Freiwilligenarbeit

Drückeberger kriegen eine Extra-Erinnerung

Helfereinsätze planen ist für Vereine eine mühsame Fleissarbeit. Eine Winterthurer Firma bietet eine einfache Lösung. Auch Kultur-Events und Parteien nutzen sie.

50 Helfer braucht der HC Rychenberg für jedes Heimspiel in der Axa-Arena.

50 Helfer braucht der HC Rychenberg für jedes Heimspiel in der Axa-Arena. Bild: Deuring Photography

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Die Axa-Arena bedeutet für den HC Rychenberg einen Quantensprung: Statt 400 Zuschauer verfolgten diese Saison über 1000 Zuschauer die Heimspiele des Unihockey-Vereins. «Das ist genial», findet der Marketing-Verantwortliche Mario Kradolfer. «Doch wir brauchen in der Arena jetzt auch rund 50 Helfer pro Spiel.» Sie kontrollieren Billette, zapfen Bier und frittieren Pommes-Frites an den zwei Food-Boxen, bedienen die LED-Banden und vieles mehr.

Früher organisierte der HCR die Helfereinsätze mit einer Excel-Tabelle. Seit einem Jahr setzt er auf die «Helfereinsatz»-Software aus der Küche des Winterthurer Software-Unternehmers Bert Hofmänner. «Damit können sich die Club-Mitglieder mit einem Klick für freie Schichten eintragen», sagt Kradolfer. Ein weiterer Klick, dann ist die Schicht im Handy-Terminkalender eingetragen. Der Vereinsvorstand weiss hingegen auf einen Blick, wer im laufenden Jahr seine Helferschichten noch nicht geleistet hat.

«Damit planen wir die Schichten an Standaktionen.»Annetta Steiner
Gemeinderatspräsidentin (GLP) und Vorstandsmitglied des
Unihockeyclubs Red AntsQuote

Bert Hofmänner hat ein ähnliches Programm schon vor Jahren programmiert, als er selbst Präsident eines Unihockeyclubs war, Winterthur United. «Es gibt zwar viele Hilfsprogramme für Vereine», sagt er . «Aber dort geht es vor allem um die Mitgliederverwaltung. Freiwilligeneinsätze planen kann man damit nicht.» Mit seiner Lösung könne man nur genau das - dafür besonders gut. Innerhalb von etwa anderthalb Jahren wurde sie in seiner Firma von neu auf programmiert. Immer dann, wenn gerade keine dringenden Kundenprojekte anstanden.

Seit gut einem Jahr ist «Helfereinsatz» nun auf dem Markt und hat, laut Hofmänner, zwischen 50 und 100 zahlende Kunden gefunden. 300 Franken kostet die Vollversion. «Wenn durch sie das Vorstandsmitglied, das für die Anlässe verantwortlich ist, auch nur ein Jahr länger durchhält, ohne den Bettel hinzuwerfen, hat sich die Investition schon gelohnt», findet Hofmänner.

Jungkunst ist auch dabei

Doch nicht nur Sportvereine müssen Freiwillige koordinieren. Zum zweiten Mal setzt die Jungkunst auf das Tool. «Wir haben 200 Helfende und rund 80 Schichten», sagt Vereinspräsident Martin Landolt. «In früheren Jahren nutzten wir eine öffentlich zugängliche Tabelle, in der sich Helfer eintragen konnten. Aber das war vom Datenschutz her bedenklich. Schliesslich brauchen wir von unseren Helfern auch Handynummer, E-mailadresse und T-Shirt-Grösse.» Ebenfalls nützlich: Das Programm verschickt an die Helfenden automatische Termin-Erinnerungen per E-mail, fünf Tage vor dem Einsatz und am Vortag. «Das habe ich ganz vergessen», ist keine Ausrede mehr.

Damit die Software aus Winterthur für Hofmänner kein Ehrenamt bleibt, sondern rentiert, braucht er eine vierstellige Zahl von Kunden. 20000 Sportvereine gibt es in der Schweiz und Hofmänner kann sich gut vorstellen, ins nahe Auland zu expandieren. Dass der Markt sich nicht auf Sportvereine und Kultur-Anlässe begrenzt ist, zeigt auch das Beispiel von Annetta Steiner. Sie nutzt das Tool nicht nur als Vorstandsmitglied des Unihockeyclubs Red Ants, sondern auch für ihre Partei, die GLP: «Damit planen wir die Schichten an Standaktionen.»

Erstellt: 01.04.2019, 16:12 Uhr

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