EHCW

Die Zielbau-Arena könnte bald wieder Eishalle Deutweg heissen

Der Namenssponsor der Eishalle knüpfte sein finanzielles Engagement einst an die Beschäftigung von Michel Zeiter. Nach dessen Entlassung als Trainer steht der EHCW vor der Frage: Springt der Sponsor ab?

Der Name seiner Firma prangt seit 2016 auf der Eishalle im Deutweg: 110 000 Franken lässt sich das Urs Möckli jedes Jahr kosten.

Der Name seiner Firma prangt seit 2016 auf der Eishalle im Deutweg: 110 000 Franken lässt sich das Urs Möckli jedes Jahr kosten. Bild: Natalie Guinand

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Es ist eine Männerfreundschaft, die über die letzten vier Jahre Geld in die Kassen des Eishockeyclubs Winterthur spülte: Michel Zeiter und Urs Möckli lernten sich einst an einer Party kennen, mit dem Resultat, dass der Unternehmer alsbald ein Haus für den Hockeyspieler baute. Aus der geschäftlichen Beziehung wuchs eine private und daraus eine Sponsoringtätigkeit.

«Mein Engagement hängt nicht nur an Michel Zeiter.»Urs Möckli Bauunternehmer und Namenssponsor der Zielbau-Arena

Als Zeiter vom EHCW verpflichtet wurde, hat er auch Möckli als Sponsor nach Winterthur gebracht. Hier unterschrieb der Bauunternehmer mit der Stadt einen Sponsoringvertrag für die Eishalle, die seither Zielbau-Arena heisst. 110000 Franken pro Jahr lässt er sich das Namensrecht kosten, wovon die Stadt 10000 Franken in die Erfolgsrechnung des Sportamtes fliessen lässt und 100000 Franken an den Club weitergibt.

Bis April Zeit, um sich zu entscheiden

Jetzt steht der Betrag, der für den EHCW die letzten Jahre über fix eingeplant war, plötzlich zur Disposition. Am Sonntag hat sich der Club von Michel Zeiter als Trainer und Sportchef getrennt, und damit kursiert in den Kreisen des EHCW die Frage: Verschwindet jetzt auch Möckli mit seinem Geld? Der Bauunternehmer will sich zu dieser Frage noch nicht festlegen. Bis Ende Saison ist er ans Sponsoring gebunden, bis Ende April hat er laut Vertrag Zeit, um sich für oder gegen einen Ausstieg ab nächster Saison zu entscheiden. Sein Engagement, sagt er, hänge nicht nur an Michel Zeiter. «Und es ist auch nicht so, dass er das von mir erwarten würde, auch wenn wir Freunde sind.»

Über sein Verhältnis zum EHC Winterthur sagt Möckli, er sei mit dem Club verwachsen, aber nicht mehr ganz so stark wie in den letzten drei Saisons. Bei der Regelung der Trainernachfolge will er nicht mitreden. «Das ist nicht meine Rolle, ich bin Sponsor und nicht Clubpräsident.»

Der zweitwichtigste Sponsor würde fehlen

Rolf Löhrer, Verwaltungsratspräsident EHC Winterthur Sport AG, sagt, es würde ihn natürlich «extrem freuen», wenn Möckli in Winterthur weiter machen würde. Noch aber habe es darüber keine Gespräche gegeben. Mit den 100000 Franken für das Namenssponsoring und weiteren, etwas kleineren Beträgen – unter anderem für Bandenwerbung – sei Möckli der zweitgrösste Sponsor des EHCW. Auch wenn das Gesamtbudget mit 2,4 Millionen Franken um ein Vielfaches höher liegt als der Beitrag des Bauunternehmers, ein Rückzug würde den Club treffen.

«Solange mit dem Namenssponsoring für den Sport ein wesentlicher Mehrwert generiert werden kann und der jährliche Betrag eine angemessene Höhe hat, ist das sinnvoll.»Jürg Altwegg, Stadtrat (Grüne)

Immerhin: Einer Fortführung des Sponsorings – auch mit einem neuen Partner – stünde grundsätzlich nichts im Weg. Sportstadtrat Jürg Altwegg (Grüne) sieht das Namenssponsoring wie sein Vorgänger Stefan Frtischi (FDP) positiv: «Solange damit für den Sport ein wesentlicher Mehrwert generiert werden kann und der jährliche Betrag eine angemessene Höhe hat, ist das sinnvoll.» Aber auch für den Fall dass Möckli abspringt und sich kein neuer Sponsor findet, ist die Stadt gerüstet. Der Schriftzug «Eishalle Deutweg» an der Fassade sei immer noch ganz fein sichtbar, sagt Altwegg. «Er könnte jederzeit frisch gestrichen werden.»

Erstellt: 10.12.2019, 17:50 Uhr

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