Winterthur

Die zehn wichtigsten Neuerungen, die das Schuljahr 2018/2019 bringt

Robotik-Unterricht, Morgenbetreuung und eine neue Förderschule für Sport- und Musiktalente: Das Schuljahr 2018/2019, das nächste Woche beginnt, bringt in Winterthur eine Vielzahl von Neuerungen. Die Wichtigsten in der Übersicht.

Fast 40 Millionen Franken hat das Schulhaus für das Wachstumsgebiet Neuhegi gekostet. Nach dem Umzug ist es bereit für den Schulbeginn nach den Sommerferien.

Fast 40 Millionen Franken hat das Schulhaus für das Wachstumsgebiet Neuhegi gekostet. Nach dem Umzug ist es bereit für den Schulbeginn nach den Sommerferien. Bild: Enzo Lopardo

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1. Lehrplan 21

Er war der bildungspolitische Zankapfel schlechthin in der Deutschschweiz, ab nächster Woche wird der Lehrplan 21 nun umgesetzt. Die Umstellung betrifft vorderhand die 1. bis 5. Klassen, für die 6. Klassen und die Sekundarschule tritt der neue Lehrplan in einem Jahr in Kraft.

Der Lehrplan 21 bringt ein auf Handlungskompetenzen und weniger auf Wissensanhäufung ausgerichtetes Lernmodell, und er harmonisiert Lerninhalte und Stundentafeln in der Deutschschweiz, was bei einem Umzug den Übertritt in eine neue Schule erleichtern soll. Insgesamt, verspricht Schulvorsteher Jürg Altwegg (Grüne), ändere sich wenig: «Die Schule geht ihren gewohnten Gang.»

Stadtrat Jürg Altwegg äussert sich zum Lehrplan 21.

2. Medien und Informatik

Mit dem Lehrplan 21 hält ein neues Fach Einzug in die Primarschule: Medien und Informatik – kurz MI. Ziel ist es, mit spielerischen Mitteln Grundkompetenzen in der Informatik zu vermitteln.

Als Anschauungs- und Übungsmaterial sollen in den Schulen unter anderem programmierbare Roboter zum Einsatz kommen. Dem Fach MI wird allerdings noch nicht sehr viel Raum gegeben: In den 5. und in einem Jahr auch den 6. Klassen ist dafür jeweils eine von insgesamt 30 Wochenstunden reserviert.

3. Fremdsprachen

Weiterhin werden an der Primarschule zwei Fremdsprachen unterrichtet. Englisch beginnt neu in der 3. statt der 2. Klasse. Französisch folgt ab der 5. In den ersten zwei Jahren starten die Sprachen mit drei Wochenlektionen, was den Einstieg erleichtern und den Stellenwert stärken soll.

4. Stundenpläne

Der neue Lehrplan verändert mit der Lektionentafel auch die Stundenpläne. Die grösste Änderung erfahren dabei die Kindergärtner: Neu wird im 1. Kindergarten nur noch morgens, im 2. Kindergarten zusätzlich an zwei Nachmittagen unterrichtet.

5. Schulergänzende Betreuung

Immer mehr Eltern machen Gebrauch von der Schulergänzenden Betreuung. Die Zahl der angemeldeten Kinder wächst gegenüber dem Vorjahr um über 200 auf 3134. Damit sind 35,2 Prozent der Primarschüler und Kindergärtner für die Angebote angemeldet, rund 2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Abgenommen hat hingegen der Betreuungsbedarf bei den Sekundarschülern, wo noch 97 Anmeldungen für den «Mittagstisch-Sek» bestehen. Im Vorjahr waren es 112.

6. Morgenbetreuung

Was in Kinderkrippen schon lange möglich ist, gibt es nun auch im schulischen Rahmen: eine Morgenbetreuung. An 17 der 37 Standorte der Schulergänzenden Betreuung können Kinder neu ab 7.00 Uhr morgens «abgegeben» werden (Standorte auf der Webseite der Stadt).

Sie erhalten dort ein Frühstück, und die Kleinsten werden von den Betreuerinnen in den Kindergarten begleitet – aus Sicherheitsgründen. Wie Altwegg sagt, soll die Zahl der Standorte mit Morgenbetreuung noch justiert werden, je nach Bedarf.

7. Stellensituation

Bis auf Kleinstpensen und kurzfristige Vakanzen konnte die Stadt alle offenen Stellen schon vor den Sommerferien besetzen, und das, wie es heisst, einfacher als in den vergangenen Jahren. Offenbar haben die Massnahmen des Volksschulamtes, etwa die Ausbildung für Quereinsteiger, gefruchtet.

In Winterthur arbeiten im neuen Schuljahr 1649 Lehrpersonen. Davon sind 1357 kantonal angestellt und 292 bei der Stadt (184 in der Integrativen Förderung, 108 bei der Mechatronikschule und im 10. Schuljahr).

8. Geschlechterverhältnis

Frauen bleiben im Lehrkörper klar in der Mehrheit. Von den kantonalen Klassenlehrpersonen in Winterthur kommen auf 1078 Lehrerinnen 279 Lehrer, was einem Verhältnis von 4 zu 1 entspricht. Interessant aus Steuerzahleroptik ist eine andere Zahl: 775 der 1357 Lehrpersonen, also etwas mehr als die Hälfte, wohnt selbst in Winterthur.

9. Talentförderung

Bisher wurden Sport- und Musiktalente in Winterthur in der sogenannten Talentklasse gefördert. Ab dem neuen Schuljahr gibt es dafür eine eigene Schule: die Kunst- und Sportschule im Sportcenter Win4, mit insgesamt 45 Kindern in vier Sekundarschulklassen. Die Schule wird privat geführt, von der SBW Haus des Lernens AG, das Schulgeld aber von der Stadt Winterthur bezahlt.

Die Kosten seien ähnlich hoch wie in der Regelschule, sagt Stadtrat Altwegg, und im übrigen jenen in Uster oder Zürich vergleichbar, die beide eigene Sportschulen unterhalten. Etwas anders ist die Situation für Kinder aus dem Umland. Hier entscheiden die Gemeinden selbst, ob sie für das Schulgeld aufkommen oder die Eltern einspringen müssen.

10. Schulanlagen

Mit dem neuen Schuljahr fällt der Startschuss für diverse neue Schulbauten. Prominenteste ist das fast 40 Millionen teure Schulhaus Neuhegi mit 17 Klassenzimmern (davon 3 für den Kindergarten). Im Schulhaus Büelwiesen geht ein Pavillon in Betrieb. Bereits hat die Stadt weitere Projekte begonnen, um mit dem Schülerwachstum Schritt zu halten, darunter die Erweiterung der Schulanlage Laubegg in Dättnau.

(Der Landbote)

Erstellt: 14.08.2018, 17:50 Uhr

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