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Doch noch Bühne und Bier im Zeughaus

Die Stadt hat der ehemaligen Gruppe«Zentrum für angewandte Nachhaltigkeit» das Zeughaus 1 übergeben. Damit wird nun doch ein Teil der Zeughäuser für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im Zeughaus 1 soll ein neues «urbanes Zentrum» mit Fokus auf Nachhaltigkeit entstehen.
Im Zeughaus 1 soll ein neues «urbanes Zentrum» mit Fokus auf Nachhaltigkeit entstehen.
Madeleine Schröder

Eigentlich hatte die Projektgruppe «Zentrum für angewandte Nachhaltigkeit» das ganze Zeughaus-Ensemble für die Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Nun wird es nur das auffällige Zeughaus 1 entlang der Zeughausstrasse sein. Vor zwei Wochen hat die Stadt der Basis Winterthur GmbH dieses für 30 Jahre im Baurecht übergeben.

Gegründet wurde die Firma von Robert Grimmer, Jeffrey Thommen und Marco Frei, wobei die letzten beiden ehemalige Mitglieder der Nachhaltigkeits-Gruppe sind. Deren Projekt war 2010 an einem Wettbewerb der Stadt zur Nutzung der Zeughäuser als bestes auserkoren worden. Nach diversen Verzögerungen hat die Stadt letztes Jahr der christlichen Privatschule SalZH die Zeughäuser 2 und 3 im Baurecht übergeben.

Ein nachhaltiger Mix

Bei Marco Frei, der für die Projektkoordination verantwortlich ist, überwiegt die Freude, dass es nun trotz allem noch geklappt hat. Und: «Die Möglichkeiten sind immer noch sehr interessant, auch nur in einem Zeughaus.» Das Areal wollen die Betreiber mit einem Gastrobetrieb und einem Veranstaltungsraum im Erdgeschoss der Öffentlichkeit zugänglich machen und damit das Quartier beleben. Der Kulturraum soll aber keine Konkurrenz zu den bestehenden Clubs in Winterthur werden, sondern eine Ergänzung. Weiterhin im Zentrum stehe auch die Nachhaltigkeit.

Die drei neuen Betreiber: Marco Frei, Robert Grimmer und Jeffrey Thommen. Bild: Stefan Schaufelberger
Die drei neuen Betreiber: Marco Frei, Robert Grimmer und Jeffrey Thommen. Bild: Stefan Schaufelberger

Angedacht ist eine Mischung aus verschiedenen Mietern, die, wenn möglich, voneinander profitieren sollen. Im ersten Stock sollen Ateliers und Büros entstehen, im Erdgeschoss, neben dem Veranstaltungsraum, verschiedene Gewerbebetriebe einziehen, die auch vor Ort produzieren.

Mit der SalZH, der christlichen Privatschule, die die gegenüberliegenden Zeughäuser 2 und 3 betreibt, hat man sich auf eine gemeinsame Nutzung des Innenhofs einigen können. Während des Schulzeit wird er als Pausenplatz genutzt, abends, am Wochenende und in den Ferien für verschiedene angedachte Veranstaltungen wie Märkte, Konzerte oder Kurse.

Zwischennutzung bereits angelaufen

Vieles ist noch unklar. Auch weil die neuen Mieter frühstens in zwei Jahren einziehen können. «Wir sind bereits mit vielen Bewerbern im Gespräch», so Frei. Falls jemand Interesse habe, könne er sich aber nach wie vor melden. In einem Jahr beginnen die Sanierungsarbeiten. Einerseits aufgrund der Auflage der Stadt, ein Baugesuch innerhalb von zwölf Monaten einzureichen, andererseits wegen des baulichen Zustands des Zeughauses. Dieser sei mangelhaft, sagt Frei. Wichtig sei vor allem die Wärmesanierung, um den hohen Energieverbrauch zu reduzieren.

Vor einer Woche wurde den bisherigen Mietern, etwa der Stiftung Noiva, Karl’s kühner Gassenschau sowie verschiedenen Ateliers, Büros und einem Kinderhort, gekündigt. «Einige davon würden wir nach dem Umbau aber gerne wieder aufnehmen», sagt Frei. Mit Karl’s kühner Gassenschau sei man im Gespräch. Auch die kurzfristige Zwischennutzung der noch leer stehenden Räume ist schon angelaufen. Im Moment probt etwa das Junge Theater Winterthur im Zeughaus.

Die Mietpreise, die im Moment sehr niedrig sind und mit denen die Stadt laut Frei knapp ihre Nebenkosten bezahlen kann, sollen dann auf 170 Franken pro Quadratmeter und Jahr steigen. Den Umbau finanzieren die Betreiber mit Eigenkapital und einem Darlehen der Alternativen Bank Schweiz.

Gut vernetzt

Die drei Initianten sind keine Unbekannten in Winterthur. Marco Frei, Gründer des Bioladens Rägeboge und Mitbegründer der Gemeinschaft Hard, arbeitet momentan als Internatsleiter und Werklehrer im Strickhof. Ab August wird er, wie Grimmer und Thommen, vollumfänglich am Projekt arbeiten. Robert Grimmer hat ein eigenes Tonstudio und einen Musikverlag. Jeffrey Thommen ist Mitbegründer und ehemaliger Geschäftsleiter des Kraftfelds. Alle drei arbeiteten bereits gemeinsam in der Projektgruppe Lagerplatz Winterthur.

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