenbar da, sagt Galladé. Trotzdem beauftragte das Parlament den Stadtrat vor vier Jahren abzuklären, ob man die Station nicht kostengünstiger betreiben könnte - etwa durch eine private Trägerschaft.

Mit einiger Verspätung kam im November die ausführliche Antwort. Nein, kostendeckend könne eine Velostation in keiner Stadt betrieben werden, lautete das Fazit. Überall würden die Angebote subventioniert. «Wir sind in Winterthur preislich gut im Schnitt», sagt Galladé.

Der Stadtrat beantragt deshalb für 2019 wieder einen Betriebskredit von 390 000 Franken. In den Folgejahren sinkt er allerdings und 2021 wird er 35 000 Franken tiefer liegen.

«Eine Win-Win-Lösung»

Um das zu erreichen wird der Betreuungschlüssel um 0,3 Stellen gesenkt, von 180 auf 150 Stellenprozente. Die Hauptarbeit in den Stationen wird von Teillohnbezügern geleistet.

«Kostendeckend kann eine Velostation in keiner Stadt betrieben werden. Wir sind preislich gut im Schnitt»

So können sie täglich von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts besetzt werden. Aus Sicht der Stadt ist die Velostation als Teillohnbetrieb eine «eigentliche Win-Win-Lösung».

Die Bevölkerung gewinnt, weil sie attraktive und sichere Abstellplätze zu einem vertretbaren Preis angeboten bekommt. Das Jahresabo für Erwachsene kostet derzeit 150 Franken, Studenten und AHV-Bezüger zahlen 100 Franken.

Die Teillohnbezüger profitieren, indem sie einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen, die ihnen eine Tagesstruktur gibt und für soziale Integration sorgt. Dazu kommt ein Nebenverdienst, derzeit 11 Franken pro Stunde.

Rund 20 Teillohnbezüger arbeiten an den zwei Stationen, manche seit Jahren. Das Angebot richtet sich an Sozialhilfebezüger, die nicht mehr voll leistungsfähig sind, in der Regel sind sie über 50 Jahre alt. Seit 2017 wurden verzeilt auch Flüchtlinge mit abgeschlossenem Asylverfahren eingesetzt.

Flickservice ist keine Option

Mit Einnahmen von rund 200 000 Franken pro Jahr liegt der Kostendeckungsgrad der Velostationen bei etwa fünfzig Prozent. Effektiv kostet die Velostation die Stadt nächstes Jahr rund 190 000 Franken oder rund 200 Franken pro Abstellplatz.

Das Dienstleistungsangebot ist bewusst aufs Veloputzen beschränkt, eine Reinigung kostet 20 Franken. Auf Reparaturdiense, die in manch anderen Städten in der Velostationen angeboten werden, verzichtet man in Winterthur bewusst.

Man wolle das Gewerbe nicht konkurrenzieren. Dass der Gemeinderat dem Kredit zustimmt, gilt als wahrscheinlich. Den Bericht des Stadtrats hatte er am 28. Mai zustimmend zur Kenntnis genommen.

(Der Landbote)

Erstellt: 12.07.2018, 16:33 Uhr

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