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Die Windhündin der Jungkunst hat eine Schwester in Nantes

Eine französische Stadt wirbt mit der gleichen Windhündin wie die Jungkunst 2018.

Die Windhund-Dame auf dem Jungkunst-Plakat von 2018 macht auch bei einer Anti-Littering-Kampagne in Nantes eine gute Figur.

Die Windhund-Dame auf dem Jungkunst-Plakat von 2018 macht auch bei einer Anti-Littering-Kampagne in Nantes eine gute Figur. Bild: PD

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Wann ist ein Plakat ein gutes Plakat? Wenn es einen fängt und überrascht, man beim Hinschauen schmunzelt und sich später deshalb gerne daran erinnert. Das war beim Plakat zur Ausstellung «Home Grown» (2014) im Museum Oskar Reinhart so, auf dem das Kamel des Winterthurer Malers Johann Caspar Weidenmann gemächlich glotzte. Und es war bei der letzten Jungkunst so. Dort liess ein frisch frisiertes afghanisches Windhundweibchen seinen orangen Bob im Wind wehen, die Augen halb verschlossen. Zum Mitfühlen. Cool! Kultverdächtig! Aber leider nicht ganz einzigartig.

Anti-Littering-Kampagne

Das Motiv hatte sich auch bei einer jungen Landbote-Leserin eingeprägt. Auf einer Velotour durch Frankreich erkannte sie die Windhündin sofort wieder, auf einem Plakat im Stadtzentrum von Nantes, dort mit Perlenkette um den Hals und der Unterschrift: «Ici ça relooke sévère» – «Hier stylt man sich hart». Die städtischen Behörden fordern damit die Nantais in einer Anti-Littering-Kampagne augenzwinkernd dazu auf, ihr Quartier sauber zu halten. Hat man sich in Nantes dafür im fast 1000 Kilometer entfernten Winterthur inspirieren lassen? «Non», meldet die Pressestelle zurück, offenbar nicht. Das Jungkunstplakat habe man nie gesehen und verweist auf einen Link zu einer grossen Bilddatenbank. Für 500 Franken kann man sich das mit Goldketten geschmückte Windhundweibchen in grosser Auflösung herunterladen. Urheber des Bildes ist der New Yorker Fotograf Lee Towndrow.

Werbespot von Jungkunst für die Austellung im Oktober 2018. Video: Jungkunst via Facebook

Entworfen hat das Jungkunst-Plakat die Winterthurer Werbeagentur Strichpunkt. Dass das Jungkunst-Plakat eine reine Bildmontage ist, hatte deren Geschäftsführer Martin Landolt bereits in einem Artikel im Landboten angetönt: «Den Anspruch, das Plakat selber als Kunst darzustellen, hatten wir nie. Wir wollen damit auffallen und dies mit einer klaren Linie, einem stimmigen Corporate Design.» 2017 war dies ein Orang-Utan in Blau auf Grün, 2018 die Hündin in Rot auf Blau und 2019 sind es Erdmännchen in Blau auf Rosa. Für ihn, so Landolt, drückte das Windhund-Bild auch eines aus: «Jungkunst hat die Nase im Wind.» Das haben die Behörden in Westfrankreich offenbar auch.

Erstellt: 20.08.2019, 08:30 Uhr

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