Winterthur/Bellinzona

Ehemaliger An’Nur-Vorbeter ­sitzt wegen Terrorgefahr in U-Haft

Die Bundesanwaltschaft wirft einem Aushilfs-Imam der An’Nur-Moschee vor, Anschläge für den IS geplant zu haben. Ein von ihm radikalisierter Konvertit bedrohte den Politiker Blerim Bunjaku.

Der Aushilfs-Imam A. M. (mit dem schwarzen Balken) vor der An’Nur-Moschee in Winterthur

Der Aushilfs-Imam A. M. (mit dem schwarzen Balken) vor der An’Nur-Moschee in Winterthur Bild: Kurt Pelda

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Einem Winterthurer Vorbeter der ehemaligen An’Nur-Moschee wird von der Bundesanwaltschaft vorgeworfen, Terroranschläge geplant und Geld an den IS überwiesen zu haben. Wie aus einem gestern publizierten Beschluss des Bundesstrafgerichts hervorgeht, besteht der dringende Verdacht, dass es sich bei A. M. um ein Mitglied der terroristischen Organisation handle. Er habe vermutlich Befehlsfunktion innegehabt und vielfältige Aktivitäten wahrgenommen.

A.M. sitzt seit rund zwei Jahren in Untersuchungshaft, zuvor war der im Thurgau wohnhafte Iraker in der An’Nur-Moschee als Aushilfsimam tätig. Dort soll er versucht haben, einen jungen Mann für den IS zu rekrutieren.

«Erhielten Morddrohungen»

Der Konvertit bedrohte später den parteilosen Politiker Blerim Bunjaku, wie dieser auf Anfrage bestätigt. Bunjaku, der gegen Radikalisierung eintritt und deswegen 2015 die Anlaufstelle Fairwinti gegründet hatte, machte gestern keine weiteren Aussagen zum Vorfall.

In einem früheren Interview mit dem «Landboten» sagte er aber: «Ich und meine Familie erhielten Morddrohungen.» Trotzdem kämpfe er weiter: «Auch dank mir sind gefährliche Leute identifiziert und zum Teil schuldig gesprochen worden.»

Derweil läuft die juristische Aufarbeitung der Vorfälle um die Moschee. Vor kurzem erst konnte ein Hassprediger, der in der Moschee zum Mord an Muslimen aufgerufen hatte, ausgeschafft werden. Und die Staatsanwältin hat im Fall der Gruppe junger Männer, die zwei Moscheebesucher misshandelt hatten, das Urteil weitergezogen.

Was die Bundesanwaltschaft dem Winterthurer Vorbeter vorwirft, zeigt die Recherche von Kurt Pelda.

Erstellt: 16.05.2019, 10:32 Uhr

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