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Die Digitalisierung prägte das Bibliotheken-Jahr

Die städtischen Bibliotheken haben ein solides Jahr hinter sich. Bei den Ausleihen verbessert vor allem das digitale Angebot die Bilanz. Auch kostenseitig gibt es einen Einmaleffekt.

Wie funktioniert ein 3D-Drucker? Maker-Day in der Bibliothek.
Wie funktioniert ein 3D-Drucker? Maker-Day in der Bibliothek.
Heinz Diener

Für die Winterthurer Bibliotheken war 2016 erneut ein Sparjahr. Die Nettoausgaben musste man rund 900 000 Franken senken, auf gut 8 Millionen Franken. Die Bilanz lautet: Mission erfüllt, und sogar ein bisschen mehr. Weil ausserordentlich zwei Abschreiber nicht verbucht werden mussten, lag man mit letztlich 57 000 Franken im Soll (was in der Erfolgsrechnung allerdings nicht ausgewiesen ist). Deutlich sanken die Ausgaben aber auch wegen des Umzugs der Studienbibliothek, weil Unterhaltskosten wegfielen. Operativ scheinen die Bibliotheken auf Kurs zu sein: Die Nettokosten pro Ausleihe sanken, während der Kostendeckungsgrad stieg. Bemerkenswert ist auch das Plus bei den Ausleihen: 1,57 Millionen waren es 2016, 11 Prozent mehr. Erklären lässt sich dies allerdings fast ausschliesslich mit der Digitalisierung der Sammlung Winterthur und den zusätzlichen Downloads aus dem Bildarchiv. «Wir sind zufrieden, dieses neue Angebot hat definitiv eingeschlagen», sagt Hermann Romer, der städtische Bibliotheks-Leiter. Die Ausleihrate bei der sogenannt virtuellen Bibliothek versechsfachten sich insgesamt auf rund 264 000.

Auch die E-Book-Ausleihen nahmen zu, machen mit vier Prozent der Gesamtausleihen aber nach wie vor einen relativ kleinen Anteil aus. 2017 könnte jedoch ein interessantes E-Book-Jahr werden. Als letzter grosser deutschsprachiger Belletristik-Verlag gibt nun auch Diogenes seine Bücher frei, das Angebot wird nochmals breiter.

Die klassische Buchausleihe sank nur leicht (-3,5 Prozent), während CDs und DVD definitiv immer weniger gefragt sind (-8 Prozent).

Fast überall mehr Besucher

Solide fällt die Bilanz auch bei der Anzahl Besucher aus. Mit rund 591 500 waren es im letzten Jahr knapp 7000 mehr. Während der Andrang auf Stadtbibliothek und auf die Quartierbibliotheken Hegi, Seen und Wülflingen stieg, sank er in Oberwinterthur und Veltheim erneut. Eine gefährliche Entwicklung sieht Romer dort allerdings nicht, vielmehr Schwankungen. Man versuche aber alles, um mit niederschwelligen Angeboten möglichst «nahe bei den Leuten» zu sein: «Die Bibliotheken sollen ein Ort sein, an dem man Wissen abholen kann, und dies nicht nur in Form von Büchern.» Möglich soll dies weiterhin durch abwechslungreiche Ansätze der Bibliotheks-Pädagogik sein, wie wöchentlichen Kurz-Workshops, Thementagen oder Fachvorträgen. Und im Alltag: Tipps und Tricks vor Ort im Umgang mit den digitalen Medien, damit auch ältere Besucher Schritt halten können. Aber auch den Jungen müsse man etwas bieten. Beim Pokemon Go-Hype letzen Sommer seien die 3D-Drucker im Maker-Space besonders gut ausglastet gewesen. «Auch auf solche Trends müssen wir reagieren können. Es wurden fleissig Pokemon. Figürchen gedruckt», sagt Romer.

Den eingeschlagenen Weg wolle man in diesem Jahr weitergehen, zum Beispiel mit dem Lesesommer oder dem Robotik-Tag, zusammen mit der ZHAW.

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