Winterthur

«Digitalisierung ist für Schuhläden auch eine Chance»

Daniel Walder führt Schuh Walder in sechster Generation. Während einige Konkurrenten in den letzten Jahren aufgeben mussten, konnte Walder die Filiale in Winterthur sogar vergrössern.

Der bald 36-jährige Daniel Walder ist seit 2014 Geschäftsführer von Walder Schuhe. Im Laden am Untertor testet Walder die neuen Kundenlounges mit Kaffee, Musik und Tablets.

Der bald 36-jährige Daniel Walder ist seit 2014 Geschäftsführer von Walder Schuhe. Im Laden am Untertor testet Walder die neuen Kundenlounges mit Kaffee, Musik und Tablets. Bild: Johanna Bossart

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Bata, Pasito, Fricker und Schuh Meier schlossen in den letzten Jahren ihre Filialen in Winterthur, verliert die Altstadt ihren Ruf als Schuhmeile?
Nein, das glaube ich nicht. Es gibt noch genügend Schuhkompetenz in Winterthur. Und das ist für uns auch wichtig. Wir profitieren nicht unbedingt, wenn es weniger Schuhläden in der Stadt gibt. Denn die Leute schätzen es, wenn sie verschiedene Läden und Marken zum Stöbern finden.

Die grösste Konkurrenz erwächst Ihnen ja ohnehin nicht von andern Läden, sondern aus dem Onlinegeschäft.
Das ist so, das Onlinegeschäft hat viel verändert. Aber auch wir können uns die Digitalisierung zu Nutzen machen. Wir müssen sie als Chance sehen.

Inwiefern?
Schuh Walder bietet den Online-Service Click&Collect. Die Kundinnen können ihre Favoriten auf der Website von Walder bereits zu Hause auswählen und für die Anprobe in ihrer nächsten Walder-Filiale reservieren.

«Gerade bei Kinderschuhen ist es wichtig, dass der Fuss gemessen wird und die Kinder die Schuhe probieren können.»

Und das funktioniert?
Wir erhalten täglich 20 bis 30 Bestellungen, auch für Kinderschuhe. Im Vergleich zum Verkauf im Laden ist die Zahl natürlich klein, doch die Tendenz ist steigend.

Weshalb kann die Kundschaft die Schuhe nicht direkt nach Hause bestellen?
Beratung hat für uns Priorität. Gerade bei Kinderschuhen ist es wichtig, dass der Fuss gemessen wird und die Kinder die Schuhe probieren können. Zudem verteuern Versand und Logistik die Schuhe. Wir halten uns an das Sprichwort: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Doch auch Sie mussten umdenken. Mitten im Laden haben sie neu eine Lounge aufgestellt mit Sitzmöglichkeiten, Kaffee und Büchern. Was hat das mit Schuhen zu tun?
In der Lounge finden sie unter anderem Musiksessel mit integrierten Tablets, auf denen Sie das ganze Sortiment anschauen und auf Wunsch bestellen können.

Wie begegnet Walder den Discount-Schuhläden?
Billigschuhe gab es schon immer. Doch wir wollen uns treu bleiben und Qualität bieten. Aber die Preissensibilität nahm auch bei uns zu. Heute sind die Schuhe bei uns günstiger als vor zehn Jahren.

«Wir wollen uns treu bleiben und Qualität bieten.»

Sie haben heute nicht mehr jeden Schuh in jeder Grösse im Laden, weshalb?
So können wir mehr Modelle zeigen. Aber jede Grösse ist entweder bestellbar oder an Lager. Tatsache ist zudem, dass bei den Damen eine Mehrheit Grössen zwischen 37 und 39 braucht, bei den Herren sind vor allem 42 und 43 gefragt. Dem tragen wir Rechnung.

Zum Schluss: Den Winterthurerinnen und Winterthurern wird vorgeworfen, sie seien nicht modebewusst. Können Sie diese Beobachtung bestätigen, kaufen wir anders ein als Zürcher?
Das ist Unsinn. Wir erleben die hiesige Kundschaft als sehr modebewusst. Unsere Eigenmarke 1874, die jeweils die Saison-Highlights der aktuellen Mode umfasst, wird hier sehr gut verkauft.

(Der Landbote)

Erstellt: 16.03.2017, 15:46 Uhr

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