Stadtratspräsidium

«Die Zeit ist reif für die erste Stadtpräsidentin»

Die SP will im 2. Wahlgang mit Finanzvorsteherin Yvonne Beutler ums Stadtpräsidium antreten. Es gelte nun, alles in die Waagschale zu werfen, sagt der SP-Präsident.

Gewählt wurden am Sonntag beide. Doch anders als im ersten Wahlgang tritt die SP im zweiten Wahlgang für das Stadtpräsidium nicht mehr mit Christa Meier (rechts) an, sondern mit Yvonne Beutler.

Gewählt wurden am Sonntag beide. Doch anders als im ersten Wahlgang tritt die SP im zweiten Wahlgang für das Stadtpräsidium nicht mehr mit Christa Meier (rechts) an, sondern mit Yvonne Beutler. Bild: Enzo Lopardo

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Es scheint, als ob die SP vom guten Resultat am Wahlsonntag selbst überrascht war. In einer Mitteilung schreibt die Partei: «Die Bevölkerung hat den rot-grünen Parteien ihr Vertrauen geschenkt. Die SP ist bereit, die damit verbundene Verantwortung für die Führung der Stadt zu übernehmen.» Das heisst: Nun, da die SP eine Chance wittert, schwenkt sie auf jene Kandidatin um, die viele von Beginn weg erwartet hatten: Finanzvorsteherin Yvonne Beutler.

«Den Ausschlag gab das super Wahlresultat von Yvonne Beutler», sagt SP-Co-Präsident Christoph Baumann. Man habe viele Diskussionen geführt mit allen Beteiligten. «Wir kamen einheitlich zum Schluss, dass wir für ein Gelingen auch die Erfahrung aus der Stadtratsarbeit in die Waagschale werfen müssen.»

«Ich musste die Offenheit und Grösse haben, mein Entscheid zu überdenken.»Yvonne Beutler über ihren Meinungsumschwung

Yvonne Beutler sei eine sachbezogene, umgängliche, kompetente Stadträtin, die über die Partei hinaus anerkannt sei. «Zudem ist die Zeit reif für die erste Winterthurer Stadtpräsidentin.» Der Antrag der Parteileitung muss am 13. März noch von der SP-Parteiversammlung abgesegnet werden.

Viele ermunterten Beutler

Yvonne Beutler hatte im Vorfeld der Wahl kommuniziert, dass sie aus privaten Gründen nicht für das Amt zur Verfügung stehe. «Ich möchte meinen Sohn aufwachsen sehen», hatte sie gesagt. Nach dem Wahlsonntag mit «überwältigendem Resultat» habe sich die Ausgangslage für sie verändert. «Ich musste die Offenheit und Grösse haben, diesen Entscheid zu überdenken.» Sie habe sich mit der Familie abgesprochen. «Wir sind gemeinsam zum Schluss gekommen, dass wir das packen.» Von der Partei habe sie sich nicht unter Druck gesetzt gefühlt. «Aber ich wurde von vielen Menschen ermuntert, anzutreten.»

Ihren Entscheid, im ersten Wahlgang nicht für das Präsidium kandidiert zu haben, bereut Beutler jedoch nicht. «Der Entscheid war damals richtig, und heute trete ich mit Überzeugung an.» Gegenüber Christa Meier, die im ersten Wahlgang als Stadtpräsidentin kandidierte, habe sie kein schlechtes Gewissen. «Wir haben das gemeinsam entschieden.»

Christa Meier sagt denn auch, sie stehe 100-prozentig hinter dem Entscheid. «Wir haben von den Wählern den Auftrag erhalten, das Präsidium zu erobern. Das müssen wir mit jener Person tun, die die besten Chancen hat.» Sie freue sich jetzt einfach auf ihr neues Amt als Stadträtin.

2012 gewann Künzle

Yvonne Beutler hatte am Sonntag fast 20 000 Stimmen erzielt, rund 3900 Stimmen mehr als Michael Künzle (CVP). Beutler führt seit ihrer Wahl 2012 das Departement Finanzen. Damals war sie bereits einmal ins Rennen ums Präsidium gestiegen – unterlag aber als Neue klar Künzle, der schon Stadtrat war.

Im Falle einer Wahl würde Beutler die Finanzen abgeben und ins Departement Kulturelles und Dienste wechseln, dem das Stadtpräsidium üblicherweise angegliedert ist. Theoretisch wäre es möglich, das Präsidium in einem anderen Departement innezuhaben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.03.2018, 08:19 Uhr

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